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Die Deutsche Bank soll über komplizierte Derivat-Konstrukte der angeschlagenen italienischen Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS) geholfen haben, Verluste zu verschleiern. Und das auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, also kurz nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008, berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg.
Derivate sind Finanzinstrumente, die entweder zu Spekulationszwecken oder zur Absicherung von Risiken verwendet werden. Sehr vereinfacht gesagt, handelt es sich dabei um eine Wette auf die Preisentwicklung eines bestimmten Wertes, zum Beispiel eines Zinssatzes oder einer Währung.
Mit Hilfe eines Derivat-Geschäfts soll laut Bloomberg die Deutsche Bank der italienischen MPS im Dezember 2008 unter die Arme gegriffen haben. Damit soll die italienische Bank einen 367-Millionen-Verlust aus einem älteren Derivat-Geschäft mit der Deutschen Bank verkleinert haben und auch in der Bilanz nicht als Verlust ausgewiesen haben. Quasi als Gegengeschäft hat Monte Paschi laut Bloomberg ein für die Deutsche Bank günstiges Derivat-Geschäft auf den Wert italienischer Staatsanleihen abgeschlossen - woran die Frankfurter gut verdient haben dürften.
Mit dem Gründungsjahr 1472 ist Monte Paschi das älteste Geldhaus der Welt. Als einzige Bank Italiens war sie beim europäischen Stresstest durchgefallen. Insgesamt beantragte Monte Paschi 3,9 Milliarden Euro an Staatshilfen von der Regierung in Rom. Die EU-Kommission genehmigte die Gelder, weil die Bank wichtig für die Stabilität des italienischen Finanzsystems sei.
Monte Paschi will die Derivat-Geschäfte nun genauer unter die Lupe. Geprüft werde, welche Auswirkungen die in der Bilanz befindlichen Papiere noch haben könnten und wie das Institut weiter verfahren werde, erklärte die Bank am Donnerstagabend. Bei der Prüfung, die noch nicht abgeschlossen sei, gehe es um rechtliche, finanzielle und bilanzielle Aspekte der Transaktion. Die Deutsche Bank betonte, sie habe sich bei den Geschäften mit Monte dei Paschi korrekt verhalten: "Die Transaktion hat unseren strengen internen Genehmigungsprozess durchlaufen und auch unser Kunde, der unabhängig beraten wurde, gab die nötige Zustimmung." (rom/Reuters, derStandard.at, 17.1.2013)
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