Grand S: ZTEs flaches Android-Flaggschiff im Hands-on

  • ZTE hat mit dem Grand S ein neues Android-High-End-Modell vorgestellt.
    foto: derstandard.at/riegler

    ZTE hat mit dem Grand S ein neues Android-High-End-Modell vorgestellt.

  • Die Anpassungen an Android wirken mitunter überholt.
    foto: derstandard.at/riegler

    Die Anpassungen an Android wirken mitunter überholt.

  • Mit 6,8 mm an der dünnsten Stelle ist das Grand S ein besonders schlankes Smartphone.
    foto: derstandard.at/riegler

    Mit 6,8 mm an der dünnsten Stelle ist das Grand S ein besonders schlankes Smartphone.

  • ZTE setzt beim Gehäuse zwar auf Kunststoff, der Unibody wirkt aber gut verarbeitet.
    foto: derstandard.at/riegler

    ZTE setzt beim Gehäuse zwar auf Kunststoff, der Unibody wirkt aber gut verarbeitet.

High-End-Ausstattung mit 5-Zoll-Display, LTE und Quad-Core-CPU

ZTE gehört wie Huawei zu Chinas Aufsteigern am Smartphone-Markt, die in die Fußstapfen des zuletzt schwächelnden Herstellers HTC getreten sind. Das Unternehmen hat vor kurzem auf der CES ein neues Modell mit Googles Android präsentiert - wie der Hersteller selbst betont, ist es das Flaggschiff der High-End-Serie "Grand". Der WebStandard hatte in Las Vegas die Gelegenheit, das Smartphone anzutesten.

5 Zoll, Full HD

ZTE folgt mit dem Grand S wie Sony und Huawei dem Trend zum 5-Zoll-Smartphone - beide Hersteller haben auf der CES ebenfalls Modelle mit dem Formfaktor präsentiert. Erfreulich ist, dass die Hersteller nicht nur die Bildschirmdiagonalen aufblasen, sondern auch bei der Screen-Auflösung mitziehen. Das Grand S bietet ein Full-HD-Display (1080p) mit scharfen Kontrasten. Über die dargestellten Farben lies sich am Messestand mit den starken Scheinwerfern schwer ein Urteil bilden - zumindest entsteht der Eindruck, dass das Display einen Farbstich ins Graue aufweist.

Flaches Profil

Das Gerät ist mit 142 x 69 x 6,9 mm besonders schlank und liegt leicht in der Hand. Das Gehäuse aus Kunststoff geht zwar am Mini-Trend zu Glas-Rückseiten vorbei, wirkt aber dennoch gut verarbeitet. Im Gegensatz zu Huawei setzt ZTE auf ein nahtloses Unibody-Gehäuse in sechs verschiedenen Farben, das einen stabilen Eindruck macht.

Performance

Mit einem 1,7 GHz getakteten Quad-Core-Prozessor, dem Qualcomm Snapdragon S4, und 2 GB Arbeitsspeicher ist eine starke Performance vom Gerät zu erwarten. Bei den am ZTE-Stand auf der CES ausgestellten Geräten dürfte es sich jedoch noch um Vorserienmodelle mit nicht ausgereifter Software gehandelt haben, denn Android 4.1 Jelly Bean lieferte im Kurztest nicht gerade eine herausragende Performance ab. Beim Wechsel zwischen Homescreens oder Öffnen von Apps kam das Grand S öfter ins Stottern.

 

Bei einem kurz ausprobierten Spiel (auch im obrigen Hands-On-Video zu sehen) zeigt sich das Grand S wiederum flüssige Grafiken. Die eigene Oberfläche, die ZTE über Android legt, wirkt im Vergleich zum zurückhaltenden Interface von Jelly Bean etwas plump in Design und Farbgebung.

13-Megapixel-Kamera

Auf dem Papier geben die Spezifikationen des Grand S viel her. So ist auch LTE integriert. Die 13-Megapixel-Kamera löst schnell aus und dürfte nach erstem Kurzurteil gute Schnappschüsse liefern. Auf der Frontseite ist eine zweite Kamera mit 2 Megapixel für Videotelefonie untergebracht. ZTE liegt hier gleichauf mit Konkurrenten wie Sony oder Huawei.

Akku

Bei der ansonsten guten Ausstattung wundert es allerdings, dass ZTE im Grand S offenbar einen schwachen Akku verbaut hat. Das Unternehmen gibt im Datenblatt dazu keine Auskunft. Laut früheren Berichten soll die Leistung bei 2.500mAh liegen. Trusted Reviews geht aber davon aus, dass das nicht stimmt und schreibt von lediglich 1.780mAh. In beiden Fällen wäre das sehr wenig.

Die Konkurrenz spendiert ihren Riesen-Phones deutlich bessere Akkus, was die großen Displays auch abverlangen. Dass das Smartphone einen kompletten Tag bei durchschnittlicher Nutzung durchhält, ist schwer vorstellbar muss aber in einem ausführlicheren Test auf die Probe gestellt werden.

Fazit

Ob das Grand S alles halten kann, was es am Papier verspricht, und ob die Performance-Mängel im Kurztest tatsächlich Vorserienmodellen geschuldet sind, wird erst ein längerer Test zeigen. Spannend wird vor allem die Preisfrage und wie lange der Akku tatsächlich hält. Das Grand S soll in China noch im ersten Quartal 2013 auf den Markt kommen. Weitere Starts und Preise sind noch nicht bekannt. (Birgit Riegler, derStandard.at, 27.1.2013)

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