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Leipzig - Die Leipziger Buchmesse (14. bis 17. März) will nach 2012 auch 2013 besonders Literatur aus Polen, der Ukraine und Weißrussland vorstellen. Es gebe in diesen Ländern eine reiche Literaturszene, die aber kaum bekannt sei, sagte Messedirektor Oliver Zille am Donnerstag in Berlin.
Wegen der schwierigen politischen und gesellschaftlichen Situation in der Ukraine und Weißrussland brauche man zur Vermittlung einen längeren Atem: "Das ist das dickste Brett, das wir bei der Buchmesse je gebohrt haben." Diesmal steht das Programm unter dem Motto "tranzyt.kilometer 2013". Inhaltliche Schwerpunkte sind nach Angaben von Kurator Martin Pollack die Themen Identität, Feminismus und Zensur.
"Einschränkungen der schöpferischen Freiheit durch Druck von außen gehören für Autoren und Künstler in autoritären Staaten wie Belarus und zunehmend auch in der Ukraine zum Alltag", so der auf Osteuropa spezialisierte Übersetzer und Essayist. "Aber mindestens ebenso kreativ sind die Antworten, die Künstler auf diese Herausforderung geben.
Weißrussland gilt als letzte Diktatur Europas. Aber auch in der Ukraine ist laut Pollack die durch die Orange Revolution 2004 ausgelöste Aufbruchstimmung verflogen. Wegen fehlender Literaturförderung und mangelnder Marketingerfahrung habe die Literatur dieser Länder es besonders schwer, im Westen Fuß zu fassen. "Da haben wir eine Art Bringschuld", sagte Pollack. "Deutschland kann für viele Autoren auch eine Brücke in andere europäische Länder sein."
Zur Buchmesse werden unter anderem die polnischen Autoren Anda Rottenberg, Dorota Maslowska und Olga Tokarczuk erwartet. Aus Weißrussland kommen die Lyrikerin Valzhyna Mort ("Tränenfabrik") sowie der Philosoph und Essayist Valentin Akudowitsch. Die Ukraine ist etwa mit Serhih Zhadan und Mykola Rjabtschuk vertreten. "Wir sind per se keine Talentshow, aber wir wollen die öffentliche Aufmerksamkeit für diese Autoren verstärken", sagte Zille. (APA, 17.1.2013)
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