Super-Gen der Feuerameise bestimmt Sozialstruktur der Kolonie

20. Jänner 2013, 18:17
  • 616 einzelnen Gene, mehr als die Hälfte eines Chromosoms, bestimmen bei der Rote Feuerameise (Solenopsis invicta), wer Königin wird und ob es nur eine gibt.
    foto: romain libbrecht and yannick wurm

    616 einzelnen Gene, mehr als die Hälfte eines Chromosoms, bestimmen bei der Rote Feuerameise (Solenopsis invicta), wer Königin wird und ob es nur eine gibt.

Großer Erbgutabschnitt entscheidet, wer zur Königin wird und ob es mehrere von ihnen gibt

London - Bei Roten Feuerameisen bestimmt eine Art Super-Gen, wer Königin wird. Der umfangreiche Genabschnitt hat auch wesentlichen Einfluss auf die Sozialstruktur der Kolonie, berichten Genetiker in der Fachzeitschrift "Nature". Das Super-Gen bestehe aus 616 einzelnen Genen und mache etwas mehr als die Hälfte eines Erbgutträgers (Chromosom) aus. Dieses "soziale Chromosom" liege in zwei Varianten vor: B und b.

Weil weibliche Ameisen in ihren Zellen zwei Chromosomen-Sätze haben, entscheide die Kombination aus B und b, welche soziale Struktur die Kolonie haben werde - so wie die Geschlechtschromosomen X und Y zum Beispiel beim Menschen darüber entscheiden, ob der Nachwuchs männlich oder weiblich ist.

Keine BB-Königinnen in einem Bb-Staat

Das Team um den Biologen John Wang von der Universität Lausanne in der Schweiz untersuchte mehr als 500 Rote Feuerameisen (Solenopsis invicta) aus mehreren Kolonien im Süden der USA. Wenn alle Ameisen einer Kolonie in ihrem Erbgut die Kombination BB trugen, dann akzeptierten sie auch nur eine einzige Königin - und zwar nur eine BB-Königin. Wenn hingegen in einer Kolonie auch Bb-Arbeiterinnen lebten, dann wurden mehrere Königinnen akzeptiert - und zwar nur solche mit der Bb-Kombination. Eine BB-Königin wurde von Bb-Arbeiterinnen sofort getötet.

"Damit wurde zum ersten Mal ein Super-Gen identifiziert, das ein soziales Verhalten bestimmt", sagte der Zweitautor der Studie, Yannick Wurm von der Queen Mary University of London. Solche Super-Gene seien bereits bekannt von Flügel-Mustern bei Schmetterlingen. (APA/red, derStandard.at, 19.01.2013)

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das bild erinnert an gattaca (der film)

jetzt wissen sie vielleicht auch, weswegen der film so heißt ;)

ameisen sind in jeder hinsicht einzigartig, sie haben schon vor dem menschen dinge gemacht die man eigentlich nur menschen zurechnen würde:

-halten tiere. ameisen halten aktiv blattläuse die die ameisen mit honigtau versorgen, ähnlich der viehzucht

-bauen pilze an um antibiotika zu verwenden um sich so vor bakterien zu schützen

-bauen hochkomplexe voll klimatisierte strukturen mit zu/abluft...

diese viecher sind mir ein verfluchtes rätsel und irrsinnig interessant

oh da gibts noch was

die Benutzung von Werkzeug. Manche Ameisen benutzen ihre eigene Larven, um mit deren Seide (erwachsene Ameisen können keine Seide produzieren) um Blätter an einander zu nähen.

(ca ab Minute 2: http://www.youtube.com/watch?v=s... Mvbu8TyA0)

Dann gibt es auch die Ameisen, welche den Ameisenbau aus ihren eigenen Körpern formen, damit sie, nachdem alles in der Umgebung abgegrast ist, schnell weiter ziehen können.

(ca ab Minute 8: http://www.youtube.com/watch?v=c... cCp-K-K3Y)

nice, eine (vernünftige) ameisenfarm wird sowas von pflicht sein

nicht zu vergessen die Räuber Völker

welche den Nachwuchs von hilflosen schwächeren Arten stehlen und im eigenen Bau versklaven ..

den kannte ich noch nicht :D

Es gibt sogar Arten, die ohne Sklaven gar nicht mehr lebensfähig sind :b

Dann gibt es Ameisen, welche spezialisierte Artgenossen als Nahrungsreserve nutzen (Honigtopfameisen), dann solche mit nomadischer Lebensweise, welche eine eigene, speziell an ihre Lebensweise angepasste Blattlausart besitzen. Diese Lausart besitzt einen speziell dafür evoluierten Tragegriff, mittels dessen ihre Lausherde beim Umzug wie eine Vieherde getragen und mitgenommen wird.

Nein, Ameisen sind nützlich ;)

intoleranz

feindliches verhalten gegenüber andersartigen - das kennen wir auch vom menschen.

die natur hat friss oder stirb erfunden, da gibts ned viel platz für nächstenliebe, das ist nunmal so...

"das ist nunmal so" -
die (eigenen) Hypthesen nicht zu ernst nehmen !

Hab überhaupt erst jetzt gesehen wie alt das verlinkte Werk ist. Ist ihnen klar, wohin diese Rassentheorien in der Folge führten?

das werk ist und war immer aktuell, das wort "rasse" wurde damals in einem anderen zusammenhang verwendet

gustave le bon hat die massenpsychologie begründet und diese gilt nachwievor, ich kann nur jedem empfehlen dieses werk zu lesen...

"Das ist nunmal so"

Also: Erstens ist das eine Hypothese in Ihrem Link, ist also noch lange nicht so sondern muss eingehend getestet werden.

Zweitens:"Als mitentscheidender Faktor für Massenverhalten spielt für Le Bon immer auch seine Rassentheorie eine bedeutende Rolle, in denen er darwinistische Bestandteile mit seinen Vorstellungen von »Nationalcharakter« kombiniert." Mit solchen sozialdarwinistischen Ansichten habe ich grosse Schwierigkeiten. Im Gegensatz würde ich ihnen empfehlen, Steven Pinker zu lesen (Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit - am besten auf Englisch). Wunderbar geschrieben und seine Hypothesen gehen genau in die andere Richtung.

p.s.: die quintessenz mMn aus le bons buch ist die moral der gruppe. der moralische richter ist immer die gruppe in der man sich befindet und um die manipulation der gruppenmoral ging es vorrangig in jedweder propaganda. das ist wie das berühmte beispiel mit dem frosch im kochtopf

und ich sehe das einfach immer und immer wieder, dass man dinge sagen kann die moralisch zwar verwerflich sind, aber die gruppe es erlaubt (zum teil verlangt) wenn sie einfach genug aufgeladen ist (emotional geladen)

ich sehe le bons werk als grundlage welche mMn immer noch gültigkeit hat, ich seh das einfach zu oft im verhalten (abteilung vs abteilung, fussballclub vs fussbalclub, partei vs partei,... usw usf(vielleicht auch eine art self-bias)

danke für die leseempfehlung, werd ich mir mal in den warenkorb legen

Ups, sorry für die vielen Antworten ... deppates Händi bleds ;)

Steven Pinker kommt jedenfalls auch aus der Psychologie. Ich selber nicht, deswegen war mich auch Le Bon nicht bekannt ;)

Allerdings scheine ich nicht so daneben gelegen zu sein (aus Wikipedia): It is arguable that the fascist theories of leadership that emerged during the 1920s owed much to Le Bon's theories of crowd psychology. At the same time, Adolf Hitler's Mein Kampf drew largely on the propaganda techniques proposed in Le Bon's 1895 book. In addition, Benito Mussolini made a careful study of Le Bon's crowd psychology book, apparently keeping the book by his bedside.

Heisst nicht, dass er das so wollte oder das alles falsch ist, was er schrieb. Dennoch muss man mMn bei sozialdarwinistischen Werken vorsichtig sein. Werds mal ansehen.

le bons absicht war nicht faschistischer natur, ich bin auf dieses buch eben aus den ihnen genannten gründen aufmerksam geworden, es war eben die grundlage der propaganda goebbels und wir wissen ja wie gut sie funktionierte...

Das stimmt allerdings...

Vielleicht liesse sich die Theorie Le Bons mit den Hypothesen Pinkers zusammenführen, der den durch Zahlen belegten Rückgang der Gewalt (Mord, Vergewaltigung, aber auch staatliche Gewalt wie Kriege oder Hinrichtungen) zu erklären versucht. Möglicherweise handelt es sich dabei ja auch um solche Gruppenphänomene wie sie sie beschreiben (die Gruppe/die Gesellschaft duldet weniger Gewalt), aber dann halt im positiveren Sinn?

so eine diskussion würde hier zu weit führen (leider) aber ich empfhle wirklich das buch zu lesen, sind nicht viele seiten und ist trotz des alters leicht zu lesen.

natürlich mit dem hinweis wörter wie "rasse" relativ zu betrachten

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