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Berlin - "Das einzige Verbrechen, das ein Schriftsteller begehen kann, ist, über Sachen zu schreiben, die ihn nicht wirklich interessieren. Man merkt das sofort, wenn etwas kalkuliert ist: Da schlägt kein Herz", sagte Jakob Arjouni einmal.
Und von seinem ersten Buch Happy Birthday, Türke! an, das Arjouni als 21-Jähriger publizierte, war viel Emotion, Humor und Leben in den Büchern dieses Autors, der mit dem deutsch-türkischen Schnüffler Kemal Kayankaya, eine ebenso schlagfertige wie schlagkräftige Krimi-Kultfigur geschaffen hat.
Den an Hammett und Chandler geschulten Arjouni auf seine fünf Kayankaya-Bücher zu reduzieren griffe zu kurz. Sein Theaterstücke, Romane und Erzählungen umfassendes Werk ist trotz aller stilistischen Leichtfüßigkeit vielschichtiger, als es auf den ersten Blick scheint - auch was die stets präsenten gesellschaftspolitischen Themen betrifft.
Arjouni, der 1964 in Frankfurt am Main als Sohn des Dramatikers Hans G. Michelsen geboren wurde und den Nachnamen seiner ersten Frau annahm, ist am Mittwoch, wie der Diogenes-Verlag meldet, in Berlin einer Krebskrankheit erlegen. (steg, DER STANDARD, 18.1.2013)
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Er hat mich 25 Jahre lang, ein halbes Leben, mit seinen Texten begleitet. Und ich habe mit dem Zuklappen des Buchdeckels jedes Mal sehnsüchtig auf den nächsten Roman gewartet. Er war mein Held. Eigenartig – aber es ist als ob man einen Freund verliert.
mein herz weint!
gerne gelesen,
gerne zugehoert,
gerne gesprochen.
lieber jakob arjouni, auch dich hat diese heimtueckische erkrankung geholt...... du wirst immer bei uns bleiben. du hast fuer genuessliche minuten, stunden, tage,.....gesorgt.
ruhe in frieden.
Demnach wohl der letzte (und für mich bis dahin beste) Kayankaya-Roman, feinste Satire, die kaum eines der Vorurteile-Themen auslässt.
Lässiger haben nur wenige Deutsche über die heiklen Verhältnisse geschrieben.
Zum Tod fällt mir längst nichts mehr ein, außer, dass er auffallend oft fies ist.
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