Krimiautor Jakob Arjouni 48-jährig gestorben

17. Jänner 2013, 13:07

Der deutsche Schriftsteller erlangte große Popularität als Erfinder des Privatdetektivs Kemal Kayankaya

Berlin - "Das einzige Verbrechen, das ein Schriftsteller begehen kann, ist, über Sachen zu schreiben, die ihn nicht wirklich interessieren. Man merkt das sofort, wenn etwas kalkuliert ist: Da schlägt kein Herz", sagte Jakob Arjouni einmal.

Und von seinem ersten Buch Happy Birthday, Türke! an, das Arjouni als 21-Jähriger publizierte, war viel Emotion, Humor und Leben in den Büchern dieses Autors, der mit dem deutsch-türkischen Schnüffler Kemal Kayankaya, eine ebenso schlagfertige wie schlagkräftige Krimi-Kultfigur geschaffen hat.

Den an Hammett und Chandler geschulten Arjouni auf seine fünf Kayankaya-Bücher zu reduzieren griffe zu kurz. Sein Theaterstücke, Romane und Erzählungen umfassendes Werk ist trotz aller stilistischen Leichtfüßigkeit vielschichtiger, als es auf den ersten Blick scheint - auch was die stets präsenten gesellschaftspolitischen Themen betrifft.

Arjouni, der 1964 in Frankfurt am Main als Sohn des Dramatikers Hans G. Michelsen geboren wurde und den Nachnamen seiner ersten Frau annahm, ist am Mittwoch, wie der Diogenes-Verlag meldet, in Berlin einer Krebskrankheit erlegen. (steg, DER STANDARD, 18.1.2013)

Manuell moderiertes Forum In diesem Forum werden sämtliche Postings manuell geprüft. Wir ersuchen daher um Geduld bei der Freischaltung.

Kommentar posten
13 Postings
Sehr traurig!

Die Welt ist wieder um einen guten Typ ärmer geworden!

... als ob man einen Freund verliert

Er hat mich 25 Jahre lang, ein halbes Leben, mit seinen Texten begleitet. Und ich habe mit dem Zuklappen des Buchdeckels jedes Mal sehnsüchtig auf den nächsten Roman gewartet. Er war mein Held. Eigenartig – aber es ist als ob man einen Freund verliert.

ein großer verlust

ich werde seiner heute abend nach dem motto des zweiten kayankaya gedenken

Das macht mich sehr traurig

Ich habe immer gehofft, er schreibt eines Tages noch ein paar Kayankayaromane.

rip..

..und danke.

mein herz weint!

gerne gelesen,
gerne zugehoert,
gerne gesprochen.

lieber jakob arjouni, auch dich hat diese heimtueckische erkrankung geholt...... du wirst immer bei uns bleiben. du hast fuer genuessliche minuten, stunden, tage,.....gesorgt.

ruhe in frieden.

Immer gerne gelesen. Tut mir sehr leid.

Er war weit mehr als ein Krimiautor- mit 'Hausaufgaben' hat er einen sensationell bösen Roman geschrieben. Sehr schade, ich hätte gerne noch viel mehr von ihm gelesen....

nein, is net wahr....

oje - doch wahr....

Das ist sehr traurig. Ich liebe seinen Kayankaya!

ein pionier. fare thee well jakob

oje, mein beileid...

...seine texte haben mich immer sehr erheitert. werde wohl wieder demnächst eines lesen müssen! goodbye!

Unbedingt: "Bruder Kemal".

Demnach wohl der letzte (und für mich bis dahin beste) Kayankaya-Roman, feinste Satire, die kaum eines der Vorurteile-Themen auslässt.
Lässiger haben nur wenige Deutsche über die heiklen Verhältnisse geschrieben.
Zum Tod fällt mir längst nichts mehr ein, außer, dass er auffallend oft fies ist.

danke für den tipp...

...werd ihn beherzigen!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.