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Auf Überraschungen sollte man in der Salzburger Spekulationsaffäre zwar mittlerweile vorbereitet sein, ein Fall lässt aber selbst hartgesottene Finanzprofis erschauern. Zur Ertragsmaximierung waren für das Land nämlich Spekulationsgeschäfte auf das erhöhte Pleiterisiko Österreichs kein Tabu. Dass derartige Geschäfte letztlich dann doch nicht getätigt wurden, hatte nicht etwa moralische Gründe, sondern lag an der Gefahr, dass dazu benötigte Geschäftspartner über den Jordan gehen könnten.
Die Salzburger Vorkommnisse Anfang 2009 im Einzelnen: Das Derivateportfolio war durch die Lehman-Pleite im Herbst des Vorjahres massiv in Mitleidenschaft gezogen worden. "Die Bewertung veränderte sich dabei von 168 Mio. Euro am 6. 10. 2008 auf 147 Mio. Euro am 7. 10. 2008 und auf 102 Mio. Euro am 8. 10. 2008." Es wurde also innerhalb dreier Tage ein Absturz von 66 Millionen verzeichnet.
In den nächsten Monaten wurde dieses niedrige Niveau in etwa konstant gehalten, allerdings war das Risiko des Portfolios "sehr erheblich" gestiegen. Vor diesem Hintergrund diskutierte der Finanzbeirat unter der Leitung von Hofrat Eduard Paulus Anfang 2009 neue Investitionsmöglichkeiten - und schloss dabei die zusehends kolportierte Pleitegefahr Österreichs mit ein.
Die Überlegung damals: Sollte die Republik wegen des massiven Ostengagements der heimischen Banken in ernste Schieflage geraten, könnte man über den "Verkauf von Ausfallsrisiko der Republik Österreich im Swapformat" profitieren. Einfacher ausgedrückt: Die Experten Salzburgs hatten diskutiert, Investoren gegen die Pleite der Republik zu versichern und so Prämien zu generieren. Die Voraussetzungen waren gegeben: Die in "CDS-Spreads" gemessene Ausfallsgefahr war 100 Basispunkte nach oben geklettert. Das Risiko österreichischer Staatsanleihen "liegt somit gleichauf mit jenem griechischer, während für Länder wie Italien, Belgien, Spanien und Portugal bereits eine geringere Ausfallswahrscheinlichkeit" bestand.
Dass diese Geschäfte nicht zustande kamen, hatte einen triftigen Grund. Es wurde befürchtet, dass "zu dem eigentlich gewollten Risiko der Republik Österreich auch das nichtgewollte Ausfallsrisiko des Emittenten" hinzukomme. Die für das Geschäft benötigte Bank als Partnerin könnte ja bankrottgehen, und die Profite könnten sich somit in Luft auflösen. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, 17.1.2013)
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Braucht man jetzt noch ein argument dafür, dass man den bundesländer die finanzhoheit entziehen muss?!?!!
Und fragt sich noch jemand, wieso die politiker noch immer keine regelungen für den finanzmarkt zustande gebracht haben?!! Da könnte man auch einem computersüchtigen halbwüchsigen sagen, er solle sich regeln für seinen computerzugang geben.
Ich hab schon öfters meine Verwunderung darüber ausgedrückt dass in der ganzen Persönlichkeitsstruktur grundkonservative Menschen -das sind unsere Polis und Beamten, zumindest jene der Mitte-Parteien- flugs zu wilden Hasardeuren mutieren.
Dabei werden sie in privaten (Geld)-Angelegenheiten weiter genauso bieder agieren wie ehedem. Also liegts daran dass es zuwenig Kontrolle beim Umgang mit öffentlichen Geldern gibt.
Unsere Politiker und Beamte in leitender Position leiden unter ausgesprochener Zwanghaftigkeit. Wenn Sie unter dem Zwang leiden, ein guter, strenger, erfolgreicher Mensch zu sein und nun etwa mit der Betreuung eines Wertpapierdepots betraut sind, werden sie alles dafür tun, dass dieses Depot im Plus bleibt. Alles! Risiko, dreckige Tricks, Verbrechen, alles ist erlaubt, weil es ja der übergeordneten, ins Göttliche hoch stilisieren Sache dient. Ein braver Mensch würde ja auch nie jemanden töten. Außer der Kaiser befielt es. An dieser Ambivalenz leidet Österreich seit jeher. Wir müssen zwar brave Untertanen, aber gleichzeitig auch sehr energisch sein. Die Österreicher waren ja immer Untertanen und Herren zur gleichen Zeit.
Naja, vielleicht ein wenig überzeichnet und in gewisser Weise trifft das für alle Länder zu da ja alle ein Feudalsystem hinter sich haben. Aber wir sollen ja auch herausragende KZ-Wärter gewesen sein, da wurde auch nichts hinterfragt, nur erfüllt.
aber Österreich ist nun mal das Geburtsland der Neurose und das sollten wir schon anprangern, dass heute jene die Führung inne haben, deren Eltern im, vor oder nach dem 3. Reich sozialisiert wurden. da wird weder das Feudalsystem, noch den Nationalsozialismus aufgearbeitet haben, haben wir eben heute den Salat. Und das schlimmste ist, dass dass alles fein säuberlich n die nächste Generation weiter gegeben wird.
Solange sie nur die Versicherungen ausgegeben haben sehe ich keine Problem. Ich finde Staaten sollten das sowieso öfters machen. Jeder Investor der blöd genug ist mit jemandem zu wetten der direkt auf den Ausgang der Wette Einfluss nehmen kann und besser informiert ist, ist selber schuld.
uns natürlich alle zurecht, aber man sollte nicht vergessen, dass dies genau jenes menschenverachtende Anlegersystem ist, mit welchem auf Pleiten, auf Nahrungsmittelpreise (damit verbunden auf Hungersnot) und Staatsbankrotte gewettet wird - somit im Kern der eigentliche Hintergrund für die weltweite Wirtschaftskrise.
dass in Salzburg keine/r der KapazunderInnen (mit Ausnahme der bis oben angepatzten Landesbediensteten) wusste/n, was da abgeht? Und diesen Personen will man ein Bundesland anvertrauen? Okay, eher als Haslauer, aber das ist so wie die Frage, ob man sein Haus eher einem Tsunami oder einem Hurrikan aussetzen möchte.
Als der credit spread auf die Republik bei 2%-3% war haben genau ALLE oesterreichischen Grossbanken und Versicherungen protection auf Oesterreich verkauft. Es gab gar nicht so viele counterparties wie deals vorhanden waren. Logische Begruendung: wenn der Staat zahlungsunfaehig wird sind ein paar 100 Mio Verlust aus gegebener Kreditversicherung das geringste Problem. Also war es auch logisch fuer Sbg (und natuerlich Land Noe), das mitzumachen. Als cds direkt, ergo kein Emittentenrisiko. Was spricht dagegen? Der Staat lebt weiter und die Deals haben riesige Gewinne gebracht als der cds wieder auf 0.5% zurueckging. Alles gut ;)
Dieses Thema ist schon OK - es laesst sich halt publizistisch populistisch einfach missbrauchen weil es zu viele Halbwissende gibt.
Es muss das Grunduebel angepackt werden!
-Verbot von spekulativen Finanztransaktionen durch oeffentliche Institutionen!
- Sicherungsgeschaefte sind erlaubt, es gibt eine ausreichende Regelung in IAS 39!
- Durchfuehrung durch eine kompetente (Oebfa) und unabhaengige (also doch nicht Oebfa) Stelle!
- Einstellen von richtigen Experten (nicht selbsternannten), die sich zur Abwechslung wirklich auskennen und nicht nur WU Halbwissen haben!
So schwierig waere das alles gar nicht umzusetzen aber es wird nicht geschehen weil in unserer Demokratie weiterhin Leute wie Brenner mitredenkoennen!
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