Basis wird Bild

16. Jänner 2013, 18:08
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Arbeiten von Jenni Tischer

Wien - Ein Rahmen wird zum eigentlichen Objekt, Text zum form- und nicht etwa inhaltgebenden Material. In Jenni Tischers Arbeiten scheinen sich die Rollen künstlerischer Produktion oft umzukehren: An Webrahmen erinnernde Objekte stehen wie Leinwände auf einer Art Staffelei, die Bespannung - im Grunde also die konstruktive Basis angewandter Textilkunst - wird bei Tischer allerdings zu einer geometrischen Komposition.

Die 1979 in Heidelberg geborene Künstlerin hinterfragt die bildkonstituierende Macht des Rahmens ebenso wie den Akt der künstlerischen Produktion, das Handwerk. Second Third Fourth Maker heißt ihre Ausstellung in der Galerie Krobath in Wien

Der Titel spielt mit dem von Anthony Ashley-Cooper im 18. Jahrhundert geprägten Begriff vom Künstler als zweitem Schöpfer nach Gott. Tischer deutet mit dem dritten und vierten "Macher" an, dass moderne Autorschaft viele Stufen - Aneignung, Diskurs etc. - durchläuft. Ihre Arbeiten sind modellhafte Behauptungen, kritische Konstruktionen, die sich durch die Ästhetik von Material und Komposition beim Betrachter angenehm einschmeicheln und in Erinnerung halten.   (Anne Katrin Feßler, DER STANDARD, 17.1.2013)

Bis 16. 2. , Galerie Krobath, Eschenbachgasse 9, 1010 Wien

 

  • Bildbestimmende Elemente, Rahmen oder - wie hier - das abstrahierte, konstruktive Geflecht eines Webstücks werden bei Jenni Tischer zu Bildgegenständen: "Small Blue with Woven Detail" (2012).
    foto: tischer / galerie krobath

    Bildbestimmende Elemente, Rahmen oder - wie hier - das abstrahierte, konstruktive Geflecht eines Webstücks werden bei Jenni Tischer zu Bildgegenständen: "Small Blue with Woven Detail" (2012).

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