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vergrößern 600x400Hans Platzgumers aktuelles Trio Convertible.
Wien - Vor einem Vierteljahrhundert war die heimische Undergroundmusik noch handgestrickt und selbstverwaltet. Und die wenigen Clubs im Land, in denen das Harte, Raue, Ungewöhnliche zu hören war, wurden von einem zu schnell in die Höhe geschossenen jungen Mann bestimmt, der sich gern von Semmeln mit Schokoladetafeln statt Wurstscheiben drin ernährte.
Die Bohnenstange klemmte sich beherzt die Gitarre unter die Achsel, krümmte sich über das Mikrofon und quengelte mit kindlicher Stimme zu herzhaften Rüpeleien aus der generös durchpflügten Rockgeschichte zwischen Deep Purple, Queen und Sonic Youth, dass es ein Gotterbarmen war.
Platten diverser Bandprojekte wie Capers, HP Zinker, KÖB wurden im Halbjahrestakt veröffentlicht. Wenn sich Platzgumer von Wien aus bis an den Bodensee gespielt hatte, wurden in Ostösterreich in Lokalen wie dem alten Chelsea, der Aegidigasse oder im Wuk schon wieder neue Konzertankündigungen plakatiert.
Der 1969 in Innsbruck geborene Hans Platzgumer zog nach Zwischenstationen in Wien, Berlin, New York und Hamburg später die Notbremse einer Familiengründung. Heute ist er am Bodensee ansässig, hat Filmmusik studiert und auf Heimelektronik umgelernt. Er produziert Hörspiel- und Theatersoundtracks unter anderem für den Bayerischen Rundfunk, erkundete im Projekt Aura Anthropica den Falco in sich und lässt es neben einem in den Nullerjahren äußerst erfolgreichen Electro-Clash-Projekt namens Queen of Japan gitarrenmäßig etwas gesitteter und in größeren Abständen krachen.
Sein aktuelles Trio Convertible muss öfters pausieren, weil Platzgumer mittlerweile auch literarisch arbeitet. Es liegen bis dato die autobiografische Arbeit Expedition und drei Romane vor, darunter der von der Kritik gelobte Tschernobyl-Roman Elefantenfuß. Soeben hat Platzgumer im Limbus-Verlag auch gemeinsam mit dem Salzburger Didi Neidhart den kämpferischen Essay Musik = Müll über die popmusikalischen Entwertungsketten Downloads und Youtube veröffentlicht, ein Werk fernab pseudoakademischer Verklausulierungen.
Heute, Donnerstag, präsentiert Platzgumer im Wiener Rhiz mit Gästen wie Miles Me Deaf, Mussurunga oder Sleep Sleep und seiner derzeitigen Stammband nicht nur das neue, auf dem Wiener Label Konkord erscheinende Convertible-Album The Growing Of Things. Auch die bei Noise Appeal zeitgleich erscheinende Vinylbox alter HP-Zinker-Titel namens Singles Box 1989-1994 wird live interpretiert werden. (Christian Schachinger, DER STANDARD, 17.1.2013)
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Habe ihn als 16-jähriges Milchbuberl gesehen. Beeindruckend, wie er mit seiner Gitarre und Fiepsstimme das Publikum in seinen Bann gezogen hat.
Jahre später wieder angeschaut. Da war er schon so erfolgreich, dass er das Publikum 1 1/2 h warten ließ und dann mit größter Unlust einen richtigen Schmarrn herunterspielte.
Da hat es mich dann auch gekrümmt.
Hab noch vier Zinker-Platten im Regal stehen (darunter die fabulöse Live-Platte: From Bosten to Schwertberg). Wenn die damals einen echten Schlagzeuger gehabt hätten, würde ich mir die Scheiben wohl heute noch öfters anhören.
Übrigens: Mile me deaf, nix Miles.
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