Neues Messverfahren für Richtungshören

16. Jänner 2013, 15:36
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Deutsche Forscher entwickeln ein System, mit dem es möglich sein soll, das Richtungshören von Kindern genauer zu erheben und zu diagnostizieren

Oldenburg - Forscher der Jade Hochschule entwickeln derzeit ein Verfahren um zu messen, inwieweit Kinder hören können, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt. Ziel des Forschungsprojektes ist es, Kliniken, Arztpraxen, Hörgeräte-Akustikern oder Beratungsstellen für Hörgeschädigte ein einfach bedienbares, weitgehend automatisiertes Verfahren zur Verfügung zu stellen, mit dem das Richtungshören überprüft werden kann.

"Das Verfahren könnte sowohl im Bereich der Diagnostik zur genaueren Untersuchung der Hörentwicklung als auch in der Rehabilitation von Hörstörungen eingesetzt werden", sagt Projektleiter Karsten Plotz vom Institut für Hörtechnik und Audiologie der Jade Hochschule.

Derzeit ist ein Prototyp im Einsatz, bei dem Lautsprecher im Halbkreis um das Kind aufgebaut sind ("Mainzer-Kindertische"). Das neue Verfahren der Jade Hochschule positioniert die Klangquellen im Lautsprecherhalbkreis virtuell, wodurch die Anzahl der wahrgenommenen Geräuschquellen beliebig erhöht werden kann. Die Messungen sollen durch diese virtuelle Akustik genauere Ergebnisse liefern, so die Hoffnung der Experten.

Um die Richtungsangaben der Probanden automatisch, genau und in Echtzeit zu erfassen, entwickeln Forscher der Jade Hochschule zusätzlich ein optisches 3D-Messsystem. Die Kinder erhalten eine Kappe und ein Zeigeinstrument - ähnlich einem "Laserschwert". Dreht das Kind seinen Kopf in Richtung der Geräuschquelle und zeigt auf die gehörte Quelle, wird durch ein direktes Anzeigen der Richtung ein optisches Feedback erzeugt. Gleichzeitig werden die Bewegungen optisch erfasst und die Daten automatisch mit den Audiodaten zusammengeführt. (red, derStandard.at, 16.1.2013)

  • Bei der Probemessung zeigt die Probandin mit einem "Laserschwert" auf die Geräuschquelle.
    foto: piet meyer

    Bei der Probemessung zeigt die Probandin mit einem "Laserschwert" auf die Geräuschquelle.

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