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Wie lernen Kinder am schnellsten Deutsch?

"Bücher waren mir immens wichtig", sagt der Schriftsteller Michael Stavarič über seine Deutsch-Anfänge.

Monika Bratic haben deutschsprachige Fernsehsendungen geholfen Deutsch zu lernen.
Michael Stavarič war sieben Jahre alt, als er mit seinen Eltern 1979 aus der damaligen Tschechoslowakei nach Österreich kam. Er besuchte gleich die zweite Klasse Volksschule in Österreich, von dem Zeitpunkt an wuchs er zweisprachig auf. Deutsch gelernt hat er vor allem durch Zuhören und Lesen. "Bücher waren mir immens wichtig - und auch wenn ich so manches nicht verstand, erschloss sich mir zumeist der Sinn", sagt der Schriftsteller heute. Außerdem hatte er das Glück, auf engagierte Lehrer zu treffen, die ihn förderten. Von Anfang an bemühte sich Stavarič, dass sich der Gebrauch beider Muttersprachen die Waage hält.
Wie lernen Kinder am schnellsten Deutsch? Integrationsstaatssekretär Kurz fordert, dass Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen in die Vorschule gehen müssen. Für Quereinsteiger kann er sich auch spezielle Sommerkurse vorstellen. Auf daStandard.at beschreiben ehemalige QuereinsteigerInnen und jetzige RedakteurInnen, wie es ihnen ergangen ist.
Auf Twitter berichtete Monika Bratic ihre Erfahrungen. Sie war fünf Jahre alt, als sich ihre Eltern entschlossen, von Serbien nach Österreich zu kommen. In Wien lernte sie sehr schnell Deutsch. "Wir haben im 11. Bezirk in einer Gartensiedlung gewohnt, ich war den ganzen Tag mit meiner Nachbarsfreundin unterwegs. Am Anfang habe ich überhaupt nichts verstanden, mit der Zeit habe ich aber dazugelernt", sagt sie im Gespräch mit derStandard.at.
In der Schule habe sie mit niemandem Serbisch sprechen können, das habe ihr geholfen, innerhalb von zwei bis drei Monaten Deutsch zu lernen. Heute ist Bratic Journalistin und arbeitet im ORF-Kommunikationsteam. Gut erinnern kann sie sich an den Moment, als sie zum ersten Mal nur von anderssprachigen Kindern umgeben war. Es war in der Schule. "Wir sind in einem Sesselkreis gesessen, und jeder musste erzählen, was sein Lieblingstier ist. Ich hatte keine Ahnung, was ich sagen soll. Ich habe einfach den Satz, den ein Mädchen vor mir gesagt hat, nachgesprochen."
Überhaupt habe sie viel zugehört, sagt Bratic. Geholfen hätten ihr etwa deutschsprachige Fernsehsendungen. "Ich habe meine Hausübungen gemacht und dann Batman und Robin oder 'Am dam des' gesehen. Da habe ich viel aufgeschnappt."
Für Bratic hat es keine andere Möglichkeit gegeben, "ich musste einfach Deutsch lernen". Über ihre Sprachanfänge sagt die Journalistin: "Ich war mit Sicherheit nervös, aber nicht angsterfüllt. Zu Hause wurde weiterhin Vlachisch gesprochen."
Auch Stavarič erinnert sich an den Moment, als er zum ersten Mal von fremdsprachigen Kindern umgeben war. Und wie schwierig es für ihn war, plötzlich gar nichts mehr zu verstehen: "Es war manchmal frei nach dem Motto: Augen zu und durch."
Der Schriftsteller und Kinderbuchautor ist der Ansicht, dass es für Kinder wesentlich einfacher als für Erwachsene ist, eine Sprache zu erlernen. "Mir hat das Tschechische sicher dabei geholfen, Deutsch zu lernen - nämlich relativ schnell die neue und fremde Grammatik zu begreifen."
Von dem aktuellen Vorschlag, SchülerInnen mit mangelnden Deutschkenntnissen in die Vorschule zu geben, hält Bratic wenig. Sie fände es besser, wenn alle Kinder die Vorschule besuchen würden. Es habe keinen Sinn, Klassen mit Ausländerkindern zu füllen. "Kinder lernen auch voneinander und schauen sich Sachen ab."
Derartige Vorschulklassen würden den Prozess des Deutschlernens eher verlangsamen, glaubt die Journalistin. Das Problem werde künstlich aufgebauscht. "Die Kinder lernen Deutsch, wir haben auch alle Deutsch gelernt." In ihrer eigenen Klasse seien vier Kinder mit Migrationshintergrund gesessen, aber alle hätten eine andere Sprache gesprochen. Deutsch war damit die Hauptsprache, deswegen habe sie die Sprache auch schnell gelernt.
Auch Stavarič kann dem Vorstoß von Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) zu Vorschulklassen für nichtdeutschsprachige Kinder nichts abgewinnen: "Ich selbst bin in Österreich mit null Deutschkenntnissen in die zweite Klasse Volksschule eingestiegen. Mit einer einzigen Erleichterung: Ich wurde in diesem Jahr nicht in Deutsch beurteilt. Im Zeugnis fand sich erst in der dritten Klasse Volksschule eine Note."
Er sieht die Maßnahme eher als Stigmatisierung, gerade Kinder dürfe man keinesfalls unterschätzen. Engagierte Lehrer in der "normalen" Schule seien dabei gewiss um vieles hilfreicher als irgendeine Vorschule. (Marie-Theres Egyed, derStandard.at, 22.1.2013)
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LERNEN bedeutet "Fährten dews Lebens verfolgen, eigene Erfahrungen sammeln".
Es muss etwas sein, was uns ZIEHT, wenn wir Fährten folgen.
Darum ist in der neuen Ich-kann-Schule nicht Druck sondern SOG das Grundprinzip. Wenn ich selbst von meiner Sprache begeistert bin und sie liebe, habe ich als LEHRER eine ganz andere Wirkung als wenn ich sie hasse und Angst davor habe, weil ich als Kind mich auch nur immer damit herumquälen musste.
Wenn wir konkret untersuchen würden, wie Lehrer zu ihrer Sprache konkret steten und was sie dadurch bewirken, wären viele Probleme der Schüler damit auf einmal sehr viel verständlicher.
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe
Wenn in der Klasse des Herrn Stavaric nur 4 fremdsprachige Kinder gesessen sind, ist alles klar. Ein Kind, das will, lernt rasch Deutsch. Ausserdem konnte er offenbar gut Tschechisch, auch die Grammatik.
Auch Frau Bratic war offensichtlich in einer Umgebung mit deutschsprachiger Mehrheit und lernbegierig.
Völlig anders ist dies bei einer fremdsprachigen Mehrheit (12 Türken, 5 Serben, 3 mit verschiedenen Sprachen und 4 deutschsprachige.
Noch dazu, wenn die meisten fremdsprachigen ihre eigene Muttersprache nicht gut können.
Wer soll da was lernen?
Da hätte ich eine Frage. Warum dürfen im Gymnasium Studenten Unterrichten (auch Deutsch??' 10 jährige Kids sollten die Sprache auch schriftlich beherrschen - wird überhaupt nicht gefördert Wie sollen dann auch die nicht ausländische Kids lernen??? Sorry, das Schulsystem fällt in.....
... dass Kinder Sprachen schnell lernen, vor allem dann, wenn sie in einer Gruppe anderssprachiger Kinder sind, ist allgemein bekannt und auch belegt. Der Hase im Pfeffer liegt an anderer Stelle:
She. Bratic: " In ihrer eigenen Klasse seien vier Kinder mit Migrationshintergrund gesessen, aber alle hätten eine andere Sprache gesprochen."
Das war vor etlichen Jahren, die heutige Situation ist aber eine ganz andere: Bis zu 3/4 der Erstklassler sind anderssprachig, von diesen sind wieder etliche einer einzigen Sprache zugehörig.
Von den 1/4 mit deutscher Elternsprache zu verlangen, den rechlichen 3/4 abseits der Unterrichtsstunde Deutsch beizubringen, ist wohl etwas zu viel verlangt, oder?
Kinder lernen voneinander leider auch eine "Eigen(art)sprache", also Phrasen die dann nur mehr schwer auszubessern sind- wie etwa im "Gemma Billa" in HSKlassen Usus:)Ein korrektes Vorbild in Form der Lehrperson die auf Umgang mit Spracherwerb geschult/erfahren ist,kann kein Ghetto erzeugen (auch und vor allem in einem Vorschulklassenbetrieb mit Schwerpunktausrichtung Zweitspracherwerb), sondern qualifizierten effizienten Spracherwerb bedeuten, so das parteiunabhängig betrachtet werden würde- oder unabhängig von Denkmodellen etlicher "Experten" aus dem hohen Theorieturm:)
In der Ich-kann-Schule achte ich auf 3 Qualitäten:
+ WAS jemand tut,
+ WIE er es tut, und das Entscheidende ist
+ IN WELCHEM GEISTE er es tut.
Stigmatisierung entsteht immer dort, wo niemand auf den dritten Punkt achte: IN WELCHEM GEISTE etwas getan wird. Letztlich hat alles, was wir tun oder nicht tun, stigmatisierende = SUGGESTIVE Wirkung.
Mit Coués weltweit erfolgreicher AUTOSUGGESTION könn(t)en wir seit hundert Jahren lernen, wie das praktisch geht, und damit der SUGGESTIVEN Wirkung von uns und anderen eine entscheidende, neue Bedeutung geben. Guten Erfolg!
Franz Joisef Neffe
Die Methode ist doch meist durch die Effizeinz bestätigt.....klapp´s oder klappt´s nicht. Mich würde mehr interessieren, wie´s umgekehrt klappen würden. Ein Österreicher soll im ehemaligen Ostblock die dortige Sprache lernen. Wer unterstützt, wer zahlt ??? Mit vielem Dank für die Sozialisierungaufgabe der Österreicher! PS mein Missmut wird durch benachbarte ROMA angeheizt! :-((
auch Deutsch im südlichen Nachbarland von Österreich durch ORF 1 und 2.
Aber seit dem es Satschüsseln gibt - kann jeder 100er Programme empfangen. Und was sehen die Leute gerne die in Österreich sind und nicht deutsch können ?Programme aus ihrer Heimat. Somit ist der "Lerneffekt " der neuen Sprache gleich Null.
Deutlich wurde es in einem Standardartikel über ein neues UMF Wohnheim in Graz - die Burschen haben alle TV in ihren Zimmern, dort läuft das Programm aus Afghanistan und daneben liegen die Bücher vom Deutschkurs....
http://derstandard.at/133120726... eftsmodell
Gäbe es nur deuschsprachige Fernsehprogramme , dann müssten sie zwangsläufig die Sprache lernen.
... ist doch politisch sowieso schon inkorrekt!
Nachdem es in unserer Nationalhymne nun "Töchter und Söhne" heißen muß, gibt es als Alternative nur ein zulässiges Wort:
ELTERNSPRACHE - Und siehe da, davon kann es auch zwei geben, oder etwa nicht?
Wenn ein sechsjähriges Kind nicht in der Lage ist, dem Schulunterricht zu folgen, bekommt es hierzulande in guten Schulen (leider noch nicht in allen) eine zweite Chance. Anstatt für die Mitschüler zur Lachnummer zu werden, wird es in einer eigenen Klasse noch ein Jahr auf die Schule vorbereitet. In der Regel reicht das, um die Defizite aufzuholen.
und noch was: wenn die migrantInnen so schlecht deutsch lernen, was ich mir ja noch irgendwo einreden lasse, die gründe dafür aber sicherlich nicht am migrantinnenanteil in der schule lliegen, sondern oft wo ganz anders, dann müsste ja die schlussfolgerung sein, dass alle "echten" österreichischen kinder super sind in deutsch. komisch, bei mir in der schule hatten nicht alle 1er und 2er. und dialekt als "richtiges" deutsch konnte auch nicht verkauft werden. gut, verständigen konnten sie sich, aber manche wurden trotzdem nicht verstanden.
ja, es mag viele klassen geben, wo der migrantInnenanteil hoch ist. nur sollte man sich auch mal fragen, wie auf die zahlen gekommen wird. da bekommen kinder den fragebogen bzw. die eltern, wo steht, muttersprache - bitte zutreffendes ankreuzen. so, jz haben wir natürlilch beispielsweise ein kind, dessen eltern aus der türkei. die kreuzen natürlich die jeweilige muttersprache an. dass die kinder aber hier geboren sind und zum teil über ausgezeichnete deutschkenntnisse verfügen, steht dann in keiner statistik sondern nur - in der schule hockt ein ausländerkind. dieser aspekt wird eigentlich nie erwähnt: v.a. ist das für die kinder eine identitätsfrage. die fühlen sich z.T. nicht mehr als ausländer, aber die werden statistisch so wahrgenommen
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