Umstrittene Korrelationen: Cannabis & IQ-Verlust und Nobelpreise & Milch

15. Jänner 2013, 18:20

Umstrittene Korrelation I: Cannabis und IQ-Verlust 

Im August des Vorjahrs berichteten US-Forscher, dass Hanfkonsum das zentrale Nervensystem unwiderruflich schädigen und den Intelligenzquotienten (IQ) senken würde. Die im Fachblatt PNAS veröffentlichte Studie, die auf Daten von rund 1000 Neuseeländern des Geburtsjahrgangs 1972/73 basierte, hat nun zu einer kritischen Gegenreaktion (ebenfalls in PNAS) geführt: Der norwegische Forscher Ole Rogeberg versucht in seiner Studie nämlich zu zeigen, dass nicht der Cannabiskonsum den IQ geschrumpft habe, sondern die sozialen und wirtschaftlichen Umstände des Lebens der Testpersonen. (tasch)

Abstracts

Umstrittene Korrelation 2: Nobelpreise und Milch 

Schweden hat die meisten Nobelpreisträger pro zehn Millionen Einwohner (nämlich 33), knapp gefolgt von der Schweiz (32). China hingegen - von den in der Statistik aufscheinenden Ländern - die wenigsten. Forscher verglichen 2012 im "New England Journal of Medicine" diese Rangliste mit dem Schoko-Verbrauch und entdeckten einen eindeutigen Zusammenhang. Nun legen Forscher im Fachblatt "Practical Neurology" nach: Womöglich liegt es ja am Milchkonsum, denn auch hier gibt es einen eindeutigen Zusammenhang. Und Milch enthält viel Vitamin D, das gut für die Hirnentwicklung ist. (tasch)

Abstract
Practical Neurology: "Milk, chocolate and Nobel prizes"

Kindheitstraumata verändern das Gehirn 

Traumatische Erlebnisse in der Kindheit haben auch handfeste Auswirkungen auf die grauen Zellen und führen zu aggressivem Verhalten. Dies berichten Forscher der ETH Lausanne (EPFL) im Fachblatt "Translational Psychiatry", denen der Nachweis dieses Zusammenhangs erstmalig bei Ratten gelungen ist. Die Veränderungen sind die gleichen, die auch bei gewalttätigen Menschen gefunden werden, die oftmals auch als Kind geschlagen wurden. Die erfreuliche Nachricht der Studie: Ein Antidepressivum kann diese Form des aggressiven Verhaltens reduzieren. (tasch, sda/DER STANDARD, 16. 1. 2013)

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