Strabag-Großinvestition muss warten

15. Jänner 2013, 18:04
6 Postings

Der Baukonzern verschiebt die millionenschweren Windkraftanlagen-Investments - zu unklar scheint die Energiepolitik

Wien - Nicht fehlender Wind, sondern fehlende Leitungen sind der Hauptgrund, warum der Baukonzern Strabag seine Windkraftpläne in der deutschen Nordsee fürs erste auf Eis gelegt hat. "Sobald sich daran etwas ändert hat, wird der Vorstand der Strabag SE die Situation neu bewerten", sagte eine Unternehmenssprecherin dem Standard.

Im Frühjahr 2011 sah man noch die Chance, im Zeitraum von zehn, 15 Jahren bis zu 850 Windräder vor der Nordseeküste aufstellen zu können. Auf Basis der im Offshore-Bereich üblichen Fünf-Megawatt-Anlagen wäre das auf eine zu installierende Leistung von rund 4000 MW hinausgelaufen. Zum Vergleich: In Österreich sind derzeit 1300 MW Windenergie installiert. Weil der zuständige Netzbetreiber Tennet finanziell überfordert ist und mit dem Bau der Leitungen zum Abtransport der Energie nicht nachkommt, stehen derzeit schon etliche Anlagen ohne Anschluss im Meer.

Bei Strabag, die einen "niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag" in das Wind-Business investiert hat, geht man von einer mindestens einjährigen Pause aus. Die Errichtung einer Fabrik in Cuxhafen, in der Beton-Schwerkraftfundamente entwickelt, gebaut und mit Spezialschiffen zu den Offshore-Standorten gebracht werden sollten, wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Weil Planungsgrundlagen fehlen, ist auch die Strabag-Mehrheitsbeteiligung an 15 Projektentwicklungsgesellschaften auf " hold". (stro, DER STANDARD, 16.1.2013)

  • Die Strabag beschäftigt knapp 77.000 Mitarbeiter.
    foto: strabag

    Die Strabag beschäftigt knapp 77.000 Mitarbeiter.

Share if you care.