Frankreich schickt weitere Truppen nach Mali

15. Jänner 2013, 21:28
  • Einsatz-Vorbereitung: Französische Soldaten erhalten Instruktionen auf einem Stützpunkt der malischen Armee in Bamako.
    foto: reuters/penney

    Einsatz-Vorbereitung: Französische Soldaten erhalten Instruktionen auf einem Stützpunkt der malischen Armee in Bamako.

Paris kündigt Entsendung von bis zu 2500 Soldaten an - Einsatz von EU-Ausbildnern wird beschleunigt

Bamako/Paris/Berlin - Frankreich hat am Dienstag angekündigt, weitere Truppen nach Mali zu verlegen. Laut Verteidigungsministerium sollen bis zu 2500 französische Soldaten in das westafrikanische Krisenland geschickt werden. Präsident François Hollande hatte mitgeteilt, derzeit seien rund 750 Soldaten in Mali im Einsatz. In der Hauptstadt Bamako trafen am Dienstag gepanzerte Militärfahrzeuge der Franzosen ein. Sie sollen sich vermutlich demnächst auf den Weg Richtung Norden machen, der von Islamisten kontrolliert wird.

Die französischen Luftangriffe konzentrierten sich in der Nacht auf Dienstag auf die Stadt Diabaly, die die Rebellen auf ihrem Vormarsch in den Süden des Landes eingenommen hatten. In der Hauptstadt Bamako berieten am Dienstag die Militärchefs der Mitgliedsländer der Regionalorganisation Ecowas, um die Stationierung einer rund 3300 Mann starken afrikanischen Kampftruppe zu beschleunigen. Sie sagten die Entsendung von Kampftruppen noch in dieser Woche zu.

Frankreichs Präsident Hollande ging am Dienstag dagegen davon aus, dass bis zum Einsatz der afrikanischen Einheiten in Mali noch "gut eine Woche" vergehen werde. Länder wie Niger, Burkina Faso, Senegal, Togo, Nigeria und Benin wollen die malische Regierung mit der Kampftruppe gegen die islamistischen Aufständischen im Land unterstützen.

Der Sicherheitsrat befürwortete in der Nacht auf Dienstag das militärische Eingreifen Frankreichs in Mali. "Alle Mitglieder haben ihre Unterstützung für die französische Position ausgedrückt", sagte der französische UN-Botschafter Gerard Araud nach der Sondersitzung in New York. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon äußerte sich positiv.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta kündigte eine "begrenzte logistische Unterstützung" des französischen Einsatzes an. Pläne, selbst Truppen zu entsenden, gebe es dagegen nicht. Logistische Hilfe haben auch Kanada, Großbritannien, Belgien und Dänemark zugesagt.

Auch Deutschland will Frankreich unter die Arme greifen. Man wolle mit Paris erörtern, wie Berlin die französische Intervention in Mali "humanitär, medizinisch oder auch logistisch-politisch unterstützen" könnte, sagt der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP). Die Entsendung deutscher Kampftruppen schloss die schwarz-gelbe Regierung aus, was von der oppositionellen SPD begrüßt wurde. Uneinig sind die Grünen. Während die außenpolitische Sprecherin Kerstin Müller Frankreichs Vorgehen "den falschen Weg" nannte, forderte Fraktionschef Jürgen Trittin Unterstützung für die französische Militär-Offensive.

Auf Wunsch Frankreichs werden die Außenminister der 27 EU-Staaten morgen, Donnerstag, bei einer Sondersitzung in Brüssel über die Krise in Mali beraten. EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sagte am Dienstag, die Union wolle die Entsendung von 200 Ausbildnern beschleunigen und ein Vorauskommando schon "in den nächsten Tagen" nach Mali schicken. Die Männer sollen nicht an Kampfeinsätzen teilnehmen. Zudem sollen finanzielle Unterstützung für die malische Regierung und die Ecowas-Truppe vereinbart werden.

Österreichs Außenminister Michael Spindelegger bezeichnete die Intervention Frankreichs in Mali als notwendig. Eine Beteiligung Österreichs an der EU-Ausbildungsmission hat das Verteidigungsministerium zuletzt abgelehnt. (Reuters, AFP, red, bau/DER STANDARD, Printausgabe, 16.1.2013)

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Kolonialisten wieder in Aufbruchstimmung!

Die armen Franzosen....

racheaktionen sind klar

was wird passieren:

die terroristen werden sich global mit islamisten u.a. feinden des westens (taliban, alkaida, usw) verbrüdern und abstimmen

die stimmung im westen anheizen (frk, salafisten brd, usw)

auch andere länder anzünden, von somalia bis sudan, von pakistan bis indonesien.

nächste runde. aber diesmal schauts aus, als ob der westenc mal nicht der unbeschränkt böse wäre (aus afghanistan wird die nato - wie vermutet - noch schneller abhauen).

ps: von anderen ländern hört man nix, wie italien oder spanien. englands revier ist das sowieso nicht, die sind pleite und kollektiv schwanger mit kate.

Aber in Syrien sind sie Freunde des Westens!

sowas in der art eben:

"Wir haben 41 britische und französische Soldaten gefangen genommen. Wir werden sie einzeln erschießen, wenn die Angriffe der Franzosen nicht aufhören", sagte Extremistenführer Omar Oud Hamaha der "Welt" per Telefon. Hamaha gilt als Anführer der "Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika" (MOJWA), einer von drei mit al-Qaida verknüpften Extremistenbewegungen, die hinter der Rebellion im Norden Malis stehen.

bild.de

asymetrische kriegsführung. nicht schön und mittlerweile perfektioniert. aber dann steigt die kriegsbereitschaft, die spirale beginnt. auch wenns für einen "guten zweck ist" in dem fall, die malibefreiung.

Mali geht uns alle an

Leider haben Frau Ashton und viele europäische Länder nicht verstanden, dass Mali uns alle angeht.
Der Terrorismus ist fast vor der Türe.
Leider war von Deutschland und Österreich nichts anderes zu erwartet. Man lässt lieber die anderen die notwendige Drecksarbeit machen und trägt möglichst wenig selbst bei. Dies widerspiegelt die Haltung von so manchem europäischen Land.

Leider war von Deutschland und Österreich nichts anderes zu erwartet

na ja von den Millitäreinsätzen Deutschlands auf der Welt haben sie wohl ziemlich wenig Ahnung. Erst mal schauen wo überall deutsche Truppen Stationiert sind, dann kritisieren. Danke.

Bei aller liebenswerten, alpenländischen Naivität..

Kostspielige militärische Dauer-Einsätze in Afghanistan, Kosovo, Irak, Patriot-Stationierung in der Türkei oder Marineschutz gegen Schiffspiraterie in Somalia zeigen: Deutschland wird allen möglichen Verpflichtungen gerecht (während Frankreich in Afghanistan zB. gar nicht vorkommt).
Bleibt also nur Österreich.
Beim militärischen Zwerg Österreich könnte Frankreich bestenfalls um ein wenig finanzielle Hilfen anfragen, allerdings wäre dann ein mächtiges Geschrei und Wehklagen und der Fingerzeig auf den leeren Geldbeutel die Folge.

In Frankreich leben ca. 1,5 Mill. Afro-Europäer
Dort hat man Angst vor Unruhen.
Die deutschen müssen nicht Weltpolizei spielen

Ich will als Österreicher grundsätzlich nicht von Deutschland irgendetwas beim Thema Außenpolitik fordern. Einen einzigen Kommentar erlaube ich mir aber: Deutschlands ist eine der größten Wirtschaftsmächte der Welt und hat eine der größten Exportindustrien der Welt. Ich persönlich bin der Meinung (ich betone nochmals: persönlich), dass mit so etwas auch eine internationale Verantwortung verbunden ist und die bindet auch die militärische Komponente ein.
Ad Österreich: Österreich könnte meiner Meinung nach wenn es erwünscht wäre, mit Aufklärungseinheiten (Jagdkommando) helfen, die haben schon im Tschad recht gute Arbeit geleistet.

brd kann gar nicht

über symbolik hinaus noch helfen.

die kapazitäten sind weitgehend erschöpft.
merkel 2006 zu libanon einsatz. ging doch (a bissl marine).

jetzt ist aber sense (bei 180.000 berufssoldaten).

aber vielleicht brauchen die battlegroups mal etwas auffrischung .... irgendwas muss passieren. wenn die amis nicht mitspielen kann europa nicht mal mali guerilla besiegen (in einem landkrieg).

..ernsthaft?

ashton hat die franzmänner doch gelobt

soll sie selber mithelfen?

achja für die eu träumer

die noch von einer europ. verteigungs- gähn ...äh sicherheitspolitik träumen:

die eu battlegroups, zwei an der zahl für das 1. HJ 2013 sind:

1. bg weimar (polen,brd,frk) - am papier, noch nicht einsatzfähig
2. bg XXX vakant, n.n., in planung, wartestellung, frei ....

wobei die bezeichnungen battlegroups nichts mit galaktischen schlachtschiffen (an feuerkraft) zu tun haben, sondern eher mit eine paar dutzend kameraden pro land, bereit zum gelegentlichen stelldichein.

Eine Übersichtskarte, damit man sich ein wenig auskennt.

http://www.france24.com/en/files/... p%20EN.jpg

Und ein interessanter New York Times Artikel.

http://www.nytimes.com/2013/01/1... anted=2&hp

Gehts da jetzt echt um die Uranminen für Frankreich

oder wieso ist sich die gesamte Welt plus Spindelegger hier einig das eingegriffen werden muss.

Ich meine wenn irgendein anderes afrikanisches Land (z.b Äthiopien) die Welt um militärische Unterstützung fragen würde glaub ich nicht das sofort Kanada, Großbritannien, Belgien Dänemark und Deutschland logisitsche Unterstützung zusagen würde.

Und wieso überhaupt Kanada??

Ich blick da überhaupt noch nicht durch....

wirtschaftliche interessen sind im gegebenen fall maximal sekundär. um es eindeutig zu sagen: die kosten des einsatzes werden den wirtschaftlichen vorteil den frankreich selbst im optimalfall in die nächsten 5-10 jahre ziehen könnte bei weitem übersteigen.

der grund warum verschiedenste länder bereits unterstützung zugesagt haben ist einfach die un-resolution 2085, die schon vor dem eingreifen frankreichs die aufstellung einer blauhelmtruppe zum schutz der territorialen integrität malis beschlossen hat.

die islamistischen gruppen hätten nach derzeitigen informationsstand wohl binnen wochen bamako eingenommen. in dieser weltregien, wo beinahe alle nachbarstaaten instabil sind, hätte die etablierung wohl einen dominoeffekt ausgelöst.

sieht man sich also die geopolitischen rahmenbedingungen an. liegt der schluss nahe, dass untätigkeit jetzt, in 2-3 jahren zu einem massiven problem führen würde. dann nämlich wäre nicht nur mali betroffen sondern die ganze sahel zone vom atlantik bis in den sudan.

in einem solchen szenario verliert nicht nur frankreich, sondern der westen an sich jede möglichkeit der einflussnahme. man darf ja auch nicht vergessen, dass es außer den paar tausend franzosen keine ernstzunehmende militärische macht in der region gibt, die -wie es scheint- gut ausgebildeten und ausgerüsteten kämpfern der al-quaida im islamischen maghreb gewachsen wären.
deshalb sah man wohl die einzige möglichkeit darin jetzt vorzugehen anstatt abzuwarten.

2 der 4 gruppen, die in mali präsent sind haben ihren ursprung in algerien. algerien wiederum sitzt im moment im un-sicherheitsrat und befürchtet -wahrscheinlich zurecht- dass ein umsturz in mali die bewegungen auch in algerien massiv stärken würde und damit zu einem ernsten sicherheitsproblem würden.

die beiden nachbarländer niger und mauretannien, liegen was den entwicklungsstand betrifft noch hinter mali zurück, muslimisch geprägt und könnten einer gut organisierten radikalislamischen bewegung, die darüber hinaus über einen ganzen staat als rückzugsgebiet verfügt noch weniger entgegensetzen als mali. in nigeria tut boko haram alles um einen bürgerkrieg zwischen christen und muslimen vom zaum zu brechen...

Wow

Danke für die lange Antwort. Interessante Sichtweise die Sie hier ansprechen.

jetzt wollte ich mich rühmen, dass levy von mir abgeschrieben hat und dann muss ich feststellen, dass er vor mir veröffentlicht hat. naja, nachdem ich ihn erst nach meinen postings gelesen habe, lass ich es trotzdem mal als unentschieden durchgehen. jedenfalls vertritt er in etwa die selbe meinung wie ich:

http://www.faz.net/aktuell/f... 26053.html

"Ich blick da überhaupt noch nicht durch...."

Das hätten sie nicht dazu schreiben müssen, das ist schon allen hier klar.

Hmm

Ich finde die Antwort von deiml echt hilfreich.

Deine Antwort kommt mehr so rüber wie eine Person die zu einer Diskussion von Anderen hinzukommt und in die Menge rülpst nur um zu zeigen das er auch noch da ist.

In diesem Sinne: ja ja bist eh da aber sorry ich bin gerade mit seriösen Argumenten von anderen Usern beschäftigt.

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