"Battle Kid", "Nomolos" und Co: Fans lassen NES weiterleben

15. Jänner 2013, 10:28
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Kleine Homebrew-Szene produziert auch heute noch Spiele auf Cartridges

Alte Konsolen erfreuen sich der Aufmerksamkeit vieler Nostalgiker. So auch das „Nintendo Entertainment System", kurz NES, des gleichnamigen japanischen Herstellers. Das letzte Spiel für die 1983 erschienene Konsole erschien 1994 und heißt "Wario's Woods". Nur in Japan sollte die Konsole selbst noch bis 2003 hergestellt werden.

Hobbyisten nutzen alte Hardware

Seitdem flimmern zwar immer noch NES-Games über zahlreiche Monitore, die Konsole selbst kommt dafür jedoch kaum zum Einsatz. Gespielt wird auf Emulatoren, die auf einem modernen Rechner so tun, als ob ein NES wären. Doch eine kleine Schar tapferer Homebrew-Entwickler leistet Widerstand und will die alte Hardware auch Jahrzehnte später noch nicht einmotten.

Die Ressourcen, für welche entwickelt wird, sind bescheiden. Unter der Haube des NES steckt ein Rico 2A03-Prozessor, der mit knapp 1,8 MHz arbeitet und auf zwei KB RAM zugriff, wobei manche Spiele zusätzlichen Speicher auf den Modulen enthielten. Auf 5,3 MHz nebst 2 KB RAM bringt es der ebenfalls von Ricoh gelieferte Grafikchip.

Pro Programm gab es auf jedem Modul 192 KB Platz, um in einer Auflösung von 256 x 224 (NTSC) bzw. 256 x 240 Pixel (PAL) Spiele auf den Schirm zu zaubern. Die Limitationen waren eng, pro Sprite konnten maximal 8 x 16 Pixel verwendet werden, gleichzeitig konnten im besten Fall 64 Sprites gleichzeitig bzw. acht pro Bildschirmzeile angezeigt werden.

Neuerscheinungen

Zu den Spieleneuerscheinungen zählen unter anderem die Titel "Battle Kid 2", "Assimilate" und "Nomolos: Storming the Catsle", die sich Wired näher angesehen hat.

Battle Kid 2

In "Battle Kid 2: Mountain of Torment", das Spiel schaffte es sogar außerhalb der Nostalgiker-Nische zu bekanntheit, führt man seinen Spielehelden in einem klassischen Plattformer durch verschiedene Welten und Bosskämpfe. Der Vorgänger war bereits gehasst und geliebt für seinen übertriebenen Schwierigkeitsgrad, die neue Ausgabe ist dank dreier Schwierigkeitsgrade etwa zugänglicher, aber immer noch enorm schwer zu meistern.

Entwickler Sivak bietet eine Demoversion für Emulatoren und iOS an. Das Spiel ist für 36 Dollar auf Cartridge erhältlich und soll im Februar wieder erhältlich sein.

Nomolos

Ebenfalls ein klassisches Sidescroller-Erlebnis liefert "Nomolos". Beim Untertitel "Storming the Catsle" handelt es sich übrigens nicht um einen Schreibfehler. Tasächlich geht es darum, Katzenkrieger Nomolos durch gefährliche Level zu lotsen, um Freund Snow aus den Fängen einer mysteriösen Macht zu befreien. Begleitet wird das Geschehen von Barockmusik.

Das Spielmodul wird für 32 Dollar verkauft, eine zwei Level umfassende Demo für Emulatoren erlaubt einen Einblick in das Spiel.

Assimilate

Eher kurios ist der Titel "Assimilate" von Nessylum Games. Es gilt, ein UFO über eine Stadt zu steuern und ahnungslose Erdlinge zu entführen, während man Geschossen und anderen Gefahren ausweicht. Sind die Menschen einmal am Schiff, stehen verschiedene Methoden der Gehirnwäsche offen - Analsonde inklusive, wobei das Spiel auf grafische Darstellung diesbezüglich verzichtet. Laut Wired punktet der Titel mit allerlei lustigen Grafiken und gelungenen Bossfights.

Das Spiel kann kostenlos heruntergeladen werden. Wer es in Form einer Cartdridge erstehen will, muss rund 38 Dollar hinlegen.

Famiclones

Wer sich schon von seinem Konsolen-Oldie getrennt hat, muss nicht unbedingt durch die Röhre schauen. In den USA sind Nintendos Patente auf die Spieleplattform seit einigen Jahren erhältlich, zumindest dort sind Nachbauten, sogenannte "Famiclones", seitdem legal erhältlich. (red, derStandard.at, 15.01.2013)

  • "Battle Kid 2": Bockschwer, aber unterhaltsam.
    foto: sivak

    "Battle Kid 2": Bockschwer, aber unterhaltsam.

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