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Der bereits abgeschriebene Expremier Silvio Berlusconi läuft im Wahlkampf zur Hochform auf. Der Cavaliere wagte sich gar in die Talkshow seines Intimfeindes Michele Santoro. Dieser brachten den 76-Jährigen zwar in Bedrängnis, doch nach drei Stunden verließ er das Studio sichtlich zufrieden. Mit Recht: Sein Bündnis legt in Umfragen stetig zu.
Umgehend forderte Berlusconi den Spitzenkandidaten der Linksallianz zum TV-Duell. Doch Pier Luigi Bersani winkte ab: Der Cavaliere sei formell " nicht Kandidat für das Amt des Premiers".
Unterdessen wurden im Innenministerium 215 Wahllisten eingereicht - einschließlich der Amore-Partei des ehemaligen Pornostars Ilona Staller alias Cicciolina. Den meisten Listen droht wegen Formfehlern allerdings der Ausschluss von der Wahl.
Der amtierende Premier Mario Monti hat mit seinem Einstieg in die Parteipolitik viel Sympathie eingebüßt: 70 Prozent der Italiener missbilligen die Entscheidung des bisher parteilosen Ökonomen, zur Wahl anzutreten. Wirtschaftsminister Corrado Passera zog sich wegen des " Rückfalls in alte Muster" zurück. (Gerhard Mumelter/DER STANDARD Printausgabe, 15.1.2012)
Minderheitenpolitik bedeutet in Südtirol vor allem Sprachpolitik. Linguistik-Professorin Stephanie Risse untersucht, wie die Südtiroler miteinander reden – und was sie damit meinen
Aufgrund eines Gesetzes zur Bekämpfung von Interessenskonflikten aus dem Jahr 1957
Mailänder Staatsanwaltschaft hatte zuvor im Fall Ruby sechs Jahre Haft für den Medienzaren gefordert
Ex-Nachtclubtänzerin Karima el Marough berichtet über Briefumschlag mit Bargeld
Die Justizprobleme von Silvio Berlusconi belasten Italiens Koalition. Er selbst stilisiert sich einmal mehr zum Justizopfer, Vizepremier Angelino Alfano nahm an einer Solidaritätskundgebung teil. Premier Enrico Letta erteilte seinem Kabinett nun Sprechverbot zum Thema.
Umfragen zeigen Cavaliere wieder vorne - PD in Nöten
Ruby-Prozess gegen italienischen Ex-Premier geht nach zwei Monaten Pause weiter
Vier Jahre wegen Steuerbetrugs in zweiter Instanz
Gewerkschafter soll italienische Sozialdemokraten aus der Krise führen
Divo Giulio oder Beelzebub? Giulio Andreotti hat ein Jahrhundert geprägt
27 Prozent der Italiener würden für Gruppierung des Medienzaren stimmen
Dem ehemaligen Premierminister drohen vier Jahre Haft
Wer sich von der neuen Regierung einen Neustart erwartet hatte, wurde enttäuscht: Auch unter Enrico Letta findet die italienische Politik nicht zu jener Ruhe, die nötig wäre, um die Krise endlich meistern zu können.
Der Ex-Premier wartet auf seine nächste Chance, sagt der Südtiroler Politologe Günther Pallaver
453 Parlamentarier stimmten für das neue Kabinett - 153 dagegen
233 Senatoren stimmten für das neue Kabinett - 58 dagegen
Zwei Carabinieri und eine Fußgängerin verletzt - Mutmaßlicher Schütze laut Angaben des Bruders nicht geistig verwirrt
Es sind neue Gesichter, die Italiens zukünftige Politik prägen sollen. Premier Enrico Letta setzt auf junge Minister und viele Frauen
Kein Minister früherer Rechts - oder Mitte/Links-Regierungen im Kabinett
Enrico Letta berichtete Präsident Giorgio Napolitano - Einige Monti-Minister sollen dem Kabinett angehören - Liste für Sonntag erwartet
Giorgio Napolitano gilt als Mann des Ausgleichs und des Dialogs
Der Publizist Beppe Severgnini glaubt daran, dass Enrico Letta genug Pragmatismus aufbringen kann, um eine Regierung für Italien zustande zu bringen
Mehr als 1000 Wahlmänner und -frauen versuchten am Donnerstag, einen Staatspräsidenten für Italien zu küren - und scheiterten: Dutzende Parteifreunde versagten PD-Chef Bersani die Gefolgschaft und stimmten nicht für dessen Kandidaten Franco Marini
Debora Serracchiani, neue Präsidentin der Region Friaul
So ist er nun mal, dieser Berlusconi. Erst setzt er sein Medienmonopol für seine eigenen Zwecke massiv ein und dann beschimpft er den politischen Gegner Monti, dass dieser sich gelegentlich in den Medien präsentiert. Den Italienern ist das kritische Konsumieren von Nachrichten regelrecht aberzogen worden. Nun sind sie viel zu leicht manipulierbar, was dieser Berlusconi natürlich für sich ausnutzt und dadurch wieder an Zustimmung gewinnt. Hat die italienische Kartellbehörde über Jahrzehnte geschlafen? Warum wurde das Meinungsmonopol nicht zerschlagen?
Nun,warum man Silvios Medienimperium nicht zerschlagen konnte, hat etwas mit der Geschichte der "alten" Republik-also die mit der DC,PSI,PCI etc.- zu tun und als er dann die Mediengewalt hatte, konnte er eben mit dieser Mediengewalt jeden Versuch, ihn seiner Macht zu berauben, torpedieren,weil die Konservativen samt Ex-Sozialisten diejenigen waren,die davon profitierten und diejenigen, die das bekämpfen wollten, wurden schnell als "Kommunisten, die unsere Freiheit beschneiden wollen" beschimpft.
Der Durschschnittsitaliener hat leider die politische Reife von australischen Schnabeltieren... Somit ist Italien ist das beste Beispiel dafür, dass Demokratie ein zweischneidiges Schwert ist (nämlich dann, wenn die Wähler nicht ein Grundmass an Reife haben).
P.s.: ich erlaube mir dieses Urteil, da ich (leider) ital. Staatsbürger bin.
Und der Durchschnittsitaliener hat auch nicht weniger politische Reife wie der Durchschnittsösterreicher - das erlaube ich mir als österreichische Staatbürgerin, aber sehr sehr oft in Italien und mit Italienern zusammen, zu sagen.
Ich denke nicht, dass in irgendeinem anderen europäischen Land (Österreich inklusive) ein Politiker wie Berlusconi nach all seinen Skandalen immer noch eine so hohe Popularität geniessen würde.
Sicher gab und gibt es in Österreich auch Politiker, die dasselbe Niveau wie Berlusconi haben (oder drunter) - aber die haben bei weitem nicht eine so grosse Zustimmung wie sie Berlusconi in Italien hat.
Das Problem ist, dass in Italien "Schlitzohrigkeit" und Kaltschnäuzigkeit als "cool" angesehen wird; daher ernten Leute wie Berlusconi trotz allem Bewunderung.
Sicherlich sind nicht alle Italiener so (ich selbst bin mit einer Italienerin verheiratet); aber der Prozensatz der Berlusconiwähler ist erschreckend hoch. Zu hoch!
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