Berlusconi schlägt sich im Wahlkampf beachtlich

Gerhard Mumelter aus Rom, 14. Jänner 2013, 17:38

Monti büßt laut Umfragen hingegen an Sympathie ein

Der bereits abgeschriebene Expremier Silvio Berlusconi läuft im Wahlkampf zur Hochform auf. Der Cavaliere wagte sich gar in die Talkshow seines Intimfeindes Michele Santoro. Dieser brachten den 76-Jährigen zwar in Bedrängnis, doch nach drei Stunden verließ er das Studio sichtlich zufrieden. Mit Recht: Sein Bündnis legt in Umfragen stetig zu.

Umgehend forderte Berlusconi den Spitzenkandidaten der Linksallianz zum TV-Duell. Doch Pier Luigi Bersani winkte ab: Der Cavaliere sei formell " nicht Kandidat für das Amt des Premiers".

Unterdessen wurden im Innenministerium 215 Wahllisten eingereicht - einschließlich der Amore-Partei des ehemaligen Pornostars Ilona Staller alias Cicciolina. Den meisten Listen droht wegen Formfehlern allerdings der Ausschluss von der Wahl.

Der amtierende Premier Mario Monti hat mit seinem Einstieg in die Parteipolitik viel Sympathie eingebüßt: 70 Prozent der Italiener missbilligen die Entscheidung des bisher parteilosen Ökonomen, zur Wahl anzutreten. Wirtschaftsminister Corrado Passera zog sich wegen des " Rückfalls in alte Muster" zurück. (Gerhard Mumelter/DER STANDARD Printausgabe, 15.1.2012)

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12 Postings

Berlusconi selbst (PdL) liegt deutlich unter 20%, das Wahlrecht (Alleanzen) macht es leider möglich, ist ja auch von diesem Kretin massgeschneidert auf die eigenen Bedürfnisse eingeführt worden.

Wählt Pepe Grillo

als Zeichen des Protestes!

ITALIENER!!! WACHT AUF!!!!

das gibts doch gar nicht!

Medienmonopol

So ist er nun mal, dieser Berlusconi. Erst setzt er sein Medienmonopol für seine eigenen Zwecke massiv ein und dann beschimpft er den politischen Gegner Monti, dass dieser sich gelegentlich in den Medien präsentiert. Den Italienern ist das kritische Konsumieren von Nachrichten regelrecht aberzogen worden. Nun sind sie viel zu leicht manipulierbar, was dieser Berlusconi natürlich für sich ausnutzt und dadurch wieder an Zustimmung gewinnt. Hat die italienische Kartellbehörde über Jahrzehnte geschlafen? Warum wurde das Meinungsmonopol nicht zerschlagen?

Nun,warum man Silvios Medienimperium nicht zerschlagen konnte, hat etwas mit der Geschichte der "alten" Republik-also die mit der DC,PSI,PCI etc.- zu tun und als er dann die Mediengewalt hatte, konnte er eben mit dieser Mediengewalt jeden Versuch, ihn seiner Macht zu berauben, torpedieren,weil die Konservativen samt Ex-Sozialisten diejenigen waren,die davon profitierten und diejenigen, die das bekämpfen wollten, wurden schnell als "Kommunisten, die unsere Freiheit beschneiden wollen" beschimpft.

"Nehmt nicht den IWF-Vizekönig, nehmt lieber den einheimischen Autokraten!"

Endstand für die Demokratie: 0:2 (Niederlage)

Das Zuschauen, wie Berlusconi sich selbst demontiert, hat ja gut funktioniert, aber jetzt ist Wahlkampf.

Warum greift der PD Berlusconi nicht an?

ich glaube es nicht

leider doch

Der Durschschnittsitaliener hat leider die politische Reife von australischen Schnabeltieren... Somit ist Italien ist das beste Beispiel dafür, dass Demokratie ein zweischneidiges Schwert ist (nämlich dann, wenn die Wähler nicht ein Grundmass an Reife haben).

P.s.: ich erlaube mir dieses Urteil, da ich (leider) ital. Staatsbürger bin.

Wahrscheinlich Südtiroler oder?

Und der Durchschnittsitaliener hat auch nicht weniger politische Reife wie der Durchschnittsösterreicher - das erlaube ich mir als österreichische Staatbürgerin, aber sehr sehr oft in Italien und mit Italienern zusammen, zu sagen.

Das sehe ich nicht so...

Ich denke nicht, dass in irgendeinem anderen europäischen Land (Österreich inklusive) ein Politiker wie Berlusconi nach all seinen Skandalen immer noch eine so hohe Popularität geniessen würde.
Sicher gab und gibt es in Österreich auch Politiker, die dasselbe Niveau wie Berlusconi haben (oder drunter) - aber die haben bei weitem nicht eine so grosse Zustimmung wie sie Berlusconi in Italien hat.

Das Problem ist, dass in Italien "Schlitzohrigkeit" und Kaltschnäuzigkeit als "cool" angesehen wird; daher ernten Leute wie Berlusconi trotz allem Bewunderung.

Sicherlich sind nicht alle Italiener so (ich selbst bin mit einer Italienerin verheiratet); aber der Prozensatz der Berlusconiwähler ist erschreckend hoch. Zu hoch!

ahnungslos, aber daherfabulieren:

Haider hat in Ö einen rechts-verblödet-ahnungslosen Bodensatz von > 30% etabliert. Das hat Berlusconi nicht mal 2008 erreicht.

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