Chinesen wollen sich Hafen von Piräus angeln

Athen privatisiert die beiden größten Häfen des Landes, der chinesische Reederei-Konzern Cosco will eine Milliarde in Griechenland investieren

Athen - Der chinesische Reederei-Konzern Cosco will einem Zeitungsbericht zufolge eine Milliarde Euro in den griechischen Hafen Piräus investieren und einen Anteil von 60 Prozent erwerben. Wie die Finanzzeitung "Imerisia" berichtete, will Cosco sein Angebot vorlegen, wenn die griechische Regierung über das Verfahren zur Privatisierung der beiden größten Häfen des Landes - Piräus und Thessaloniki - entschieden hat. Der chinesische Konzern hat bereits eine größere Beteiligung am Hafen von Piräus, der noch zu 74 Prozent in Staatsbesitz ist.

Nachdem sich die Regierung in Athen weiterer europäische Hilfszahlungen gesichert hat, konzentriert sie sich mittlerweile darauf, Investoren für die Wirtschaft des Landes zu gewinnen, die seit mehr als fünf Jahren in einer Rezession steckt.

Ein Vertreter der Hafengesellschaft sagte zu dem Zeitungsbericht, derartige Informationen seien ihm nicht bekannt. Bei der Privatisierungsbehörde Taiped war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Der Hafen von Piräus, der 2011 auf mehr als 20 Mio. Passagiere und 1,7 Mio. Container kam, ist der größte des Landes. Er ist zugleich wichtiges Einfalltor für den Warenverkehr nach Osteuropa.

Schäuble fordert erneut zu Sparkurs auf

Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble hat den griechischen Oppositionsführer Alexis Tsipras vom radikalen Linksbündnis Syriza aufgefordert, den Sparkurs der Regierung in Athen mitzutragen. Nach einem Treffen der beiden Politiker in Berlin hieß es in Kreisen des deutschen Finanzministeriums, Schäuble habe gegenüber Tsipras unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass die Umsetzung des wirtschaftlichen Anpassungsprogramms "alternativlos" sei: "Schäuble hat Herrn Tsipras aufgefordert, den eingeschlagenen Weg mitzutragen."

Die halbstündige Begegnung war auf Tsipras' Wunsch zustande gekommen. Er steht der größten griechischen Oppositionspartei vor, die den mit hoher Arbeitslosigkeit und Einkommensverlusten verbundenen Konsolidierungskurs strikt ablehnt.

Im Ministerium hieß es, die Gesundung Griechenlands sei ein nationales Anliegen. Griechenland habe in den vergangenen Monaten große Reformanstrengungen unternommen. "Reformen sind der einzige und notwendige Weg, um Griechenland wieder auf den Weg zu wirtschaftlicher Gesundung zu bringen", hieß es im Umfeld Schäubles. Erfolge wie die Heraufstufung des Länder-Ratings und die Verbesserung der aktuellen Budgetdaten bestätigten dies.

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat bei einer Pressekonferenz mit Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) in Wien Griechenland zur Erfüllung seiner Hausaufgaben aufgefordert. Es sei den Slowaken, die im Durchschnitt rund 550 bis 600 Euro pro Monat verdienen, schwer zu erklären, dass die Slowakei für Rettungsmaßnahmen weiter Geld in die Hand nehme. Wenn ein Land nicht in der Lage sei, seine öffentlichen Finanzen in Ordnung zu bringen und seine Hausaufgaben nicht erfülle, wäre ein Austritt aus der Eurozone wohl besser, argumentiert Fico. "Wir können keine Unverantwortlichkeit tolerieren." (APA/Reuters, 14.1.2013)

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