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In Österreich ist das Thema - mittlerweile Imperativ - "Länger arbeiten" besonders aufgeladen und schwierig. Von den Pensionsregelungen (Zuverdienstgrenze) über das Anciennitätsprinzip bei der Entlohnung, der mangelnden Flexibilisierung der Arbeitszeiten und -möglichkeiten bis zu den Altersstereotypen. Mit seiner Plattform www.seniors4success.at arbeitet Leopold Stieger, einst Pionier der Personalentwicklung, seit mittlerweile sieben Jahren gegen die manifesten und atmosphärischen Hürden auf dem Weg zu längerem, altersgerechtem Arbeiten auf individueller, politischer wie auf Firmenseite. Zentraler Ansatzpunkt ist für ihn der enorme Verlust an Potenzial für Unternehmen, aber auch der oft lebenssinnraubende plötzliche Fall ins Out mit Ende Fünfzig.
Die Rahmenargumentation ist die demografische Kurve und ihre daraus abgeleiteten Konsequenzen, etwa dass 2030 rund zwei Erwerbstätige einen Pensionisten "erhalten" müssen, wenn sich sonst nichts ändert. Inhaltlich argumentieren die seniors4success in acht Thesen inklusive Forderungen:
Ein Gutteil der rüstigen Älteren, ist Stieger überzeugt, möchte gerne länger arbeiten - wenn die Rahmenbedingungen entsprechend gestaltet sind. Und dazu gebe es aussagekräftige Studien (siehe Grafik). Den Forschungsarbeiten von Jürgen Deller (Institut für Strategisches Personalmanagement, Uni Lüneburg) zufolge wollen konkret etwa 47 Prozent der 55- bis 64-Jährigen auch nach ihrem Renteneintritt noch erwerbstätig sein. Dies zwischen zehn und 24 Stunden pro Woche. Je kleiner die Firma, desto höher die Bereitschaft, unter solchen Bedingungen zu bleiben.
Wenig Freude mit solchen Vorschlägen haben im Job körperlich stark belastete und Menschen, die ihre Arbeit als sehr monoton empfinden. (Karin Bauer, DER STANDARD, 12./13.1.2013)
Wissen:
Der Gang in die Frühpension ist ab 2013 erschwert. Die Korridorpension, Nachfolgerin der klassischen Frühpension, behält zwar das Antrittsalter 62, allerdings müssen statt wie bisher 37,5 künftig 40 Versicherungsjahre vorgewiesen werden.
Der Übergang erfolgt ab 2013 in Halbjahresschritten bis ins Jahr 2017. Der jährliche Abschlag steigt von 4,2 auf 5,1 Prozent. Für Frauen wird die Korridorpension erst relevant, wenn ihr Antrittsalter ab 2024 von 60 schrittweise in Richtung 65 angehoben wird. Die schon beschlossene große Reform der Invaliditätspensionen mit der Abschaffung für unter 50-Jährige und Einführung eines Rehabilitationsgeldes tritt erst 2014 in Kraft.
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Jenseits von Gut und Böse, es kriegt fast niemand mehr über 50 einen Job von dem er leben könnte - und ehrlich, wer will da länger arbeiten, kein Mensch will noch länger am ams sitzen, und wenn wir in Ö endlich Verhältnisse wie in Schweden hätten, wäre es auch keine Kunst, bis 65 und weiter zu arbeiten. Da werden nämlich ältere Arbeitnehmer - nicht wie bei uns hier - wie Dreck behandelt.
und ich werde definitiv mit 65 nicht ganz aufhören. ich werde dieses jahr 63, und wenn ich meine jetzige tätigkeit noch mit 10 bis 15 wochenstunden weiter machen kann, dann werde ich das wohl auch nach 65 tun. andererseits würde mich die mitarbeit in einer NGO oder NPO reizen, dann könnte ich endlich mal was sinnvolles machen. vor dem "gar nichts mehr tun" da hätte ich angst, dass ich stückweise verblöde. ich habe auch das gefühl, dass man/frau nur fit bleibt, wenn man/frau weiterhin gefordert wird. angst keine tätigkeit mehr zu finden, habe ich gar keine, es gibt so viel, was ich noch gerne tun würde.
Wollen und eine Arbeit finden sind zwei unterschiedliche Dinge. Die Alterdiskriminierung in Österreich ist sehr ausgeprägt, dass eine MC- Kinsey Studie zur Folge nur 1/3 der befragten Unternehmen die 50+ einstellen wollen. Aus psychologischen, mentalgesundheitlichen Gründen ist längere Beschäftigung eine bessere Variante, keine Frage.
keine probleme "mit arbeit finden" habe. andererseits hatte ich auch den mut, mit über 50 noch einen komplett neuen beruf anzufangen, meinen dritten. ich halte mich halt auch geistig und körperlich fit, das ist voraussetzung. viel vor dem fernseher sitzen bringt einen im leben halt nicht weiter....
Hört auf Luxusartikel zu kaufen, weil Ihr lebt damit über eure Verhältnisse. Und Konsumkredit, lasst es sein. Dann hat jeder von euch, ausreichend Geld im hohen Alter zusammen gespart. Da kann jeder etwas ändern, macht mehr Sinn, als über den Staat, die Politiker, die Wirtschaft und anderes zu beklagen.
Immer wieder dieser realitätsferne Schmarrn! Arbeitnehmer 50+ werden systematisch aus den Unternehmen rausgemobbt, ohne Chance auf einen neuen Job, nicht einmal ums halbe Geld ("überqualifiziert, unflexibel"). Auf den "Erfahrungsschatz" wird gerne gepfiffen und ums selbe Geld 2 Junge eingestellt.
Man braucht sich doch nur die Arbeitslosenzahlen anzusehen. Wo gibt es die grösste Steigerung: Bei den Alten! So romantisch wie hier in den Artikeln dargestellt ist die Wirklichkeit leider nicht. Die Frage des "Wollens" stellt sich nicht, eher die des "Dürfens".
es ist ja eh gemeint, dass vorher die Rahmenbedingungen für die armen Unternehmen geändert werden müssen, ergo gesetzliche Lohnkürzungen für alle älteren Arbeitnehmer etc, dass sie dann etwa so viel wie Berufseinsteiger, aber immer noch mehr als ihre Minipensionen, verdienen werden
1 arbeitsplatz von 1000? 10000? als bald 60-er habe ich in meinem freundes-bekannten-verwandtenkreis einige die vor kurzer/einiger zeit in die pension gegangen sind - manche wollten noch weitermachen, da es sich um wirklich interessante tätigkeiten gehandelt hat. heute : 1 (in worten : eine) person könnte es sich - unter umständen und mit dementsprechendem entgelt - vorstellen, noch einmal weiterzumachen ...
ich habe mit 15 zu arbeiten begonnen (matura und uni im zweiten bildungsweg) und schreibe jetzt, nach bald 45 jahren arbeiten - trotz eines jobs, den ich gerne mache - es reicht mir! ich lebe nicht um zu arbeiten - ich arbeite, um zu leben!
Ich kenn ein paar Leute (auch in unserem Betrieb), die nach Pensionsantritt noch einen Tag die Woche gearbeitet haben. Weniger wegen des Geldes sondern einfach wegen der Leute und des sozialen Anschlusses. Als Pensionist hast du halt hauptsächlich mit Pensionisten zu tun, wenn du weiterhin ein wenig arbeitest hast du einfach auch Umgang mit den jüngeren Generationen. Und sein eigenes Wissen denen weitergeben kann ja auch durchaus Spaß machen...
Es gibt schon den einen oder anderen, dem sein Job wirklich spass macht. Und wenn es sich nicht negativ auf die Pension auswirken würde, spricht ja nichts dagegen 10 oder 20 Stunden die Woche weiter zu arbeiten (und sein Wissen an die jüngere Generation weiter zu geben), oder?
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