UN-Sicherheitsrat tagt zu Kämpfen in Mali

14. Jänner 2013, 05:45
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Frankreich: Mehrere EU-Staaten und USA unterstützen Einsatz - Hollande: Islamisten-Vormarsch gestoppt

New York/Paris - Nach dem Eingreifen der französischen Armee in Mali befasst sich am Montag der UN-Sicherheitsrat mit dem Konflikt. Frankreich habe das Treffen zur Information und für einen Meinungsaustausch einberufen, sagte ein Sprecher der französischen UN-Mission am Sonntag. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sagte, sein Land habe bei dem Einsatz die "praktische Unterstützung" mehrerer europäischer Partner sowie der USA.

Die französische Luftwaffe unterstützt seit Freitag die malischen Streitkräfte in ihrem Kampf gegen Islamisten, die den Norden des Landes kontrollieren. Sie hatte vergangene Woche begonnen, nach  Süden vorzustoßen. Laut Frankreichs Staatschef François Hollande wurde der Vormarsch gestoppt. Am Sonntag griff die französische Luftwaffe erstmals Ziele in den Rebellenhochburgen im Norden an. In Frankreich selbst wurden aus Furcht vor Anschlägen islamistischer Gruppen die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.

Nach Angaben von Einwohnern in der Stadt Gao wurden bisher mehr als 60 islamistische Kämpfer getötet. Vor allem im Militärlager von Gao habe es zahlreiche Tote gegeben, sagten Einwohner der Stadt im Norden des Landes und Sicherheitskräfte am Montag. Bei den Angriffen am Sonntag sei eine "Versammlung" von islamistischen Kämpfern getroffen worden, die Überlebenden hätten die Leichen in der Nacht geborgen.

Truppen der ECOWAS

Paris möchte mit dem Treffen des Sicherheitsrats die Entsendung von 3.300 Soldaten der Westafrikanischen Staatengemeinschaft (ECOWAS) beschleunigen. Der Sicherheitsrat hatte ihre Entsendung im Dezember grundsätzlich gebilligt, ein Einsatz wurde aber zunächst erst für September erwartet. Angesichts des Vorstoßes der Islamisten hatte die ECOWAS am Freitag die umgehende Entsendung von Truppen beschlossen. Wann die ersten Einheiten eintreffen sollen, ist aber unklar.

Der UN-Sonderbeauftragte für die Sahelzone, Romano Prodi, verteidigte die französische Offensive in Mali. "Frankreich hat auf Basis einer breiten Übereinstimmung eingegriffen", sagte Prodi der Zeitung "Die Welt". "Die Angst vor dem islamischen Terrorismus wird von allen geteilt."

Der französische Außenminister Fabius verwies bei den unterstützenden EU-Staaten namentlich auf Großbritannien und Dänemark beim Lufttransport. Zudem würden die USA Hilfe bei der Kommunikation und beim Transport leisten. Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle hatte am Sonntag gesagt, dass keine Kampftruppen nach Mali geschickt werden sollen. Die Planungen für eine EU-Ausbildungsmission für die malischen Streitkräfte würden aber fortgeführt.

Deutschland könnte Frankreich unterstützen

Nach den Worten des CDU-Außenpolitikers Ruprecht Polenz könnte die deutsche Bundeswehr im Rahmen einer EU-Mission an einem Einsatz in Mali teilnehmen. Wenn die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton verantwortbare Pläne vorlege, "wird Deutschland nicht abseits stehen", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Sollte die EU für eine Mali-Mission Soldaten anfordern, werde sich Deutschland als größtes europäisches Land dem nicht verschließen.

Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rainer Arnold, forderte die Bereitschaft zu einer Unterstützung Frankreichs. "Wenn Frankreich Hilfe braucht im Zusammenhang mit dem Lufttransport, muss Deutschland Unterstützung leisten", sagte Arnold dem "Tagesspiegel". (APA, 14.1.2013)

  • Dieser Einwohner der Hauptstadt Bamako unterstützt offenbar das Eingreifen der Franzosen.
    foto: mali - tags: society civil unrest

    Dieser Einwohner der Hauptstadt Bamako unterstützt offenbar das Eingreifen der Franzosen.

  • Ein Rafale-Jet landet nach einem Einsatz im Norden Malis in N´Djamena/Tschad.
    foto: ap

    Ein Rafale-Jet landet nach einem Einsatz im Norden Malis in N´Djamena/Tschad.

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