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Entführt: Denis Allex wurde von den Al-Shabaab-Milizen verschleppt.
vergrößern 432x720
vergrößern 547x720Bis auf die Zähne bewaffnet: Die militanten Islamisten konnten den französischen Angriff zurückschlagen.
Es war ein ambitionierter Plan, den Frankreichs Präsident Francois Hollande im Dezember vergangenen Jahres absegnete: Spezialeinheiten des französischen Militärs sollten den Geheimagenten Denis Allex befreien, den die islamistischen Al-Shabaab-Milizen ("Harakat Al-Shabaab Al-Mujahideen") 2009 aus einem Hotel in Mogadischu verschleppt hatten. Das Ergebnis von Freitagnacht: Mindestens zwei französische Soldaten wurden bei der Befreiungsaktion getötet, ein weiterer wird vermisst.
Über das Schicksal von Allex herrscht nach der Militäroperation Unklarheit. Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian behauptet, die Geisel sei vermutlich tot. Die Al-Shabaab-Milizen verkündeten in einer ersten Stellungnahme indes, dass Allex lebe und auch der vermisste französische Soldat in ihrer Gewalt sei. Über das Schicksal des Agenten solle in den nächsten Tagen entschieden werden.
Wegen widersprüchlicher Informationen beider Seiten ist der genaue Verlauf der Ereignisse nach wie vor unklar. Laut dem französischen Magazin "Le Point" machte sich eine Spezialeinheit mit sechs Hubschraubern von Schiffen im Indischen Ozean aus am Freitagabend auf dem Weg nach Somalia, um die Geisel zu befreien. Augenzeugen berichteten, dass die französischen Einheiten nahe einer Al-Shabaab-Basis in Bulo Marer, einer Hochburg der somalischen Islamisten, landeten.
Das Eindringen der Franzosen blieb von den Milizen nicht unbemerkt, laut Ohrenzeugen folgte ein 45-minütiger Schusswechsel. Einem Bericht der Website SomaliMemo zufolge, deren Betreiber ein Naheverhältnis zu Al-Shabaab pflegen, nutzten die islamistischen Milizen mehrere aufgerüstete Jeeps, um den Angriff zurückzuschlagen. Aufseiten der Islamisten sind demnach mehr als ein Dutzend Kämpfer gefallen. Auch mehrere Zivilisten sollen ums Leben gekommen sein.
Die Al-Shabaab-Milizen behaupteten nach der Kommandoaktion, Allex befände sich gar nicht in Buulo Marer. Somalische Nachrichtenseiten berichten, dass die Islamisten unmittelbar vor dem Angriff von informierten Lokalpolitikern gewarnt wurden, das Kabinett von Premierminister Abdi Farah Shirdon dementierte hingegen, von den französischen Plänen gewusst zu haben. Gleich, welche Version der Ereignisse nun stimmt: Klar ist nur, dass Frankreichs Befreiungsplan in einem Desaster endete - nicht zum ersten Mal.
Allein der Umstand, dass die Kämpfer von Al-Shabaab die französischen Elitesoldaten erfolgreich zurückschlagen konnten, lässt darauf schließen, dass die nachrichtendienstlichen Erkenntnisse Frankreichs vor dem Angriff alles andere als ausreichend waren. Über die Aktivitäten der französischen Geheimdienste in Somalia ist nur wenig bekannt. Doch Frankreichs Agenten konnten vor dem Angriff offensichtlich weder die Stärke der Rebellen feststellen, noch die lokalen Gegebenheiten ausreichend erkunden.
Für Frankreichs Geheimdienst, der auf dem afrikanischen Kontinent eine Führungsrolle einnimmt, eine Blamage. Vor allem im Vergleich mit ihren US-Kollegen. Schon vor geraumer Zeit errichtete die CIA eine beachtliche Präsenz in Mogadischu. Die Rede ist von mehreren Gebäudekomplexen in Mogadischu, die vom US-Geheimdienst benutzt werden. Sogar ein eigenes Gefängnis soll die CIA in Somalia betreiben. Der personelle und finanzielle Einsatz hat bereits zu Erfolgen geführt: Im Jänner vergangen Jahres, gelang es US-Spezialeinheiten, zwei Entwicklungshelfer aus den Fängen der Al-Shabaab zu befreien. Wenig später wurde ein Kommandant der Miliz durch einen US-Drohnenangriff getötet. In beiden Fällen mussten die USA präzise Geheimdienstinformationen besitzen, um die Missionen erfolgreich durchzuführen.
Nicht erst seit dem Wochenende gibt es starke Zweifel daran, dass Frankreich die selbe Präzision bei ihren Einsätzen an den Tag legt. Vor allem wenn man Frankreichs bisherige Misserfolge bei derartigen Missionen in Betracht zieht, ist das keine Überraschung:
Für die Al-Shabaab-Milizen, die seit Monaten an Territorium und Unterstützung verlieren, ist die fehlgeschlagene Operation - und vor allem die zweite Geisel - ein unerwartetes Geschenk aus Paris. Sollten sich die Berichte über getötete Zivilisten bewahrheiten, wird auch die ohnehin schwache somalische Regierung in Mogadischu unter Druck kommen.
Für Frankreich ist es hingegen ein weiterer Rückschlag in einem sehr viel größeren strategischen Puzzle, das sich von Mauretanien bis an die afrikanische Ostküste zieht: dem Kampf gegen eine steigende Anzahl an radikalislamistischen Gruppen in Afrika, bei dem die Franzosen immer öfter die Oberhand verlieren. (Stefan Binder, derStandard.at, 14.1.2013)
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Kannte ihn persönlich und es ist nach wie vor "ungeklärt", ob er nicht auch wie die Yacht-Geisel durch französische Kugeln starb. In Somalia wurde das übrigens auch erst als "unklar wer die Geisel tötete" bezeichnet.
Aber die Mission war nicht ganz ohne Sinn. Es wurden erfolgreich ein paar Waffen geliefert
http://twitter.com/HSMPress/... 68/photo/1
Den Fehler mit den Hubschraubern, die in der Nähe landen und natürlich bemerkt werden, haben schon die USA gemacht, bei ihrem Fiasko in Somalia. Wie kommt man nur auf die Idee, da muss man ja wirklich von dummen Entführern ausgehen. Das funktioniert bei denen, die nur Geld wollen und nicht eweiter darüber nachdenken. Das sind aber ausgebildete Terroreinheiten.
Und die Amis fragen geht natürlich nicht, geht gegen die Ehre der Franzosen. Der Spion muss es ausbaden.
naja was soll man denn sonst tun? lösegeld zahlen wie die deutschen?
auch wenn solche aktionen natürlich immer hochriskant sind und fehlschlagen können, sind sie mmn die einzige alternative.
nur mal angenommen sie sind islamist und eine ihrer haupteinnahmequellen ist das erpressen von lösegeld. ist ihr nächstes opfer deutscher (wahrscheinlichkeit, dass lösegeld bezahlt wird: 95%) oder franzose (wahrscheinlichkeit, dass lösegeld bezahlt wird 10%, + wahrscheinlichkeit ein dutzend kämpfer beim befreiungsversuch zu verlieren: 90%)?
nicht alle probleme lassen sich mit geld aus der welt schaffen, manchmal verschlimmert es die situation nur.
Auch wir gerne die militärischen Fähigkeiten der Franzosen in Frage stellen - Geiselbefreiungen sind hochrisikante Operationen, die mitunter auch bei bester Vorbereitung schiefgehen. Schadenfreude ist hier unangebracht.
Ja, die Franzosen verfügen über zu wenig Informanten in Afrika - genauso wie alle anderen nichtafrikanischen Staaten.
Aber sie haben es wenigstens versucht und dadurch eine klare Haltung gezeigt.
Der österreichische Weg, Lösegeld zu zahlen und dadurch die nächsten Geiselnahmen zu finanzieren, löst ein Problem und schafft zugleich viele Weitere.
Natürlich ist das hochriskant, aber die Liste an Fehlschlägen häufen sich. Und offenbar haben sie die USA nicht eingebunden, die ihnen sehr wertvolle Tipps hätten geben können. Denn die CIA und die militärischen US-Geheimdienste haben eine sehr gute Basis in Somalia. Wahrschienlich wärs auch besser gewesen, der USA den job zu überlassen, weil die eben zahlreiche Agenten vor Ort haben.
Aber schon klar, man lasst einen anderen nicht die eigenen Spione befreien, das wäre peinlich. Aber um Hilfe hätten sie anfragen können.
Das ist ja genau das Kalkül von Terrorismus. Der "Feind" soll zu einem kommen um ihn in Guerilla-Kämpfe zu verwickeln. Die Franzosen können eigentlich nur verlieren. Das ist so als würde ein X-Fach vorbestrafter Raufbold einen redlichen Bürger zum Kampf zwingen, der Bürger kann nur tiefer fallen als der Raufbold...
Da sieht man auch wie überzogen der Ruf mancher Einheiten (Fremdenlegion) ist.
Fragt sich nur auf wessen Seiten, die Forumswappler stehen? Auf der der französichen Söldner, die wenig erfolgreich kolonialisieren wollen oder auf der der mordenden Gotteskrieger.
Um die 20 Rot-Stricher wäre es ebenfalls nicht schade.
Haben Sie genauere Informationen welche Nationalität die beiteiligten franz. Soldaten hatten oder haben Sie nur die Begriffsbestimmung von "Söldner" nicht verstanden?
PS: Auch ein angehöriger der franz. Fremdenlegion ist nicht zwangsläufig ein Söldner.
für Sie in weniger als 20 Sekunden einsehbar gewesen wäre, bevor Sie mehr als diese Zeit mit Ihrem Post vergeudeten.
Die Nationalität spielt beim Begriff des Söldners KEINE Rolle.
Keine Ursache, ich helfe gerne - auch dort wo es aufgrund kognitiver Mängel hoffnungslos scheint.
@ "Bis auf die Zähne bewaffnet: Die militanten Islamisten konnten den französischen Angriff zurückschlagen."
http://images.derstandard.at/2013/01/1... 031040.jpg
... und das in Schlapfen.
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