Doppelsieg: Hirscher vor Matt

13. Jänner 2013, 17:54
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Weltcupleader katapultiert sich im Slalom von Platz acht ganz nach vorne - Halbzeitführender Mölgg am Ende Dritter

Das Wochenende auf dem Chuenisbärgli lieferte Marcel Hirscher ein schönes Beispiel, "wie eng Sieg und Niederlage zusammenliegen". Der 23-jährige Salzburger, der im Vorjahr beide Rennen in Adelboden gewonnen hatte, war am Samstag drauf und dran, sich wieder den Riesenslalom zu nehmen, ehe er im Zielhang ausrutschte, auf Rang 16 zurückfiel und seinem großen Rivalen in dieser Übung, dem US-Amerikaner Ted Ligety, den Sieg überließ. Womit Hirschers Serie, der in neun technischen Rennen en suite das Podest geschmückt hatte, gerissen war.

Am Sonntag und im Slalom startete Hirscher vergleichsweise verhalten, was Rang acht im ersten Durchgang dokumentiert. "Ich habe noch kein Gefühl für das heutige Rennen gefunden", sagte er, um im zweiten Lauf zu finden, was er suchte. "Viel besser geht es nicht", kommentierte er nach dem Finale, in dem er mit Bestzeit zum Sieg carvte. Hirscher siegte vor seinem Teamkollegen Mario Matt und dem Italiener Manfred Mölgg, dem Schnellsten des ersten Durchgangs. "Ich habe alles auf eine Karte gesetzt", sagte er. "Da gibt es kein Taktieren, kein Denken an Weltcuppunkte. Die Chance war 50:50, dass ich durchkomme. Zweimal hintereinander bringt man so einen Lauf ganz sicher nicht ins Ziel. Es ist schön, wenn man für so ein großes Risiko mit einem Sieg belohnt wird. Gestern bin ich bestraft und heute belohnt worden."

Seriensieg

Es handelt sich um den 16. Weltcupsieg seiner Karriere, den neunten im Slalom und in dieser Disziplin den dritten en suite nach Madonna di Campiglio und Zagreb. Im gesamten Weltcup baute der Titelverteidiger seine Führung auf den Norweger Aksel Lund Svindal auf 126 Punkte aus. Im Slalom führt er mit 520 Punkten deutlich vor dem Deutschen Felix Neureuther (386).

"Die Richtung stimmt", stellte Mario Matt fest, der zweifache Slalom-Weltmeister (2001, 2007), der rechtzeitig vor der WM in Schladming wieder in Topform kommt. Der Arlberger, der sich daheim in Flirsch erfolgreich der Zucht von Araberpferden widmet, wenn er nicht gerade durch Slalomtore fährt, hat nach Rang drei in Zagreb die WM-Quali sicher.

Zuversichtlicher Mario Matt

"Die Richtung stimmt, ich habe rund um Weihnachten die ideale Materialabstimmung gefunden", sagte Matt, der den Stil seines Kollegen Hirscher schätzt, ihn aber nicht für unschlagbar hält: "Im ersten Durchgang hat man gesehen, dass auch er keine Maschine ist. Marcel hat durch seine Ergebnisse extrem viel Selbstvertrauen, und damit kann man locker drauf los fahren." Gute Karten für eine WM-Teilnahme hat der einfache Weltmeister Manfred Pranger (2009) nach Platz sieben. Benjamin Raich und Reinfried Herbst schieden bereits im ersten Durchgang aus.

Der Weltcup bleibt in der Schweiz, übersiedelt von Adelboden zum nächsten Klassiker nach Wengen. Auf dem Lauberhorn werden von Freitag bis Sonntag Superkombi, Abfahrt und Slalom gegeben. (APA/bez, DER STANDARD, 14.1.2013)

Ergebnis: Slalom Adelboden

  • Marcel Hirscher (re.) und Mario Matt waren in Adelboden laut.
    foto: epa/peter schneider

    Marcel Hirscher (re.) und Mario Matt waren in Adelboden laut.

  • Wie immer tolle Stimmung am Chuenisbärgli.
    foto: epa/alessandro della bella

    Wie immer tolle Stimmung am Chuenisbärgli.

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