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Wien - Medienstaatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ) will noch vor der heurigen Nationalratswahl die Zukunftsweichen für den ORF stellen. Klar ist für ihn, dass etwa das Facebook-Verbot gekippt werden muss. Auch die Fortschreibung der Gebührenrefundierung hält er für sinnvoll und will sie ebenso in einer Gesetzesnovelle verankern, wie die Verkleinerung des Stiftungsrats auf 15 Personen. Knapp könnte es in dieser Legislaturperiode hingegen für die Reform der Presseförderung werden.
Was den ORF angeht, gibt sich Ostermayer im Interview optimistisch, dass es noch unter dieser Regierung zu einer Einigung in Sachen Gremienreform und Fortsetzung der Gebührenrefundierung kommen wird. "Eine solche Diskussion ist in einem Jahr, in dem Wahlen stattfinden, nicht einfach, aber auch nicht unlösbar. Mein Ziel wäre, dass wir das noch in dieser Legislaturperiode schaffen." Den Stiftungsrat möchte er - analog einer Aktiengesellschaft - von derzeit 35 auf 15 Mitglieder verkleinern. Zehn der Aufsichtsratsmitglieder sollen von den "Kapitalvertretern" gestellt werden, fünf von der Belegschaft.
"Ich glaube, dass es eine weitgehende Einigung darüber gibt, dass der Stiftungsrat verkleinert werden muss. Der heikle Punkt ist allerdings der Beschickungsmodus", sagt Ostermayer. Mitspracherechte müssten jedenfalls die "Repräsentationsorgane einer Demokratie" haben, ist der Staatssekretär überzeugt. Am 24. Jänner findet das nächste Treffen jener Arbeitsgruppe statt, die derzeit über die Themen Gremienreform und Haushaltsabgabe berät.
Auch für die Fortsetzung der Gebührenrefundierung sieht Ostermayer noch heuer eine Chance. Aus seiner Sicht wäre sie jedenfalls sinnvoll, allerdings nur, wenn die damit gesetzlich verknüpften Auflagen weiter bestehen. Einzige Ausnahme ist die vorgeschriebene Pro-Kopf-Kostensenkung: "Das ist ein Punkt, den man wahrscheinlich adaptieren wird." Und auch über die Höhe der Refundierung "muss man noch separat reden".
Auf lange Frist sieht der SPÖ-Politiker den Trend - auch europaweit - in Richtung Haushaltsabgabe gehen. "Diese Diskussion wird auch bei uns noch intensiver kommen", die geräteunabhängige Fernsehgebühr werde aber sicher nicht in dieser Legislaturperiode eingeführt. Für "nicht realistisch" hält Ostermayer den Vorschlag von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, die Landesabgaben, die bisher gemeinsam mit der Rundfunkgebühr eingehoben werden, für Presse-, Film-, Kultur- und Medienförderung zu verwenden. "Ich halte es nicht für gescheit, an mehreren Fronten gleichzeitig eine Diskussion zu eröffnen. Da würde die an sich sinnvolle Frage, ob man die Verallgemeinerung der Gebühren vornimmt, von Diskussionen mit den Ländern überlagert."
"Keine Garantie" abgeben will Ostermayer dafür, dass es noch heuer zu einer Reform der Presseförderung kommt. Der Staatssekretär will zunächst die vom Kommunikationswissenschafter Hannes Haas erstellte Evaluationsstudie zur Presseförderung dem Koalitionspartner und dann den Mediensprechern der übrigen Parteien übergeben. Anschließend müsse eine breite Diskussion unter Einbindung der betroffenen Akteure geführt werden.
These der Studie ist laut Ostermayer, dass weniger die Titel- als vielmehr die Inhaltsvielfalt gefördert werden muss, und dass man hier bei der Förderung der Journalisten - etwa auch den Einsatz von Korrespondenten und mehr journalistisches Personal - ansetzen muss. Es soll ein "qualitätsförderndes Modell" sein, allerdings sei es "heikel, festzulegen, woran man journalistische Qualität festmacht".
Weniger problematisch sieht der Staatssekretär die Bereitstellung finanzieller Mittel für die Presseförderung. "Wenn man ein Modell findet, das wirklich breit getragen wird, ist die Finanzierung zu finden nicht die letzte Hürde." Haas geht in seinem Vorschlag von einer Höhe von 15 bis 20 Millionen Euro jährlich aus - die Verleger forderten 50 Millionen. Zusätzlich soll es laut Haas über einen bestimmten Zeitraum von etwa vier Jahren eine Zusatzzahlung von 30 Millionen Euro geben, um die Verschmelzung von Print und Online zu unterstützen. Dieser Höhe kann Ostermayer etwas abgewinnen, wobei er betont: "Der Betrag ist nicht das Essenzielle."
"Nach Jahren systematischer Kürzungen des Fördervolumens ist das Bekenntnis von Medienstaatssekretär Josef Ostermayer zu einer höheren Presseförderung ein sehr erfreuliches Signal", erklärte Thomas Kralinger, der Präsident des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ). Eine "substantiell höhere Presseförderung" sei in ihrer Bedeutung für die Branche "gar nicht hoch genug einzuschätzen".
Gleichzeitig pochte Kralinger aber darauf, dass es noch in dieser Legislaturperiode zu einer Reform der Presseförderung kommen müsse. "Man würde sich erwarten, dass mit derselben Geschwindigkeit mit der die Regierung die Gebührenrefundierung für den ORF beschließt, auch eine Aufstockung der Fördermittel für die Presse in Angriff genommen wird. Das wäre ein überfälliger Beitrag zur Fairness in der heimischen Medienlandschaft."
Er hält auch an den Forderungen des VÖZ nach einem Fördervolumen von 50 Millionen Euro fest: "Wenn man unter anderem auch in die Leseförderung unserer Jugend investieren will, dann wird man mit einem Förderbetrag von knapp 20 Millionen Euro nicht das Auslangen finden können", betonte er.
Fürs erste zufrieden zeigte sich der Medienstaatssekretär mit dem Medientransparenzgesetz und der ersten Ausweisung der Inseratenschaltungen der rechnungshofgeprüften Unternehmen: "Ich glaube, dass das, was beabsichtigt war, erfüllt wurde." Man werde vermutlich bei einer Gesetzesnovelle darüber diskutieren, "ob tatsächlich alle über 5.000 Rechtsträger umfasst sein müssen". Allerdings habe die Ausweisung funktioniert, weshalb er auch keinen aktuellen Handlungsbedarf sehe. (APA, 13.1.2013)
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Da kommt aber nochmal was auf uns zu. So wie Samstag Nacht, die wird als Bulle von Tölz Nacht in die Geschichte eingehen. Die Programmnot ist sehr gross und Geldnot auch.
Bite um a Spende!
Wieso sollen Theater mein Steuergeld bekommen?
Wieso sollen Kindergärten mein Steuergeld bekommen?
Wieso sollen Autobahnbauer mein Steuergeld bekommen?
Wieso sollen Krankenhäuser mein Steuergeld bekommen?
Wieso sollen Erwachsenenbildungseinrichtungen mein Steuergeld bekommen?
Sie sollten sich langsam dran gewöhnt haben, dass "Ihr" Steuergeld auch Einrichtungen zufließt, deren Sinn und Zweck Sie nicht sehen oder die Sie nicht nutzen oder für förderwürdig erachten.
zB so genialer Krankenhaus-Plazierungen wie Hainburg/Kittsee, Mödling/Baden, Wr.Neustadt/Neunkirchen?
Ihr naiver Glauben an den gütigen, weisen Staat inklusive demütiger Selbstentmündigung gehört Ihnen ganz alleine - ich habe jedenfalls nicht die Absicht, mich daran zu "gewöhnen"
Ihr unbequemer Systemkritiker-Zorn trägt Sie leider am Thema vorbei.
Dem Stammtisch-Argument "Wieso soll XXX mein Steuergeld bekommen?" war einfach weiter zu spinnen. Es geht um die wahllose Ablehnung staatlicher Förderung, eben auch die grundsätzliche Ablehnung der Förderung von Krankenhäusern. Mehr war nicht Thema.
Als Bürger der mit der Verwendung seiner Steuern im Großen und Ganzen zufrieden ist, werde ich wohl die Ablehnung staatlicher Förderung per se kritisieren dürfen ohne Fehlplanungen bei der Krankenanstaltenplanung rechtfertigen zu müssen.
Wenn das für Sie bereits naiv, demütig oder unmündig ist, wünsch' ich Ihnen einen besseren Tag morgen, heute dürfte es ja nicht so super gelaufen sein.
wenn ich lese wie viele menschen hier zb. die zwangsgebühren kritisieren , da helfen auch die strichler und hohlen phrasen nichts mehr.
ich schwöre , ich hab mindestens 20 jahre keinen orf geschaut , radio ganz selten - kein ö3 oder ähnliches - ö1 hin und wieder
wer bezahlt für etwas , was er nicht konsumiert?
nur weil ich was könnte , muss ich es auch tun?
ich könnte rot wählen , muss ich es tun?
wie sehr der konsumismus unsere gesellschaft durchdrungen hat. du zahlst orf-gebühren damit es in diesem land neben raiffeisen und dichand noch andere medien gibt. du zahlst für die vielfalt. ob und wie du sie nutzt ist deine sache.
Ich habe den Eindruck, dass sich die "Repräsentationsorgane" nur noch darum kümmern möglichst viel Einfluss auf die Medien zu haben. Sei es durch neue Gesetze, persönliche Kontakte oder finanzielle Transaktionen. Vermutlich war das früher nicht anders, aber so offensichtlich war es noch nie. Alles andere scheint zweitrangig zu sein (Auch bei der Abstimmung über die Wehrpflicht habe ich mittlerweile das Gefühl, dass der mediale Schlagabtausch und die Beurteilung der Beteiligten wichtiger ist als das Thema selbst).
wenn man das Programm dazu ansieht. Solange ORF1 tagtäglich kaum besser ist, als RTL2, sollte man den Schrott wenigstens kostenlos sehen können. Und Werbung hat der ORF auch zu viel im Hinblick auf die Gebühren, die er uns aufbrummt!
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