Hollande: Geiselbefreiung in Somalia gescheitert

12. Jänner 2013, 23:15
  • LAut Präsident Hollande ist die französische Geisel Denis Allex tot.
    foto: apa/epa

    LAut Präsident Hollande ist die französische Geisel Denis Allex tot.

Frankreichs Präsident: Entführter Geheimdienstagent "ohne Zweifel" hingerichtet

Mogadischu/Paris - In Somalia ist die gewaltsame Befreiung einer französischen Geisel gescheitert und hat in einem Blutbad geendet. Präsident Francois Hollande gestand am Samstagabend den Misserfolg der Aktion ein. Der Einsatz sei erfolglos gewesen, heißt es in einer Erklärung Hollandes. Ein französischer Soldat starb, ein zweiter gilt seither als vermisst. Zudem sei die Geisel, ein französischer Geheimdienstagent, "ohne Zweifel" hingerichtet worden.

Gemäß Angaben des Verteidigungsministeriums seien beim nächtlichen Einsatz in Bulomarer, im Süden des Landes, 17 "Terroristen" getötet worden. Die Islamisten hätten den Angriff durch ihre "Kompromisslosigkeit" provoziert, indem sie dreieinhalb Jahre lang Verhandlungen verweigert und die Geisel Denis Allex unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten hätten.

Die islamistische Shabaab-Miliz wies die Angaben zum Tod der Geisel zurück. Die französischen Streitkräfte hätten mit Helikoptern ein Haus angegriffen, in dem sich Allex gar nicht aufgehalten habe. Er sei am Leben, über sein Schicksal solle nun "innerhalb zweier Tagen" entschieden werden, hieß es in einer Mitteilung.

Drei Zivilisten getötet

"Wir wissen nicht genau, was geschehen ist, weil der Angriff in der Nacht erfolgte", sagte ein Einwohner Bulomarers der Nachrichtenagentur AFP. "Aber heute Morgen haben wir mehrere Leichen gesehen, darunter auch einen Weißen."

Nach seinen Angaben wurden beim Einsatz auch drei Zivilisten getötet. Laut mehreren weiteren Zeugen waren am Angriff etwa 110 Kilometer südlich der somalischen Hauptstadt Mogadischu vier Helikopter beteiligt.

Denis Allex, womöglich ein Deckname, war am 14. Juli 2009 gemeinsam mit einem Berufskollegen entführt worden. Dem Kollegen gelang später die Flucht. Offiziellen Angaben zufolge waren die beiden Männer an der Ausbildung der somalischen Polizei und der Präsidentengarde beteiligt.

In Afrika befinden sich zurzeit neun Franzosen in den Händen islamistischer Entführer. Die Shabaab-Miliz verlor in Somalia in den vergangenen Monaten stark an Einfluss, kontrolliert aber noch immer Teile des Südens und des Zentrums des ostafrikanischen Landes. (APA, 12.1.2013)

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Somalia, ein failed state, wie Afghanistan und Irak.

In Libyen und Syrien arbeitet man nach Kräften danach.

ein kriegführender sozialist. pfui teufel!

Tip an Hollande: in Syrien laufen noch jede Menge Islamisten rum. Statt die zu unterstützen braucht er nur das Gegenteil machen und könnte dort die staatliche Ordnung wiederherstellen.

Und wie wärs wenn man gar nichts macht und niemanden unterstützt? Das wäre meiner Meinung nach die einzig richtige Lösung.

Nur, um Syrien geht es hier nicht.

die toten zivilisten haben einfach pech gehabt.
einer der unzähligen "kollateralschäden" im kampf des staatsterrorismus gegen den terrorismus.

krieg ist nunmal dazu da, dass Menschen sterben.

sagt der Poster vorm Computer...

spielt keine rolle von wo aus ich es sage, die aussage bleibt wahr

"Ohne Zweifel" hingerichtet

Pic or it didn't happen, ohne Leiche kein Beweis.

Nach Genfer Konvention sind gefangene feindliche Agenten in einem kriegerischen Konflikt übrigens nicht geschützt, man kann sie theoretisch sofort standrechtlich erschießen lassen. Den Gefangenen als "Geisel" zu bezeichnen ist schon ziemlich wertend, denn nicht einmal die Franzosen behaupten, er sei ein Zivilist.

Beweis

hat irgendwer die Überreste von Bin Laden gesehen?

Hat irgend jemand die Leiche J. Caesars gesehen? Muss er deshalb noch leben?

Die Genfer Konvention ist ein Teilbereich des HUMANITÄREN Völkerrechts. Morde oder standesrechtliche Hinrichtungen sind darin nie (!) gerechtfertigt und gelten IMMER als Kriegsverbrechen.

Es gibt keine Kategorie von Gefangenen, die man töten darf.
Das Genfer Abkommen IV regelt den Umgang mit Zivilisten bei bewaffneten Konflikten.
Die Genfer Abkommen III regelt den Umgang mit Kriegsgefangenen (also militärischen Personen- Soldaten uä).

Ich bin Frankreich dankbar, dass sie bereit sind, in diesem Wahnsinn zu intervenieren und hoffe, dass das Land möglichst bald von diesen Verbrechern befreit wird und dass die Zahl der Opfer möglichst gering bleibt.
Hier hat die Bevölkerung um Hilfe gerufen.
Wer rotstricherlt möge bitte erklären, wieso er einem Land, welches bis vor kurzem eine stabile Demokratie mit wirklichen freien Menschen hatte wünscht, dass es durch einen brutalen Überfall von Islamisten zerstört wird.

"Es gibt keine Kategorie von Gefangenen, die man töten darf" - Falsche Prämisse

"Zudem befürchten Militärs, dass, wenn sich die Truppen zu weit von ihren traditionellen Aufgaben wegbewegen, sie Gefahr laufen, bei einer Verhaftung als Agenten behandelt zu werden. Für diese gelten die Genfer Konventionen nicht."

Siehe:
http://newsv1.orf.at/100525-51582/

^^ den ORF als Quelle zu nennen ist schon sehr mutig :P

Die Prämisse in dem Artikel ist schonmal falsch: den Shahab Milizen ist die Genfer Konvention sowieso wurscht. Meine Antwort war darauf gemünzt, dass der Vorposter behauptet hat, die Genfer Konvention würde die Ermordung von "Agenten" rechtfertigen. Das stimmt schlicht und ergreifend nicht.

Hier geht es um Islamistische Terroristen und ihr quasselt über die Einhaltung der Genfer Konvention. Terroristen sind per se keine regulären militärischen Einheiten und die halten sich daher auch nicht an die Konvention. Er hätte auch ein Zivilist sein können, es hätte keine Rolle gespielt.

Mit dem "bisher demokratischen Land" ist natürlich Mali gemeint, nicht Somalia (war beim schreiben Gedanklich dort,w eil grad so aktuell ist). Aber auch den Somalis wünsche ich natürlich, dass sie sich bald von den Islamisten befreien können.

das ist wunschdenken. die einzige möglichkeit die bestünde, wäre ein anhebung des dortigen lebensstandards, damit die leute wieder den glauben an eine zukunft haben. aber so wird alles weiter im chaos versinken und ich sehe keinen weg wie sie sich selbst befreien könnten. selbst wenn sie es wollten es gibt genug schwer bewaffnete milizen die denen einen strich durch die rechnung machen.

manche gebiete hätten ja sogar reiche rohstoffvorkommen aber selbst diese werden durch die milizen ausgebeutet. da gibt es praktisch keine hoffnung.

das gilt mMn für alle afrikanischen konfliktgebiete.

?Was heisst Wunschdenken? Dass sich die Bevölkerung alleine befreien soll, hab ich ja nie verlangt. Im Gegenteil: ich begrüße eine Unterstützung der Bevölkerung auch durch ausländische Streitkräfte.

Mali betreffend gibt es eine klare UNO-Resolution.
Den Islamisten ist Wohlstand ziemlich wurscht. Ganz im Gegenteil: sie lehnen den westlichen Begriff des Wohlstands ab und verbieten es mit Terror der Bevölkerung daran teilzuhaben. Sie wollen weder Bildung noch technologischen Fortschritt. Und schon gar nicht demokratische Verhältnisse.
Nona wird man sich um eine Besserung des Wohlstands kümmern müssen. Aber jetzt gehts mal darum, diese islamistische Bande zu vertreiben, die einen territorialen Konflikt mit den Tuareg im Norden genutzt hat, um sich an die Macht zu terrorisieren.

Was hat der Begriff "Geisel" damit zu tun ob man Zivilist ist oder nicht?
Was ist denn ein Agent oder Soldat in Gefangenschaft, der mit einer Hinrichtung bedroht wird, sonst?

Und was hat die Genfer Konvention in dem Kontext zu tun? Somalia hat doch seit 1962 weder an Genfer Konventionen teilgenommen, noch deren Zusätze ratifiziert - und da es sich hierbei um einen Konflikt zwischen Frankreich und der Shabaab-Miliz und nicht dem Somalia von 1962.

Zudem besagt die Genfer Konvention nicht, dass man für jene, die keinen besonderen Schutz genießen eine "standrechtliche" Hinrichtung vollziehen kann/soll/muss oder verweigert einem Land einen Staatsbürger befreien zu wollen.

"Standrechtlich erschießen". Das ist ziemlich ekelhaft von Ihnen.

Wie kann man eine Situation so falsch einschätzen?

Leiden die in Politik und Militär immer noch unter kolonialer Überheblichkeit?

Oder mussten wieder einmal schnell - und um jeden Preis - "Ergebnisse" geschaffen werden?

Drei Jahre sind nicht besonders schnell, finde ich.

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