Huaweis Android-Riesen Ascend D2 und Mate angetestet

  • Das Ascend Mate ist mit einem 6 Zoll großen Display ausgestattet.
    foto: derstandard.at/riegler

    Das Ascend Mate ist mit einem 6 Zoll großen Display ausgestattet.

  • Für die Bedienung mit einer Hand ist das Mate schon zu groß.
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    Für die Bedienung mit einer Hand ist das Mate schon zu groß.

  • Beim Ascend D2 setzt Huawei auf ein kleineres, aber besseres Display.
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    Beim Ascend D2 setzt Huawei auf ein kleineres, aber besseres Display.

  • Auch sind beim D2 bessere Kameras verbaut.
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    Auch sind beim D2 bessere Kameras verbaut.

Chinesischer Hersteller bringt "Phablets" mit "Super Retina Display" und Quad-Core-Prozessor

Neben seinem ersten Smartphone mit Windows Phone 8, dem Ascend W1, hat der chinesische Hersteller Huawei auf der CES in Las Vegas auch zwei neue Android-Smartphones präsentiert. Der WebStandard hatte auf der Messe die Gelegenheit, das Ascend D2 und das Mate kurz in Augenschein zu nehmen.

Zwillige mit Unterschieden

Beim Gehäuse setzt Huawei bei den neuen Geräten auf ein schlankes Profil und zurückhaltendes Design. Beide Modelle besitzen jedoch eine Kunststoffrückseite, die sich nicht mit hochwertigeren Modellen wie Nexus 4, iPhone 5 oder Xperia Z messen kann. Abgesehen von den technischen Ausstattung unterscheiden sich das D2 und das Mate vor allem bei der Display-Größe.

6-Zöller Mate

Das Mate ist mit einem 6,1 Zoll großen ISP+-Screen ausgestattet, der eine Auflösung von 1.280 x 720 Pixel aufweist. Die Pixeldichte liegt mit 240 ppi hinter jener von Konkurrenzmodellen. Die Bildqualität ist dennoch gut. Dank einer "Magic Touch" genannten Technologie lässt sich das Display auch mit Handschuhen bedienen.

Durch das große Display wird das Gehäuse auf 163,5 x 85,7 x 9,9 mm aufgeblasen. Die Bedienung mit einer Hand ist nahezu unmöglich, wenngleich Huawei das Android-Interface so überarbeitet hat, dass etwa die Tastatur an einer Smartphone-Seite zur leichteren Bedienung mit dem Daumen ausgerichtet ist. Immerhin bleibt das Smartphone für seine Größe mit 198 Gramm relativ leicht.

Ausstattung

Zur Ausstattung des Mate zählen noch ein 1,5 Ghz schneller Quad-Core-Prozessor, 2 GB Arbeitsspeicher WLAN mit DLNA und Wi-fi-direct-Unterstützung und Bluetooth 4.0. Die Hauptkamera bietet 8 Megapixel, auf der Vorderseite ist eine zweite 1-Megapixel-Kamera integriert.

Performance

Zur Performance kann im Kurztest nur wenig gesagt werden. Die Bedienung wirkt auf den ersten Blick sehr flüssig, die Kamera löst schnell aus. Interessant wird bei einem Langzeittest vor allem die Akkulaufzeit, schon alleine wegen des großen Displays. Huawei hat dafür einen 4.050mAh-Akku eingebaut und verpricht bis zu 9 Tage Stand-by in 3G-Netzen. Bei durchschnittlicher Nutzung soll es sogar zwei volle Tage ohne Nachtanken auskommen.

Ascend D2 mit "Super Retina Display"

Beim zweiten Android-Modell, dem Ascend D2, übt Huawei etwas mehr Zurückhaltung bei der Bildschirmgröße - hier sind es "nur" 5 Zoll. Dafür schießt das Unternehmen mit 443 ppi (bei einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel) direkt gegen Apples iPhone. Huawei hat dafür den Begriff "Super Retina LCD" ersonnen - Apple nennt seine hochauflösenden Displays bei iPhone, iPad und MacBook bekanntlich Retina-Display.

Das Display des D2 ist zwar sehr gut, im Vergleich mit anderen Smartphones dieses Kalibers aber nicht deutlich besser.

13-Megapixel-Kamera

Wie beim Mate kommen ein 1,5 GHz getakteter Quad-Core-Chip und 2 GB Arbeitsspeicher zum Einsatz, ebenso wie WLAN 802.11 a/b/g/n und Bluetooth 4.0. Besser ausgfallen sind die beiden Kameras - die Hauptkamera bietet 13 Megapixel und ermöglicht Fotos mit hohem Detailgrad. Die Ergebnisse konnten zwar nur auf dem Smartphone-Bildschirm selbst betrachtet werden, wirken im Kurztest aber überzeugend. Die Frontkamera löst mit 1,3 Megapixel auf.

Mit 140 x 71 x 94, mm und 170 Gramm liegt der 5-Zöller etwas besser in der Hand als das Mate. Die Standby-Zeit des 3.000mAh-Akkus gibt Huawei mit bis zu 6 Tagen an.

Android 4.1 mit Anpassungen

Auf beiden Modellen läuft Android 4.1.2 mit einigen gewöhnungsbedürftigen Anpassungen durch den Hersteller. Die eigene Oberfläche, die Huawei über Jelly Bean gezogen hat, wirkt bisweilen etwas inkonsistent.

Fazit

Beim Trend zu den riesigen Displays fühlt sich nicht jede/r Smartphone-NutzerIn zu Hause. Lassen sich die 4-Zöller gerade noch mit einer Hand bedienen, verlangen die "Phablets" (ein von Samsungs Note geprägter Mix auf "Phone" und "Tablet") ihren Besitzern einen größeren Balance-Akt mit den Händen ab.

Beide Modelle werden nach dem Start am asiatischen Markt im ersten Quartal erst im Sommer in weiteren Ländern erwartet. Die offiziellen Preise sind noch nicht bekannt, dürften aber angesichts der guten Ausstattung bei etwa 600 Euro liegen. (Birgit Riegler, derStandard.at, 17.1.2012)

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