Fasching

Antonio Fian, 11. Jänner 2013, 19:02

Jänner 2013. Kaffeehaus in einer österreichischen Bezirksstadt

(An einem der Tische zwei Frauen um die vierzig. Prosecco.)

DIE ERSTE: Und? Warst du gestern?

DIE ZWEITE: Sicher. Ich gehe jedes Mal. Schon wegen der drei Blödiane.

DIE ERSTE: Die sind super. Am meisten taugt mir der Koch.

DIE ZWEITE: Ich finde den Schneider besser. Er ist irgendwie schräger.

DIE ERSTE: Der Tischler ist jedenfalls der schwächste. Reiner Stichwortgeber.

DIE ZWEITE: Meine absoluten Favorites sind ja die zwei Vollkoffer.

DIE ERSTE: Politisch sind sie okay, aber so furchtbar frauenfeindlich.

DIE ZWEITE:

Die Wetterhex' gibt ihnen schon Paroli.

DIE ERSTE: Die ist auch gut, stimmt, vor allem wenn sie gemeinsam mit dem Bauerntrampel auftritt.

DIE ZWEITE: Und der Prinz, wie findest du den?

DIE ERSTE: Wesentlich besser als voriges Jahr.

(Das Gespräch geht weiter. Licht auf drei etwa gleichaltrige Frauen am Nebentisch.)

DIE DRITTE (amüsiert): Erstaunlich, wie eingehend bei euch so eine Faschingsveranstaltung diskutiert wird.

DIE VIERTE: Wie kommst du auf Fasching? Die waren beim Rotary-Club.

DIE FÜNFTE: Nein. Die Rotarier tagen Montag. Gestern war Gemeinderatssitzung.

(Vorhang)

(Antonio Fian, DER STANDARD, 12./13.1.2013)

Gebet für Herrn Fian:

"Herr, wirf ihm Hirn vom Himmel". Ganz ehrlich - so "an Schaß" habe ich schon lange nicht mehr gelesen ....

Schas schreibt man mit weichem "s".
Weich ausgesprochen. Wie ein Schas eben.
Ich empfehle Ihnen regelmäßige Übungen.

da sind wir ja beruhigt,

wenn das "an" - siehe oben - nicht auch noch zum Üben angesagt ist. Wie gesagt: ob "s" oder "ß" das Darmolett - Verzeihung - es sollte Dramolett lauten, bleibt "a Schas", so recht jetzt?

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