Jobs: Weiterhin beste Aussichten für Fachleute

11. Jänner 2013, 18:05
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Gute Nachrichten bezüglich des Arbeitsmarkts waren zuletzt Mangelware. Nun zeigt eine Befragung, dass die meisten heimischen Firmen einstellen

Im Jahresdurchschnitt rund 280.000 Arbeitslose, Schulungen eingerechnet, sogar etwa 350.000. Dazu Mangel an Lehrstellen und Probleme für die Generation 50+. Diese Perspektive der Wirtschaftsforscher (Wifo und IHS) auf den heimischen Arbeitsmarkt ist vielleicht im europäischen Vergleich (nach unten) relativ erfreulich. Viel mehr Positives lässt sich daraus kaum ablesen - vor allem nicht wenn zusätzlich rund ein Viertel der Schulabgänger Probleme mit zusammenhängendem Lesen und einfachem Rechnen hat und zigtausende Junge ohne Schulabschluss in den Statistiken gar nicht auftauchen.

So weit die eine Seite. Auf der anderen Seite suchen Unternehmen intensiv gut Qualifizierte, können Experten- und Fachkräftepositionen nicht besetzen. Die Kluft zwischen hoch Qualifizierten und jenen mit lediglich basalen Bildungsabschlüssen, für die es kaum Perspektiven gibt, vergrößert sich offenbar rasant.

Hochschulabsolventen hoch im Kurs

Laut aktueller Umfrage der Recruitingexperten von Hays in Österreich, der Schweiz und in Deutschland suchen gut zwei Drittel der befragten über 700 Personalentscheider und Geschäftsführer neues Personal im Dienstleistungsbereich, in der Industrie und auch im öffentlichen Bereich. In Österreich sind es sogar 77 Prozent. Demnach werden hierzulande am stärksten Hochschulabsolventen gesucht (fast 80 Prozent), gefolgt von Fachkräften (75 Prozent) und verschiedenen Experten für diverse Bereiche (68 Prozent).

Gleichzeitig geben dieselben Unternehmen an, große Schwierigkeiten bei der Rekrutierung zu haben. Welche Gemengelage da dahintersteht - ob es tatsächlich nur der pure Mangel an Kompetenzen ist oder ob den Qualifizierten nicht angeboten wird, was sie suchen und gerne hätten (etwa Flexibilität für eine Work-Life-Balance) -, wurde in dieser Umfrage nicht vertiefend behandelt.

Social Media nicht "modern"

Größter Mangel - somit allerbeste Job- und Karrierechancen - wird jedenfalls in der IT und der EDV angegeben. Mehr als die Hälfte der Firmen sucht in diesen Bereichen. Immerhin noch 35 Prozent wollen im Forschungsbereich einstellen, 25 Prozent in den Finanzen. Ein Viertel der befragten Österreicher sucht auch im osteuropäischen Raum, da sind es aber überwiegend die großen Firmen, die internationale Recruitingstrategien fahren.

Die am geringsten genützten Wege, um an die offenbar so dringend genutzten Pretiosen zu gelangen, ist laut dieser Umfrage die Begleitung von Bachelor- und Masterarbeiten (33 Prozent in Österreich). Eigene Karrierewebsites, Jobportale, Stellenanzeigen und Präsenz an Hochschulen erscheinen als hauptsächliche "Kanäle" ebenso wie Dienstleistungen von Personalberatungen. Das Thema Employer-Branding, also die Bewerbung der Arbeitgebermarke, wird also "top" bleiben.

Joboffers zu twittern oder via Netzwerken anzuwerben ist demnach noch nicht modern: In Österreich werden demnach Social Media im Recruiting nur von 25 Prozent genutzt, in Deutschland von rund 40. Dies mag an der mittelständischen Struktur der heimischen Wirtschaft liegen. (Karin Bauer, DER STANDARD, 12./13.1.2013)

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