Schallplatten aus dem Drucker: Eine Frage des Urheberrechts

11. Jänner 2013, 10:36
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Trotz der schlechten Tonqualität könnten sich Musikpiraten irgendwann an Druckanleitungen erfreuen

Mit 3D-Druckern lässt sich heutzutage allerhand machen: Architektur-Modelle, Spielzeug oder Schlüsselanhänger. Durch die immer günstigeren Drucker und das dafür vorgesehene Material haben sich schon einige originelle Ideen ergeben. So hat eine amerikanische Audio-Expertin laut Pressetext funktionsfähige Schallplatten gedruckt. 

Anleitungen bereits auf Pirate Bay

Amanda Ghassei hat für ihr Experiment Songs von Nirvana und anderen Künstlern gewählt und dafür einen Tonträger mit einem 3D-Drucker hergestellt. Das Prinzip klingt relativ einfach: Die vom Song produzierten digitalen Wellen werden dafür in ein 3D-Modell umgewandelt, das anschließend vom Drucker umgesetzt wird. Die Qualität ist vor allem deshalb schlecht, da die digitalen Daten nur zu einem Bruchteil auf das analoge Medium übertragen werden können. Anleitungen für den Druck sind mittlerweile auch auf The Pirate Bay zu finden. 

Tonqualität sehr schlecht

Ob durch den Druck bzw. die Darstellung eines Lieds in Form einer Druckeranleitung überhaupt eine Urheberrechtsverletzung vorliegt, ist nicht abgeklärt und wird künftig eine große Frage sein, die bislang unbeantwortet im Raum steht. Befürchtet wird, dass Musikpiraten sich dieses neue Werkzeug zu Nutze machen könnten, falls irgendwann die Qualität der selbstgedruckten Tonträger MP3-verwöhnten Ohren angepasst wird. Die Projektleiterin glaubt allerdings nicht, dass die aus Kunstharz gefertigten Scheiben überhaupt jemals eine akzeptable Qualität erreichen werden, sollten sich die Druckverfahren nicht ändern. (red, derStandard.at, 11.1.2013)

 

Links:

Pressetext

  • Die Tonqualität selbstgedruckter Schallplatten lässt noch zu wünschen übrig
    screenshot: youtube/amanda ghassei

    Die Tonqualität selbstgedruckter Schallplatten lässt noch zu wünschen übrig

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