Genmanipulation bei Erbsen führt doch nicht zu erhöhtem Allergierisiko

11. Jänner 2013, 12:02
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Vor Jahren gab es Hinweise auf allergene Wirkung, darauf hin wurde die Entwicklung an der genetisch modifizierten Variante gestoppt

Wien - Eine bestimmte Art genveränderter Erbsen soll aufgrund dieser Modifikation zu Allergien führen - dies zumindest war eine bisher gängige Annahme, die sich aus früheren Tests an Mäusen ergeben hatte. Eine aktuelle, an der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien durchgeführte Studie hat diese Vermutung nun widerlegt, teilte die Universität am Donnerstag mit. Die Entwicklung der Pflanzen war allerdings bereits vor Jahren gestoppt worden.

Der Hintergrund: Bei den gentechnisch veränderten Erbsen wurde das Gen für das Protein aAI - ein natürlicher Bestandteil von Bohnen - eingefügt. Diese sind dadurch gegen den Gemeinen Erbsenkäfer (Bruchus pisorum) resistent, der bei Erbsen die Ernten um bis zu 30 Prozent reduzieren kann. Aus diesem Grund wurden in den Jahren 1994 bis 2005 Erbsen entwickelt, welche mithilfe der Gentechnik dieses "Bohnen-Gen" enthalten. Die weitere Entwicklung wurde jedoch gestoppt, nachdem erste Tests mit diesen Erbsen eine allergene Wirkung zeigten.

Die neue Studie aus Wien kommt jedenfalls zu einem gegenteiligen Ergebnis. Bei der wissenschaftlichen Arbeit handelt es sich um Versuchsreihen an Mäusen. Dabei zeigte sich, dass Hülsenfrüchte wie Erbsen, Kichererbsen und Bohnen bei den kleinen Nagern generell Allergien hervorrufen können. Und zwar unabhängig davon, ob in ihnen das Protein aAI natürlich, durch gentechnische Modifikation oder überhaupt nicht enthalten ist.

Reaktionen auch bei nicht modifizierten Erbsen

Dazu Studienleiterin Michelle Epstein von der Universitätsklinik für Dermatologie, Abteilung für Immunodermatologie und infektiöse Hautkrankheiten am Wiener AKH: "Sogar der Verzehr nicht gentechnisch modifizierter Erbsen führte zu einer allergischen Reaktion auf das Protein aAI."

Verantwortlich für dieses überraschende Ergebnis ist laut der Expertin folglich auch nicht - wie bisher angenommen - die gentechnische Modifikation mit dem Protein aAI, sondern eine Kreuzreaktion mit einem anderen in Erbsen vorhandenen Protein. Dieses sogenannte Erbsen-Lektin scheint der wahre Grund für die Allergie auf das Protein aAI zu sein.

Die Wissenschafterin: "Diese Erkenntnis belegen unsere Versuche. Dabei zeigte sich, dass mit dem Protein aAI gentechnisch modifizierte Erbsen die gleiche allergene Wirkung haben wie Bohnen oder gentechnisch nicht veränderte Erbsen." Um die Frage einer möglicherweise erhöhten allergenen Wirkung der untersuchten genmodifzierten Erbsen abschließend zu beantworten, sind demnach weitere Studien erforderlich. Die Untersuchung der Forscherin wurde soeben in "PLoS ONE", der international bedeutendsten wissenschaftlichen Open Access-Fachzeitschrift, veröffentlicht. (APA/red, derStandard.at, 10.01.2013)

  • Die genetischen Modifikationen sollte die Erbsen gegen den Gemeinen Erbsenkäfer immun machen. Nachdem sich zunächst Hinweise ergaben, dass die Genveränderung zu Allergien führt, wurde die Entwicklung gestoppt.
    foto: archiv

    Die genetischen Modifikationen sollte die Erbsen gegen den Gemeinen Erbsenkäfer immun machen. Nachdem sich zunächst Hinweise ergaben, dass die Genveränderung zu Allergien führt, wurde die Entwicklung gestoppt.

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