Ein Killer sucht seine Mama

10. Jänner 2013, 16:58
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Knochen brechen, Blut spritzt, Augen blicken testo sterongesättigt in die Kamera

Es gibt Fernsehserien, die machen tschin, und es gibt welche, die machen bum. Wenige schaffen das Unmögliche und kombinieren die beiden Geräusche zu einem infernalischen, aber fesch geschnittenen Geräusch, das ungefähr so klingt, wie wenn man mit einem Flugzeugträger nicht rechtzeitig bremsen kann und das Ungetüm sich vom Hafen her nun auf Land Richtung Stadtzentrum vorarbeitet.

Zu dieser Gattung zählt zweifellos die jetzt auf dem Kabel-Bezahlsender Sky Atlantic anlaufende HBO-Serie XIII - Die Verschwörung. In jeweils am Donnerstag ab 22 Uhr erstausgestrahlten Folgen geht es wieder einmal um nichts weniger als die gute alte Weltverschwörung. Als Vorlage diente ein gleichnamiger belgischer Comic von Jean Van Hamme.

Es geht um einen identitätslosen Elitesoldaten (verkörpert von Stuart Townsend), der die US-Präsidentin ermordet haben soll. Tot ist sie auf jeden Fall. Auf der Suche nach den Hintermännern des Komplotts und auch sehr vehement auf der Suche nach sich selbst, allerdings ohne philosophisches Hanky-Panky, wird diese Entwicklungsromanfigur in Gestalt einer Killermaschine mit dem belgischen Furor des aus dem Bubenkino des ausgehenden letzten Jahrhunderts bekannten Kampfzwergs Jean Claude Van Damme auffrisiert.

Knochen brechen, Blut spritzt, Augen blicken testo sterongesättigt in die Kamera. Nebenher explodieren Sachen. Autos crashen. Helikopter bedrohen das Gute im Menschen. Das schöne an klassischen Comics ist, dass man sich zwischen den sparsamen Bildern das meiste selbst denken muss. Hier sieht man alles. Schade eigentlich. Weniger wäre wieder einmal mehr gewesen. (Christian Schachinger, DER STANDARD, 11.1.2013)

  • HBO-Serie "XIII - Die Verschwörung" auf Sky Atlantic.
    foto: sky/hbo

    HBO-Serie "XIII - Die Verschwörung" auf Sky Atlantic.

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