Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Ein internationales Forschungsteam hat mit großer Präzision die Rolle des Protons bei der schwachen Wechselwirkung - eine der vier fundamentalen Kräfte der Natur - bestimmt. Die Ergebnisse bestätigen theoretische Voraussagen und gibt dem Standardmodells der Teilchenphysik damit Recht. In dem Experiment wurde beobachtet, mit welcher Wahrscheinlichkeit Myonen von Protonen eingefangen werden - ein Prozess, der von der schwachen Wechselwirkung bestimmt wird.
Die Forscher haben darauf geachtet, nicht nur die zahlreichen technischen Fehlerquellen auszuschließen, sondern auch die "psychologischen". Durch ein trickreiches Verfahren konnten sie verhindern, dass sie sich bei der Auswertung der Messergebnisse unbewusst von den bekannten theoretischen Voraussagen beeinflussen ließen. Die moderne Beschreibung des untersuchten Prozesses beruht auf Ideen, die vor 50 Jahren vom amerikanischen Physiker Y. Nambu entwickelt wurden, der 2008 dafür den Physiknobelpreis erhalten hat.
Erst jetzt war es möglich, die theoretischen Vorhersagen mit der notwendigen Genauigkeit zu überprüfen. Das Projekt zeigt, dass die Teilchenphysik neben Experimenten an den großen Beschleunigeranlagen im Hochenergiebereich auch Untersuchungen mit hohen Teilchenzahlen braucht, für die das Paul Scherrer Institut (PSI) im Schweizer Villigen die besten Voraussetzungen bietet. Das Ergebnis ist im Fachjournal "Physical Review Letters" erschienen. Die American Physical Society (APS) hat das Ergebnis mit einer Zusammenfassung auf ihrer Webseite gewürdigt.
"Die schwache Wechselwirkung ist eine der vier Grundkräfte der Natur. Auch wenn sie nicht Teil unserer Alltagserfahrung ist, so ist sie doch an vielen wichtigen Vorgängen beteiligt wie der Energieerzeugung in der Sonne oder dem Zerfall von Teilchen", führt Klaus Kirch, Leiter des Labors für Teilchenphysik am PSI, aus. Zudem ist sie unverzichtbarer Bestandteil des Standardmodells, der zurzeit besten Beschreibung der Welt der Elementarteilchen. Nun hat ein internationales Forscherteam aus den USA, Russland, Belgien und der Schweiz genau untersucht, wie das Proton an der schwachen Wechselwirkung teilhat.
Konkret hat man die "pseudoskalare Kopplung" bestimmt, eine der Kopplungskonstanten, die festlegen, wie stark die schwache Wechselwirkung für das Proton ist. Das Proton ist einer der fundamentalen Bausteine der Materie, die uns umgibt. Selbst besteht es aber aus weiteren Unterteilchen, den Quarks und Gluonen. Daraus ergibt sich ein komplexes Verhalten des Protons, das mit derzeitigen Computern nicht exakt zu berechnen ist. Es gibt aber angenäherte - effektive - Rechenverfahren, deren Berechnungen sehr gut mit den Ergebnissen des Experiments übereinstimmen.
In ihrem Experiment haben die Forscher untersucht, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Proton ein Myon einfängt - eine Reaktion, für die die schwache Wechselwirkung verantwortlich ist. Das Myon ist dem Elektron sehr ähnlich, aber etwa 200-mal schwerer und instabil - es zerfällt in rund zwei Millionstelsekunden in andere Teilchen. Genau so wie das Elektron in einem normalen Wasserstoffatom kann auch das Myon an das Proton gebunden werden. Da es aber deutlich schwerer ist, ist es viel näher am Proton, und so kann es leichter zu einer Einfangreaktion kommen. Das Proton wandelt sich dabei in ein Neutron um und das Myon in ein Neutrino.
"Das Herzstück des Experimentes war eine "Zeitprojektionskammer", die in einem Behälter mit extrem reinem Wasserstoffgas eingebettet war. Mit dieser Kammer konnte die Spur jedes Myons dreidimensional bis zum Stopp aufgezeichnet werden - eine notwendige Grundbedingung für die hohe Präzision des Experiments. Die Kammer ist in einer Zusammenarbeit der Detektorengruppe und der technischen Dienste des PSI neu entwickelt worden", erklärt Malte Hildebrand, Forscher am PSI und Leiter der Detektorengruppe.
"In die Zeitprojektionskammer wurde jeweils ein einzelnes Myon hineingebracht", sagt Bernhard Lauss, Experimentalphysiker am PSI und neben Peter Kammel von der University of Washington-Seattle, Sprecher des Experiments, einer der beiden an den Forschungen beteiligten Österreicher. "Es verdrängte das Elektron aus einem der Wasserstoffatome und bewegte sich an dessen Stelle um das Proton - den Kern des Wasserstoffatoms." Nun kann das Myon zerfallen und ein Elektron aussenden, das von Detektoren registriert wird. Das ans Proton gebundene Myon kann aber auch vom Proton eingefangen werden und so auf noch einem weiteren Weg verschwinden.
Wegen dieser zusätzlichen Möglichkeit "lebt" ein Myon in der Nähe eines Protons im Mittel kürzer als ein freies Myon. Diese Lebensdauer bestimmt man, indem man die beim Zerfall entstehenden Elektronen beobachtet. Aus dem Vergleich dieser Lebensdauer mit derjenigen des freien Myons, die aus Messungen am PSI sehr genau bekannt ist, kann man die entsprechende Kopplungskonstante berechnen. (red, derStandard.at, 13.01.2013)
Abstract
Physical Review Letters: Measurement of Muon Capture on the Proton to 1% Precision and Determination of the Pseudoscalar Coupling gP
Verstarb nach langer Krankheit im 80. Lebensjahr - Legte mit Raster-Tunnel-Mikroskop Grundstein für die Nanotechnologie
Forscher ersetzen teuren Rohstoff Indium durch Silber-Nanodrähte
Verständnis über Wachstum winziger Strukturen soll kontrollierte Herstellung spezieller neuer Materialien ermöglichen
Platin-Nanopartikel beschleunigen Ethylen-Abbau auch bei niedrigen Temperaturen
Intelligentes Textil erkennt toxische Stoffe in der Umgebung und ändert bei Kontakt seine Farbe
Drahtlose Verbindungen könnten in Zukunft Lücken in der Versorgung mit Breitband-Internet schließen
Nach zwei Fehlschlägen gelingt der vierte Test des Flugzeugs mit Scramjet-Antrieb: Dreieinhalb Minuten Flug mit Mach 5,1
Tiroler Forscher zeigen "Zweite Welle" in Quantengas
Teilchenphysiker Jochen Schieck baut als neuer Leiter des ÖAW-Instituts ab Oktober neuen Forschungsschwerpunkt auf
Photonen-"Quantencomputer" zeigt, was kein klassischer Computer lösen kann
Forscher modifizierten das Material durch starke Zugspannung und schafft damit Basis für winzige Lichtquellen
Forscher untersuchten kurzlebige Isotope von Radium und Radon
US-Konstruktion erreicht 120 Flügelschläge pro Sekunde und ist zu grundlegenden Flugmanövern fähig
Forschungskooperation mit China: Neue Bodenstation am Dach des Wiener Quantenoptikinstituts eingerichtet
Forscher zeigen Kamera, die in Aufbau und Funktion Insektenaugen gleicht - Flugdrohnen könnten damit in Zukunft autonom navigieren
Künftige nanoelektronische Informationsspeicher sind gleichzeitig winzige Batterien
Entwicklung der TU Wien verändert sich bei Temperaturanstieg irreversibel - Indikator mit einfachem Magnetpuls auslesbar
Reise dauert etwa fünf Wochen, weil einige Zwischenstopps und Präsentationen eingelegt werden
Forscher von der Uni gehen der Verarbeitung von Pheromonen beim Tabakschwärmer nach - Die Ergebnisse könnten ähnliche Prozesse bei anderen Tieren und bei Menschen erklären
Wissenschafter des Instituts für Ionenphysik und Angewandte Physik der Uni Innsbruck mit Houskapreis ausgezeichnet
TU-Wien- Forscher entwickeln Virtual-Reality-Verfahren, das aus 100 Quadratmetern unendliche Räume macht
Internationales Physikerteam veränderten erstmals Laserpulse mit Hilfe eines mit nahezu Lichtgeschwindigkeit fliegenden Spiegels aus Elektronen
Polykristalliner Diamant verfügt über die richtigen Eigenschaften für einen einsatzbereiten optomechanischen Schaltkreise gleichsam aus einem Guss
AIT: Lasertechnologie erfasst Schäden rascher und genauer als bisherige Messeinrichtungen
Forscher entwickeln molekulares Werkzeug, mit dem sich der Abbau einzelner Proteine in einer Zelle mit Licht steuern lässt
Wunderbare arbeit aus dem Paul Scherrer Institut (PSI) im Schweizer Villigen. Schade, dass wir solche institute nicht in Oe haben. Man beachte, wie grundlegend die arbeit ist. Trotzdem siedeln sich in der naehe solcher institute oft bahnbrechende industrien an. Man moechte ja nicht glauben, wieviel cutting edge technologies fuer solche experimente noetig sind und dort entwickelt werden. Das ist was ich unter dem „uni-technologischen komplex“ verstehe: etwas reichtum schoepfendes. Ceterum censeo: wir brauchen so etwas auch!
Das würd ich aber selbst als Atheist irgendwie cool finden: Die 4 Grundkräfte Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.
Wir werden alle von Johannes auf der Erde gehalten und Johannes ist umgekehrt proportional zum Quadrat des Abstand.
"Entscheidende Bedeutung hat die der schwache Matthäus durch seine Rolle bei der Fusion von Wasserstoff zu Helium in der Sonne, da nur durch sie die Umwandlung von Protonen in Neutronen möglich ist.", würde dann auf Wikipedia stehen.
Dann würden die vier Evangelisten quasi berichten vom Leben Jesu, quasi als Boten der Großen Vereinheitlichten Theorie, der Grundkraft. Maria wäre ihr Schöpfer, also der Big Bang, der Heilige Geist wäre der Raum selbst, Gott würde außerhalb lümmeln und mit den vielen Universen spielen.
Allerdings würde ich mir als schwache Kernkraft nicht Matthäus (er wird als Mensch oder Engel dargestellt), sondern vielleicht Markus (Löwe) oder Lukas (Stier) vorstellen. Johannes als Adler passt für die Gravitation.
Bei einem nicht kreisförmigen Meer wäre der Abstand von einem Rand zum anderen nicht gleichförmig zehn Ellen.
Oder willst du behaupten, dass da wesentliche Informationen schlicht unerwähnt bleiben? Obwohl das doch Gottes Wort sein soll?
Weil der Zweck des Textes keine Annäherung an Pi war, sondern einfach der Schilderung eines Gegenstandes für den Tempel diente, genau genug, dass man sich darunter des Becken in Form und Größe vorstellen konnte.
Dass Schlauberger daraus dann Pi errechnen, und daraus schließen, die Bibel behaupte Pi=3, kann man nur als Fehlinterpretation des Textes sehen.
Außerdem hatte ich Anfangs nur angemerkt, dass Sie extra "Zitat Bibel" behauptet haben, was niemals ein Zitat, eine "wörtlich übernommene Stelle" ist.
Danke St-Red für solche Artikel!
Darf ich nur eins benürgeln: "Das Proton wandelt sich dabei in ein Neutron um und das Myon in ein Neutrino." - Das ist etwas missverständlich, denn die Reaktion ist p + mu -> n + num (glaubich), dh. sie verwandeln sich nicht gewissermassen separat, wie die Formulierung suggeriert, sondern n und nu sind Produkte der Wechselwirkung.
Zum Thema "dunkle Energie" gab es erst vor kurzem eine interessante Spekulation: Wenn man Atome auf beinahe den absoluten Nullpunkt abkühlt, ändert sich etwas an ihrem Verhalten, sie wirken dann wie "unendlich heiß" statt aschkalt.
http://www.tagesspiegel.de/wissen/ph... 85124.html
... nun gibt es Spekulationen, ob die dunklen Energie" vielleicht bloß ultrakalte Gase sein könnten.
Diese 'negative Temperatur' und 'unendlich heiss' hat mehr damit zu tun wie die Temperatur tatsächlich definiert ist, nämlich über eine Verteilung der Energie über die Teilchen (siehe Maxwell/Boltzmann).
Die Sichtweise von Temperatur vs. die Bewegung der Teilchen ist eine nur gute Vereinfachung.
Diese Spekulationen sind maximal von Pseudowissenschaftlern verfolgt die das Ergebnis nicht richtig deuten (können).
"Dunkle Energe" ist ein Platzhalter für eine Eigenschaft des Raumes oder der Notwendigkeit dass wir eine neue Theorie der Gravitation brauchen.
Wobei die Experimentellen Daten recht wenig Spielraum für eine andere Theorie als die GR lassen
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.