Protonen-Experimente bestätigen Voraussagen des Standardmodells

13. Jänner 2013, 19:02

Internationales Forschungsteam bestimmt mit großer Genauigkeit, wie das Proton an der schwachen Wechselwirkung teilhat

Ein internationales Forschungsteam hat mit großer Präzision die Rolle des Protons bei der schwachen Wechselwirkung - eine der vier fundamentalen Kräfte der Natur - bestimmt. Die Ergebnisse bestätigen theoretische Voraussagen und gibt dem Standardmodells der Teilchenphysik damit Recht. In dem Experiment wurde beobachtet, mit welcher Wahrscheinlichkeit Myonen von Protonen eingefangen werden - ein Prozess, der von der schwachen Wechselwirkung bestimmt wird.

Die Forscher haben darauf geachtet, nicht nur die zahlreichen technischen Fehlerquellen auszuschließen, sondern auch die "psychologischen". Durch ein trickreiches Verfahren konnten sie verhindern, dass sie sich bei der Auswertung der Messergebnisse unbewusst von den bekannten theoretischen Voraussagen beeinflussen ließen. Die moderne Beschreibung des untersuchten Prozesses beruht auf Ideen, die vor 50 Jahren vom amerikanischen Physiker Y. Nambu entwickelt wurden, der 2008 dafür den Physiknobelpreis erhalten hat.

Erst jetzt war es möglich, die theoretischen Vorhersagen mit der notwendigen Genauigkeit zu überprüfen. Das Projekt zeigt, dass die Teilchenphysik neben Experimenten an den großen Beschleunigeranlagen im Hochenergiebereich auch Untersuchungen mit hohen Teilchenzahlen braucht, für die das Paul Scherrer Institut (PSI) im Schweizer Villigen die besten Voraussetzungen bietet. Das Ergebnis ist im Fachjournal "Physical Review Letters" erschienen. Die American Physical Society (APS) hat das Ergebnis mit einer Zusammenfassung auf ihrer Webseite gewürdigt.

"Die schwache Wechselwirkung ist eine der vier Grundkräfte der Natur. Auch wenn sie nicht Teil unserer Alltagserfahrung ist, so ist sie doch an vielen wichtigen Vorgängen beteiligt wie der Energieerzeugung in der Sonne oder dem Zerfall von Teilchen", führt Klaus Kirch, Leiter des Labors für Teilchenphysik am PSI, aus. Zudem ist sie unverzichtbarer Bestandteil des Standardmodells, der zurzeit besten Beschreibung der Welt der Elementarteilchen. Nun hat ein internationales Forscherteam aus den USA, Russland, Belgien und der Schweiz genau untersucht, wie das Proton an der schwachen Wechselwirkung teilhat.

Verhalten lässt sich nicht exakt berechnen

Konkret hat man die "pseudoskalare Kopplung" bestimmt, eine der Kopplungskonstanten, die festlegen, wie stark die schwache Wechselwirkung für das Proton ist. Das Proton ist einer der fundamentalen Bausteine der Materie, die uns umgibt. Selbst besteht es aber aus weiteren Unterteilchen, den Quarks und Gluonen. Daraus ergibt sich ein komplexes Verhalten des Protons, das mit derzeitigen Computern nicht exakt zu berechnen ist. Es gibt aber angenäherte - effektive - Rechenverfahren, deren Berechnungen sehr gut mit den Ergebnissen des Experiments übereinstimmen.

In ihrem Experiment haben die Forscher untersucht, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Proton ein Myon einfängt - eine Reaktion, für die die schwache Wechselwirkung verantwortlich ist. Das Myon ist dem Elektron sehr ähnlich, aber etwa 200-mal schwerer und instabil - es zerfällt in rund zwei Millionstelsekunden in andere Teilchen. Genau so wie das Elektron in einem normalen Wasserstoffatom kann auch das Myon an das Proton gebunden werden. Da es aber deutlich schwerer ist, ist es viel näher am Proton, und so kann es leichter zu einer Einfangreaktion kommen. Das Proton wandelt sich dabei in ein Neutron um und das Myon in ein Neutrino.

Eigens entwickelte "Zeitprojektionskammer"

"Das Herzstück des Experimentes war eine "Zeitprojektionskammer", die in einem Behälter mit extrem reinem Wasserstoffgas eingebettet war. Mit dieser Kammer konnte die Spur jedes Myons dreidimensional bis zum Stopp aufgezeichnet werden - eine notwendige Grundbedingung für die hohe Präzision des Experiments. Die Kammer ist in einer Zusammenarbeit der Detektorengruppe und der technischen Dienste des PSI neu entwickelt worden", erklärt Malte Hildebrand, Forscher am PSI und Leiter der Detektorengruppe.

"In die Zeitprojektionskammer wurde jeweils ein einzelnes Myon hineingebracht", sagt Bernhard Lauss, Experimentalphysiker am PSI und neben Peter Kammel von der University of Washington-Seattle, Sprecher des Experiments, einer der beiden an den Forschungen beteiligten Österreicher. "Es verdrängte das Elektron aus einem der Wasserstoffatome und bewegte sich an dessen Stelle um das Proton - den Kern des Wasserstoffatoms." Nun kann das Myon zerfallen und ein Elektron aussenden, das von Detektoren registriert wird. Das ans Proton gebundene Myon kann aber auch vom Proton eingefangen werden und so auf noch einem weiteren Weg verschwinden.

Wegen dieser zusätzlichen Möglichkeit "lebt" ein Myon in der Nähe eines Protons im Mittel kürzer als ein freies Myon. Diese Lebensdauer bestimmt man, indem man die beim Zerfall entstehenden Elektronen beobachtet. Aus dem Vergleich dieser Lebensdauer mit derjenigen des freien Myons, die aus Messungen am PSI sehr genau bekannt ist, kann man die entsprechende Kopplungskonstante berechnen. (red, derStandard.at, 13.01.2013)

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Ist FS3 auf Urlaub?

Nein, nur in einem Vortex gefangen. Aber ich könnte bei den Ghostbusters anrufen, vielleicht lassen sie ihn ja wieder raus.

wir brauchen so etwas auch!

Wunderbare arbeit aus dem Paul Scherrer Institut (PSI) im Schweizer Villigen. Schade, dass wir solche institute nicht in Oe haben. Man beachte, wie grundlegend die arbeit ist. Trotzdem siedeln sich in der naehe solcher institute oft bahnbrechende industrien an. Man moechte ja nicht glauben, wieviel cutting edge technologies fuer solche experimente noetig sind und dort entwickelt werden. Das ist was ich unter dem „uni-technologischen komplex“ verstehe: etwas reichtum schoepfendes. Ceterum censeo: wir brauchen so etwas auch!

Anm.

die vier Grundkräfte haben NICHTS mit den 4 Evangelisten zu tun!

ramen

Das würd ich aber selbst als Atheist irgendwie cool finden: Die 4 Grundkräfte Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.

Wir werden alle von Johannes auf der Erde gehalten und Johannes ist umgekehrt proportional zum Quadrat des Abstand.

"Entscheidende Bedeutung hat die der schwache Matthäus durch seine Rolle bei der Fusion von Wasserstoff zu Helium in der Sonne, da nur durch sie die Umwandlung von Protonen in Neutronen möglich ist.", würde dann auf Wikipedia stehen.

Is euch eh net fad *g*

nö, ich beschäftige mich

nur mehr mit esoterik und religion.

mir is nämlich NIX mehr zu blöd.

ramen :D

Dann würden die vier Evangelisten quasi berichten vom Leben Jesu, quasi als Boten der Großen Vereinheitlichten Theorie, der Grundkraft. Maria wäre ihr Schöpfer, also der Big Bang, der Heilige Geist wäre der Raum selbst, Gott würde außerhalb lümmeln und mit den vielen Universen spielen.

Allerdings würde ich mir als schwache Kernkraft nicht Matthäus (er wird als Mensch oder Engel dargestellt), sondern vielleicht Markus (Löwe) oder Lukas (Stier) vorstellen. Johannes als Adler passt für die Gravitation.

Pi = 3 Zitat Bibel ^^

Das ist kein Zitat, beim besten Willen nicht.

"Und er machte das Meer, gegossen, von einem Rand zum anderen zehn Ellen weit und fünf Ellen hoch, und eine Schnur von dreißig Ellen war das Maß ringsherum."

Eben. "Pi = 3" ist kein Zitat dieser Stelle.
Bestenfalls eine nachträgliche und schlechte Interpretation.

:D

der faktor zwischen umfang und durchmesser beträgt genau 3, wiek ann man das gut oder schlecht interpretieren ? XD

Indem man zu dem Text nachträglich die Hypothese hinzufügt, daß das Meer kreisförmig angelegt sei – wofür es eben keinen Hinweis im Text gibt.

Bei einem nicht kreisförmigen Meer wäre der Abstand von einem Rand zum anderen nicht gleichförmig zehn Ellen.

Oder willst du behaupten, dass da wesentliche Informationen schlicht unerwähnt bleiben? Obwohl das doch Gottes Wort sein soll?

Weil der Zweck des Textes keine Annäherung an Pi war, sondern einfach der Schilderung eines Gegenstandes für den Tempel diente, genau genug, dass man sich darunter des Becken in Form und Größe vorstellen konnte.
Dass Schlauberger daraus dann Pi errechnen, und daraus schließen, die Bibel behaupte Pi=3, kann man nur als Fehlinterpretation des Textes sehen.

Außerdem hatte ich Anfangs nur angemerkt, dass Sie extra "Zitat Bibel" behauptet haben, was niemals ein Zitat, eine "wörtlich übernommene Stelle" ist.

Doch ist es

Allerdings nicht aus der Bibel, sondern von Lisa Simpson.

Danke St-Red für solche Artikel!

Darf ich nur eins benürgeln: "Das Proton wandelt sich dabei in ein Neutron um und das Myon in ein Neutrino." - Das ist etwas missverständlich, denn die Reaktion ist p + mu -> n + num (glaubich), dh. sie verwandeln sich nicht gewissermassen separat, wie die Formulierung suggeriert, sondern n und nu sind Produkte der Wechselwirkung.

ja, es fehlt leider das, worum es geht: die schwache wechselwirkung. in dem fall ein (virtuelles) W-, ist aber ok so.

u + anti-d -> W- ; W- -> anti-mu + n_mu

also gibts die "dunkle Energie" wirklich?

Zum Thema "dunkle Energie" gab es erst vor kurzem eine interessante Spekulation: Wenn man Atome auf beinahe den absoluten Nullpunkt abkühlt, ändert sich etwas an ihrem Verhalten, sie wirken dann wie "unendlich heiß" statt aschkalt.

http://www.tagesspiegel.de/wissen/ph... 85124.html

... nun gibt es Spekulationen, ob die dunklen Energie" vielleicht bloß ultrakalte Gase sein könnten.

Diese 'negative Temperatur' und 'unendlich heiss' hat mehr damit zu tun wie die Temperatur tatsächlich definiert ist, nämlich über eine Verteilung der Energie über die Teilchen (siehe Maxwell/Boltzmann).

Die Sichtweise von Temperatur vs. die Bewegung der Teilchen ist eine nur gute Vereinfachung.

Diese Spekulationen sind maximal von Pseudowissenschaftlern verfolgt die das Ergebnis nicht richtig deuten (können).

"Dunkle Energe" ist ein Platzhalter für eine Eigenschaft des Raumes oder der Notwendigkeit dass wir eine neue Theorie der Gravitation brauchen.

Wobei die Experimentellen Daten recht wenig Spielraum für eine andere Theorie als die GR lassen

OK, vielen Dank für die Erläuterung.

'General Relativity', Allgemeine Relativitätstheorie, sorry falsche Sprache ;)

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