Bastler verwandelt Game Boy in Android-Gamepad

Wiimote-Einbau in das Gehäuse ermöglicht Drahtlosverbindung

Schwarz-Weiß-Grafik, Synthesizer-Sound, ein Steuerkreuz, zwei Aktionstasten und ein 8-Bit-Prozessor. Mehr war 1989 nicht nötig, um die Herzen zahlreicher Spieler zu entflammen. Die einst erfolgreichste Handheld-Konsole, der Nintendo Game Boy, ist freilich längst in Rente und führt nur noch in seltenen Fällen ein Nischendasein - etwa in der Chiptune-Szene.

Seit jeher vermochte der graue Kasten auch Bastler zu begeistern, die den Oldie zwischendurch immer wieder in die Moderne zurückholen. Einer von ihnen ist Chad Boughton, vulgo "alpinedelta"

Alt trifft neu

Weil das Spielen der Klassiker aus diesen ruhmreichen Zeiten auf seinem Android-Telefon in Ermangelung physischer Tasten das gewisse Etwas vermissen ließ, versuchte er - mit Erfolg - das "gute alte" mit dem Neuen zu kombinieren.

Ausgeweidet und neu bestückt

Also musste der betagte LCD Bildschirm, der 160 x 144 Pixel auf 2,6 Zoll unterbringt, weichen. Boughton bearbeite darüber hinaus das Case des Game Boys so lange, bis sein Galaxy Nexus-Telefon in seiner Breite über den Steuerelementen versenkt werden konnte.

Wesentlich komplexer gestalteten sich alle weiteren Schritte, musste doch eine Funkverbindung zwischen dem Handy und den Knöpfen geschaffen werden. Er schnitt also die Leiterplatte des alten Begleiters heraus, um stattdessen eine Wiimote unterzubringen, die mit den Game Boy-Tasten verkabelt wurde.

Verbindung per App

Im nächsten Schritt stellte er per Wii Controller IME-App eine Verbindung zwischen dem Androiden und der verkabelten Wiimote her. Oder, um sich des Titels eines Nintendo-Evergreens zu bedienen, er schuf einen "Link to the Past".

Selbiger Titel der "Zelda"-Reihe erschien übrigens nie für den ersten Game Boy, schaffte es nach seiner Veröffentlichung für den Super Nintendo aber auf dessen späteren Nachfolger Game Boy Advance.

Die Anleitung für den originellen Game Boy-Hack findet sich bei Instructables. (red, derStandard.at, 11.01.2013)

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