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Goa, Indien: Schauplatz des fiktiven Bicholim-Konfliktes.
Die bislang langlebigste Fälschung auf der englischsprachigen Wikipedia ist Geschichte. Das berichtet Daily Dot.
Der "Bicholim-Konflikt" beschrieb eine Auseinandersetzung zwischen der Kolonialmacht Portugal mit dem indischen Maratha-Reich, die in einem Krieg in den Jahren 1640 und 1641 gipfelte. Am Ende stand ein Friedensabkommen, abgeschlossen in der gleichnamigen Region in Nordindien, wo sich auch der Großteil der Kämpfe ereignet haben soll. Dies festigte auf lange Sicht den Status von Goa als unabhängiger Bundesstaat Indiens.
Abläufe, wie sie sich über dutzende Konflikte auf der ganzen Welt nacherzählen lassen und daher plausibel klingen. Die geschilderten Ereignisse haben jedoch niemals stattgefunden. Trotzdem überlebte der detailliert ausgearbeitete Eintrag ein halbes Jahrzehnt auf der Plattform, bis er nun entfernt wurde. Aufdecker der Fälschung ist der Moderator "ShelfSkewed".
Als einer der Urheber des Hoax steht aktuell ein Wikipedia-User namens "A-b-a-a-a-a-a-a-b-a" unter Verdacht. Nachweislich stammt ein großer Teil des Textes von diesem Account, 2007 nominierte die Person den Bicholim-Konflikt sogar für die Auswahl als "Feature-Artikel", also jene Einträge, die temporär auf der Startseite des Nachschlagwerks präsentiert werden.
"Ich nominiere diesen Eintrag als Feature, denn nach viel Arbeit denke ich, dass er sein größtmögliches Potenzial erreicht hat", so der User. Es ist kein großes Ereignis und es gibt nicht mehr als ein paar Kapitel an Literatur darüber, doch trotzdem habe ich ihn zu einer recht guten Größe ausgebaut."
Die Wikipedia ist nicht zum ersten Mal Ziel eines Versuches, fiktive Ereignisse oder Figuren in ihrem Informationsberg zu verstecken. Beliebt sind auch Manipulationen einzelner Details bestehender Artikel. Ein derartiges Durchhaltevermögen hatte aber bisher keine der Fälschungen. Der Bicholim-Konflikt wandert nun in jenen Wiki-Eintrag, der sich ausschließlich mit derlei "Anschlägen" auf die freie Enzyklopädie beschäftigt.
Der potenzielle Einfluss solcher Aktionen sollte nicht unterschätzt werden. Laut einer von Yahoo News zitierten Studie von Pew Research ist die Wikipedia neben Google das beliebteste Recherchetool US-amerikanischer Mittelschüler.
Im konkreten Fall wurde der erfundene Konflikt in zahlreiche andere Nachschlagewerke übernommen, zigfach referenziert und ist bei Barnes & Noble sogar in einer Druckfassung erhältlich. Es ist anzunehmen, dass sich die "Erinnerung" an das nie passierte Stück Geschichte noch länger in den Weiten des Webs herumgeistern wird. (red, derStandard.at, 10.01.2013)
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Mir sind noch einige Kriege als Hoax aufgefallen:
Punische Kriege: Da hat ja so ein Spaßvogel wirklich behauptet, dass ein Afrikaner mit Elefanten (!) über die Alpen gewandert ist.
100-jähriger Krieg: Lachhaft - wie kann ein Krieg 100 Jahre dauern? Da ist ja der Kriegserklärer und seine Soldaten ja schon längst verstorben...
Opiumkrieg: Da wurde ein Krieg geführt um das Opium von GB nach China zu schaffen? Da wurde doch was verwechselt... Opium kommt doch vom Goldenen Dreieck zu und nicht umgekehrt!
was quellenkritik bedeutet und wie man recherchiert. aber den schülern einfach die hefte um die ohren zu hauen, ist natürlich viel effektiver...
man kann bloß hoffen, dass eine flasche wie sie nicht wirklich lehrer ist...
Sie glauben, dass sich Wikipediaeinträge nicht auf ihre Glaubwürdigkeit hin überprüfen lassen?
Sie hauen Ihren Schülern Arbeiten um die Ohren, in denen alles Geschriebene korrekt ist?
Eine sehr eigenständige Vorstellung von Spaß und von Realität!
Bibel und Koran sind aber keine seriösen Quellen. Es gibt aber genügend Material aus römischen, persischen und griechischen Quellen.
Das gilt aber auch für weite Teile der vor-neuzeitlichen Geschichte, viele historische Persönlichkeiten sind nur aus wesentlich späteren Quellen bekannt. Bei der Menge an Wunderheilern, Propheten, Sektengründern und Erlösern die sich im Laufe der Antike im Nahen Osten herumgetrieben haben, erscheint es doch mehr als unwahrscheinlich, dass sich jemand einen solchen nachträglich ausdenken müsste. Das es sich bei der christlichen Überlieferung des Lebens von Jesus nicht um einen Tatsachenbericht handelt, steht auf einem ganz anderen Blatt.
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