Hausangestellte leichte Beute für Ausbeuter

9. Jänner 2013, 17:39
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Weltweit arbeiten laut ILO rund 52 Millionen Menschen als Hausangestellte, viele unter schlechten Bedingungen

Genf - Extreme Abhängigkeit vom Arbeitgeber, isoliertes Arbeitsumfeld, lange Arbeitszeiten und ungenügender Arbeitsschutz - das sind die größten Probleme von Hausangestellten. Diese Umstände erleichtern auch die Ausbeutung von "Bediensteten", heißt es in der am Mittwoch präsentierten Erhebung der Internationalen Arbeitsorganisation ILO.

83 Prozent der Hausangestellten sind Frauen

"Oft müssen Hausangestellte mehr Arbeitsstunden leisten als andere Arbeitnehmer, in zahlreichen Ländern verfügen sie nicht über dieselbe wöchentliche Ruhezeit", sagte die ILO-Vizedirektorin Sandra Polaski. Das Problem ist nicht so unbedeutend, wie der Anteil der Hausangestellten am Welt-Gesamtarbeitsmarkt (1,7 Prozent) vermuten lässt: Weltweit arbeiten laut ILO rund 52 Millionen Menschen als Hausangestellte (davon 83 Prozent Frauen), viele unter schlechten Bedingungen. Von 1990 bis 2010 stieg die Zahl der Hausangestellten um 19 Millionen, ihr Anteil an den weltweit erwerbstätigen Frauen beträgt 7,5 Prozent.

In Österreich sind laut ILO rund 9000 Hausangestellte registriert - und im Vergleich zu anderen Staaten auch arbeitsrechtlich in Ordnung. Lediglich zehn Prozent verfügten über arbeitsrechtlichen Schutz, nicht einmal die Hälfte erhält den Mindestlohn des jeweiligen Landes. Und: 7,4 Millionen Bedienstete sind laut ILO - behördlich nicht registriert - im Kindesalter. (sda, DER STANDARD, 10.1.2013)

  • Isoliert von Außen- und Arbeitswelt, sind Hausangestellte ihren Arbeitgebern 
nicht selten ausgeliefert.
    foto: standard/cremer

    Isoliert von Außen- und Arbeitswelt, sind Hausangestellte ihren Arbeitgebern nicht selten ausgeliefert.

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