Lange verkannt: "Neu entdecktes" Reptil lebt mitten in Millionenstadt

9. Jänner 2013, 17:13
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Calotes bachae war auch bisher nicht zu übersehen, wurde jedoch für eine andere Spezies gehalten

Bonn - Nicht dass man sie übersehen könnte: Die Männchen dieser vietnamesischen Agamenart haben während der Balz leuchtend azurblau-türkise Köpfe. Und sie leben auch nicht ausschließlich in abgelegenen Gebieten, sondern sogar mitten in Ho-Chi-Minh-Stadt, das immerhin über sieben Millionen menschliche Einwohner zählt. Dennoch wurde die Spezies Calotes bachae erst jetzt taxonomisch erfasst. 

Wissenschafter des Zoologischen Forschungsmuseums Alexander Koenig und der Moskauer Lomonossov-Universität beschreiben die Spezies in der Fachzeitschrift "Zootaxa". Einheimischen und sogar Wissenschaftern war sie seit langem bekannt, doch hatte man sie mit einer anderen, ebenfalls blauen Echsenart aus Myanmar und Thailand verwechselt. Erst ein genetischer Vergleich zeigte, dass es sich um eine eigenständige Spezies handelt, wie der Bonner Forscher Timo Hartmann erklärt. "Der Fund macht die Bedeutung der neuen Methode des DNA-barcodings in deutschen und anderen, internationalen Forschungsmuseen deutlich", ergänzt Dennis Rödder, Leiter der Herpetologie im Museum Koenig.

Calotes bachae ist von Kopf bis Schwanzanfang knapp zehn Zentimeter lang und ernährt sich nach Angaben der Wissenschafter ausschließlich von Insekten. Die prächtige Kopffarbe der Echsenmännchen ist übrigens keine dauerhafte Erscheinung. Unterliegt ein Männchen im Revierkampf , erblasst es innerhalb von Minuten. Auch nachts verschwindet die Farbenpracht und macht einem unscheinbaren bräunlichen Ton Platz.  (red, derStandard.at, 9. 1. 2013)

  • Männliches Exemplar von Calotes bachae.
    foto: peter geißler, zfmk , bonn

    Männliches Exemplar von Calotes bachae.

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