Es fliegt, es fliegt, es fliegt

8. Jänner 2013, 17:05
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Wolf raffte sich nach dem Hinweis, die ZiB sei ja eine Politsendung und keine Sportsendung, zu schlimmen No-na-Fragen an Schlierenzauer auf

Sport und Kultur bilden in Medienbetrieben eine Schicksalsgemeinschaft. Während die Redaktionen von Politik oder Wirtschaft qua ihres alle Menschen zwangsläufig betreffenden Gegenstands einen sogenannten Kernressortstatus genießen, rangieren Erstere unter "ferner liefen". Sport und Kultur sind die Erdbeeren unter den Öbstern, die Perlhühner des Geflügels - auch im ORF.

Diese stiefmütterliche Behandlung hinterlässt ihre Spuren. Und so kann es passieren, dass selbst ein Starmoderator wie Armin Wolf plötzlich recht blank dasteht. Wolf hatte in der ZiB 2 am Montag einerseits Vizekanzler Michael Spindelegger mit bewährt sachkundigen Fragen abgefertigt. Eine Antwort war: "Das fragen Sie mich jetzt, da ich nicht im Detail darüber nachgedacht habe?!"

Andererseits aber war auch Skispringer Gregor Schlierenzauer aus dem polnischen Wisla zugeschaltet, partout an seinem 23. Geburtstag. Das Gespräch war aber kein Geschenk.

Wolf, von einem persönlichen Besuch vor Jahren auf einer Sprungschanze nachhaltig beeindruckt, raffte sich nach dem Hinweis, die ZiB sei ja eine Politsendung und keine Sportsendung, zu schlimmen No-na-Fragen an Schlierenzauer auf:

Wie kamen Sie auf die Idee, diesen Beruf auszuüben? Was ist das Faszinierende daran? Haben Sie manchmal Angst? ("Ja, kommt vor.") Ist es lebensgefährlich? Ist das Material wirklich so wichtig? Und sind Sie dann, wenn Sie Matti Nykänens Weltcup-Rekord gebrochen haben werden, der größte Skispringer aller Zeiten?

Hm. Schlierenzauer, nicht von schlechten Eltern und gut drauf, parierte elegant mit leichtem Schmunzeln. Übrigens: Die Zeit im Bild ist eine Nachrichtensendung. (Margarete Affenzeller, DER STANDARD, 9.1.2013)

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