Systemd bekommt Cron-Funktionen

8. Jänner 2013, 14:58

Neue Version kann zu beliebigen Zeitpunkten Events starten - Udev vergibt eindeutige Netzwerkgerätenamen

Nachdem Systemd schon vor einigen Monaten in Form des Journals die Möglichkeit bekommen hat, die Logging-Aufgaben eines Linux-Systems zu übernehmen, schickt sich die Software nun an ein weiteres Stück zentraler Infrastruktur zu ersetzten. Mit Systemd 197 gibt es nun eine neue Version der Software, die Cron-ähnliche Funktionen bietet.

Zeit

So verstehen die schon in einer früheren Version eingeführten Timer Units nun beliebige Zeitangaben. Dadurch kann also das Init-System künftig spezifische Aufgaben zu einem exakten Zeitpunkt automatisch starten.

Udev

Eine weitere zentrale Neuerung von Systemd 197 ist in dem mittlerweile in die Software integrierten Udev zu finden. So versucht dieses nun tatsächlich eindeutige und lesbare Schnittstellennamen für alle Netzwerkgeräte zu definieren. Die Nomenklatur - etwa en0 für die erste Ethernet-Schnittstelle am Mainboard - ähnelt dabei stark den BIOSdevnames.

Vermischtes

Weiter Neuerungen gibt es in Form einer für SSDs verbesserten Read-Ahead-Logik, auch wurde eine modifizierte Version des Analyse-Tools Bootchart integriert. (red, derStandard.at, 08.01.13)

Lennart/Linux

kT

Mag sein. Aber mir gefällts. Endlich mal jemand, der Linux von den uralt unix-altlasten befreien will, und ein system "gescheit" (stabil, zuverlässig, schön, schnell, konsistent) machen will bzw. auch macht.

Ich zweifle an der Zuverlaessigkeit von systemd

Der Init-Prozess (in diesem Fall eben systemd) ist die zentralste Komponente im Userspace, wenn dieser Prozess - z.B. wegen eines Programmierfehlers - spontan "verschwindet" (crasht), dann verabschiedet sich der Kernel auch.
Das heisst, diesen Prozess kann man bzgl. Zuverlaessigkeit des Gesamtsystems als Userspace-Teil des Kernels betrachten.

Und hier beginnt der Zweifel: Systemd ist zu aufgeblasen. Anstatt unabhaengige Teile gut zu isolieren, und zentral nur dafuer zu sorgen, dass sie im Fehlerfall restartet werden, wird systemd zum Feature-Monster, das ein riesiges Potential fuer Softwarefehler in sich vereinigt.
Laut Murphy's Gesetz wird's da irgendwann gewaltig scheppern, und die Erfahrung sagt: Murphy behaelt leider meistens recht.

"Gescheite" Systeme und so

Systemd ist die Zukunft von Linux... und deswegen werde ich es auch benutzen... in der Zukunft.

Bis die Zukunft da ist, werde ich allerdings weiterhin alle Konfigurationen auf einer "stupiden" Slackware-Basis aufbauen.

:o)

http://www.microlinux.fr

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