Kein Compiz für X.org-Nachfolger Wayland

Andreas Proschofsky, 8. Jänner 2013, 18:02
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    grafik: kristian hogsberg

Hauptentwickler will nur mehr Wartung des Window Managers betreiben - Unklare Ubuntu-Zukunft

Einst eines der aufregendsten Projekte für den Linux-Desktop ist der Fenstermanager Compiz in den vergangenen Jahren zunehmend in den Hintergrund getreten. Zwar setzt Ubuntu - im Gegensatz zu allen GNOME3-basierten Distributionen - weiterhin auf Compiz, aber auch dort ist von einer aktiven Entwicklung der Software kaum etwas zu bemerken.

Offizielle

In einem Blog-Eintrag hat der Compiz-Hauptentwickler Sam Spillsbury diesen Zustand vor kurzem mehr oder weniger offiziell gemacht. Er habe keine Pläne den Window Manager aktiv weiter zu entwickeln, heißt es darin. Zwar sollen noch bei Bedarf Bugfixes eingepflegt werden, an neuen Features will er aber nicht mehr arbeiten.

Keine Wayland-Portierung

In diesem Zusammenhang erteilt Spillsbury auch der Entwicklung einer Wayland-Portierung von Compiz eine Absage. Er zweifle, dass es Sinn mache den Fenster-Manager an den X.org-Nachfolger anzupassen. Immerhin sei im Wayland-Modell die Rolle eines Windows Managers von wesentlich geringer Bedeutung.

Argumente

Auch gebe es mit Weston einen de fakto Default-Fenstermanager für Wayland. In Summe würde sich eine Umsetzung, die mit massiven Code-Änderungen verbunden wäre, schlicht nicht rentieren. Zudem zeigt sich der Entwickler davon überzeugt, dass die Fragmentierung durch viele ähnliche Softwarelösungen ein echtes Problem für den Linux-Desktop sei - an dem er sich nicht mehr beteiligen will.

Ubuntu

Bleibt abzuwarten, wie Softwarehersteller Canonical auf diese Ankündigung reagieren wird. Immerhin hat das Unternehmen in der Vergangenheit recht offensiv verkündet auf Wayland setzen zu wollen - auch wenn man sich mit eigenen Code-Beiträgen in diese Richtung bislang eher zurückhaltend zeigt. Nun steht das Unternehmen also vor der Wahl entweder die Compiz-Portierung selbst vorzunehmen oder den Unity-Desktop auf eine neue technische Basis zu stellen.

Historie

Damit steht man vor einer historisch durchaus interessanten Situation: Setzten erste Unity-Versionen doch auf den GNOME3-Fenstermanager Mutter. Diesen ließ man damals aber aus Performancegründen hinter sich, und portierte Unity vollständig auf Compiz. Nur wenige Wochen nach Ubuntus Wechsel flossen zahlreiche Performance-Optimierungen in Mutter ein, die den GNOME3-Fenstermanager deutlich flotter als Compiz machten - ein Vorsprung, den Mutter bis heute halten konnte. Zudem ist eine Wayland-Portierung des GNOME-WM bereits in Entwicklung. (apo, derStandard.at, 08.01.13)

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Das hier ist der Grund wieso Linux als GUI nie funktionieren wird.

Und das wird in alle Ewigkeit so sein.

erklärs bitte so das ich auch verstehe was du meinst...ich seh da neli keinen grund...lass mich aber eines besseren belehren..also

Hm? Was?

Dass ein Window Manager rausfliegt?

Als User bekommst das gar nicht mit. Wenn du Programme entwickelst, in der Regel auch nicht.

Compiz ist doch nur ein spielzeug....

awesome wm und gut ist, den haupteil der compiz-effekte bringt awesome ebenfalls schon mit....

Wenn ich es mir recht überlege:
Eigentlich ist das gar nicht schlimm für Ubuntu, wenn man Compiz und Unity für Wayland anpassen, bzw. umschreiben müsste! Da könnte man gleich viel Schrott ausmisten....

Für alle, die die Desktop-Effekte auch ohne Compiz haben wollen: viele davon (auch der Desktop-Cube) wurden auch für KDE4 entwickelt.

Desktop-Effekte gut und schön, aber wenn ich mir dafür KDE4 "kaufen" muss... ;)

gibt’s da auch das wo die fenster beim programmende als so kasteln davonschwirren? (nicht, daß es mir wichtig wäre, ich hab’s eh nicht, weil ich das nervig finde. das schwabbeln geht ja gerade noch …)

Wieso fragst du nach einem Effekt, den du lästig findest und eh nicht verwendest? Es gibt jedenfalls "Fall apart" und "Explode" beim Schließen, wobei ersterer bei mir nicht funktioniert.

Unnötig sind wohl beide.

ich habe gründe zu fragen, die werden aber nicht veröffentlicht. danke für die bezeichnungen.

:(

Ich weiß um die schwächen von Compiz bescheid, aber es ist und bleibt der beste WM.

Ich versuchte für mein Arch eine halbwegs brauchbare (leichtere) Alternative zu finden aber ich finde vom Optischen her kommt leider kein anderer an Compiz dran.

Auch bei meinem Standardsystem (Xubuntu) verwende ich Compiz und jeder (Apple oder Win user) der sich an meinen Laptop setzt macht große Augen und fragt welches System das ist....

naja kommt Zeit kommt Rat und es wird Alternativen geben....

Aber ja durch Wayland werden die bestehenden gezwungen sein die verschiedenen WM's zu rewriten was sicher nicht schadet.

Dann würde mich ein screenshot von ihrem desktop interessieren.
Gibt es eigentlich unter Xubuntu auch sowas wie die Unity Dash, also dass schnell nach programmen suchen kann?

Xubuntu mit Compiz: Das kann dann zB. so aussehen

http://www.youtube.com/watch?v=n0cOiSDJPQ4

Kupfer und GnomeDo sind meines Wissens auch "Out Of The Box" lauffähig.

ich weiß, viele hängen schon sehr an compiz (ich auch) aber es sollte klar sein, dass über kurz oder lang alle windowmanagern die für X geschrieben wurden, beim wechsel auf wayland fallen oder einen ordentlichen rewrite erleben werden.

zeit wird’s, dann kann ich endlich anfangen (halt mit Wayland und nicht mit X)

Compiz ist mit Abstand der beste Fenstermanager. Man kann sehr viel einstellen, sich das handling des desktop so zurecht konfigurieren, wie mans braucht. Jedes System, das mit Mausbedienung daher kam, an dem ich saß und das ohne Compiz zu nutzen war,

war einfach nur halbgar, hat sich steif angefühlt und ich war immer viel zu langsam. Starre Fenster fühlen sich einfach nur noch mies und nach letztem Jahrtausend an, wenn man die sanft eingestellten wobbly-Fenster einmal kennen gelernt hat. Auch Expose ist viel schneller als zB beim Mac. Obendrein gibts den tollen ring switcher. Auch gibts bessere und mehr Animationen frei wählbar (beim Mac gibts zwei und der Flaschengeisteffekt sieht einfach scheiße aus). Auch nutzen viele den Würfel sehr gerne. Ich verstehe nicht, wie man diese göttliche Software sterben lassen kann. Andere Fenstermanager abseits der tiling-Experten sind bei weitem nicht so mächtig wie Compiz! Extrem schade drum.

kwin eine chance geben!
die basic compiz effekte gibts schon und mit der letzten version ist kwin auch einwandfrei durch skripte erweiterbar.. d.h. es stehen ergänzungen und verbesserungen bei den effekten nichts mehr im wege.. martin g. hats mit dem window-zoom effekt vorgemacht.. sieht nicht allzuschwer aus...

darüber hinaus hab ich noch nie so detaillierte einstellungsmöglichkeiten gesehen wie bei kwin.. auch nicht bei compiz..

mehr info:
http://userbase.kde.org/KWin_Rule... Attributes

also wobblywindows gibts schon seit einigen versionen .. den ringswitcher wirst du wohl durch "coverswitch" oder "flipswitch" ersetzen müssen (oder ein eigenes script dafür schreiben ;) )

ich selbst verwende einige gtk apps unter kde. die integrieren sich mitterweile sehr gut und fallen eigentlich gar nimma auf.. (bis auf den fileopen dialog leider)

Ja stimmt schon, KWin ist sehr ordentlich. Nur leider KDE. Ich würde gerne bei GTK bleiben, so faszinierend Qt und KDE auch sich entwickelt haben. Und einige Dinge von Compiz, die ich ungern missen möchte, gibts wohl noch nicht bei KWin, zumindest nicht als ich das letzte mal reingeschaut habe (Wackelfenster? Ringwechsler?).

Ich hoffe sehr, es wird einen fork geben. =/

Ich habe absolut nix gegen KDE, da ich aber immer eher ein Gnome-Kind war, hätte ich Schwierigkeiten mich von GTK zu verabschieden...

Natürlich hat Kwin wabbelnde Fenster! Seit 2008. Einen Ring-Switcher gibt es höchstens als Add-On-Script, und da dürfte in Zukunft auch noch einiges kommen. Kwin hat auch den Würfel, "Scale"/"Exposé" und "Expo"/Arbeitsoberflächen-Raster-Umschalter, und noch sehr viel mehr Spielereien. Mich persönlich stört, dass die Animationen nicht ganz so geschmeidig wie bei Compiz ablaufen, und es scheint die Entwickler nicht zu interessieren. Aber Kwin ist halt tatsächlich ein "richtig gemacht" integrierter WM in die Desktop-Umgebung mit aktiver Weiterentwicklung und hervorragender Technik; die einzige Alternative zum dahinsiechenden Compiz. Einfach mal in einem Parallel-Kubuntu oder -openSuse ausprobieren.
(BTW sorry für das rote Stricherl, Versehen.)

ich meine damit die einstellungen des windowmanagers ..

bei den compositing gschichtln (effekte und so) ist compiz ungeschlagen...

Ich persönlich finde dass da KWin ganz gut mithalten kann als WM.

Seitdem ich mich daran gewoehnt habe das ich mehrere Fenster "zusammenfassen" kann und dann Tabs in der Titelleiste habe kann ich nicht mehr ohne.

Ein Manko sind allerdings die Effekte die unter Compiz nicht nur besser konfigurierbar sind sondern auch deutlich besser aussehen. (fire,teleport,...)

Aber abgesehen davon finde ich KWin top!

Ich stimme Ihnen da voll zu, Compiz ist ein eleganter Fenstermanager mit vielen Features und unglaublichen Konfigurationsmöglichkeiten, ich habe auch einmal selber darüber gebloggt: http://www.frumble.de/blog/2011... se/#compiz
Das heutige Problem mit Compiz ist, dass die Engine eine Generalüberholung nötig *hat* und die meisten Features als nicht mehr gewartete Plugins dahinfristen.
Ich bin, mit meinem Abgang von Ubuntu, 2012 auf KDE SC gewechselt und kann Kwin sehr empfehlen. Nicht ganz so elegant wie Compiz, bringt aber die meisten seiner Features, wird obendrein aktiv weiterentwickelt und hat zweifelsohne die schönere Softwarearchitektur.

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