Kirchenaustritte gingen 2012 um elf Prozent zurück

8. Jänner 2013, 12:08

Zahl der Austritte aus katholischer Kirche wird geringer, bleibt aber hoch

Wien - Die Austrittswelle bei den Katholiken flacht weiterhin ein wenig ab, bleibt aber auf hohem Niveau: 2012 verließen 52.425 Personen die Kirche, berichtete Kathpress am Dienstag. Das bedeutet einen Rückgang um rund 11,2 Prozent gegenüber 2011 (59.023). Somit gibt es derzeit 5,36 Millionen Katholiken in Österreich, Ende 2011 waren es noch 5,4 Millionen. 4.483 Personen wurden im vergangenen Jahr neu oder wieder aufgenommen.

Einen Höhepunkt erreichten die Austritte 2010, nachdem zahlreiche Missbrauchsfälle bekanntgeworden waren, die teils vor Jahrzehnten stattgefunden hatten. Damals kehrten 85.960 Personen der Kirche den Rücken, im Jahr darauf waren es 59.023. Mit den 52.425 Austritten im vergangenen Jahr liegt die Kirche noch immer leicht über dem Niveau von 2004, nachdem der Sexskandal im Priesterseminar St. Pölten publik geworden war.

Schönborn optimistisch

Optimistisch kommentierte Kardinal Christoph Schönborn die vorläufigen Mitgliederzahlen: Auch wenn die Zahl der Katholiken langsam sinke, bleibe Österreich ein christlich geprägtes Land, meinte er am Dienstag via Kathpress. Jeder einzelne Austritt sei schmerzlich, 5,36 Millionen Katholiken seien aber immer noch eine beachtliche Größe und auch bei weitem nicht die gesamte christliche Realität in Österreich.

Immer noch 78 Prozent aller Menschen in Österreich seien Mitglied einer christlichen Kirche, betonte Schönborn. Neben der römisch-katholischen zählen dazu vor allem die evangelischen, orthodoxen und altorientalischen Kirchen. Zudem seien 85 Prozent der in Österreich lebenden Menschen getauft, wenn auch "leider nicht wenige" im Laufe ihres Lebens aus der Kirche ausgetreten seien. (APA, 8.1.2013)

Austritte im Detail

Die Diözese Eisenstadt hat mit 24 Prozent den relativ größten Rückgang bei den Kirchenaustritten verzeichnet: 1.133 Mitglieder verließen dort 2012 die Institution. In der Erzdiözese Wien traten 16.217 Personen aus, was einen leichten Rückgang von 4 Prozent bedeutet. Mit 2 Prozent beruhigte sich die Lage in St. Pölten am wenigsten.

Für 2012 meldete die Erzdiözese Wien 1,26 Mio. Katholiken (2011: 1,269.745). 16.217 Personen traten aus der Kirche aus (2011: 16.941). Zugleich konnten bisher 1.029 Neu- und Wiedereintritte verzeichnet werden (2011: 1.298).

Die Diözese Linz hatte mit Stichtag 31. Dezember 2012 rund 1 Mio. Katholiken (2011: 1,01 Mio.). 7.886 Personen traten aus der Kirche aus (2011: 9.249), ein Rückgang von 15 Prozent. 735 traten wieder oder neu ein (2011: 812). Zusätzlich widerriefen 69 Personen ihren Austritt.

In der Diözese Graz-Seckau gehörten im Vorjahr 863.285 Personen der katholischen Kirche an (2011: 869.363), 9.547 Personen traten aus (2011: 10.629). Gleichzeitig gab es bis Jahresende 1.115 Wieder- oder Neueintritte (2011: 958), 120 Personen widerriefen ihren Austritt. Mit 10 Prozent liegt der Rückgang bei den Austritten im Durchschnitt.

In der Diözese Gurk-Klagenfurt verringerte sich die Zahl der Austritte um gleich 21 Prozent. Mit Stichtag 31. Dezember 2012 waren 387.619 Kärntner römisch-katholisch (2011: 391.438), 2.938 Personen verließen die Kirche (2011: 3.700). Die Zahl der Wiedereintritte und Übertritte betrug 370 (2011: 348). Außerdem widerriefen 49 Personen ihren Austritt.

In der Erzdiözese Salzburg lag die die Gesamtzahl bei 484.344 (2011: 487.691). 3.800 Personen verließen die Kirche (2011: 4.858), der Rückgang bei den Austritten betrug 22 Prozent. 408 traten wieder oder neu ein (2011: 343), 37 widerriefen ihren Austritt.

Kaum weniger - lediglich 2 Prozent - sind die Kirchenaustritte in der Diözese St. Pölten geworden. 522.532 Katholiken hatten mit Jahresende 2012 ihren Hauptwohnsitz in der Diözese St. Pölten (2011: 528.549). 5.004 Katholiken sind im vergangenen Jahr aus der Kirche ausgetreten (2011: 5.117). Weiters sind 265 Wieder- und Neueintritte zu verzeichnen (2011: 284), sowie 33 Widerrufe.

Die Diözese Innsbruck zählte zum Jahreswechsel 394.275 Katholiken (2011: 395.855). 3.271 Personen verließen die Kirche (2011: 3.818) - und somit um 14 Prozent weniger als im Jahr davor. Die Zahl der Eintritte belief sich auf 242 (2011: 237).

Am meisten beruhigt hat sich die Lage im Burgenland: 201.260 Katholiken gehören dort mit Jahresende 2012 der katholischen Kirche an (2011: 202.645). Die Diözese Eisenstadt vermeldet für das vergangene Jahr 1.133 Austritte (2011: 1.483), also 24 Prozent weniger als 2011. 113 Personen wurden neu oder wieder in die Kirche aufgenommen (2011: 75), 17 widerriefen ihren Austritt.

In der Diözese Feldkirch ebbte die Rücktrittswelle um 19 Prozent ab. Derzeit gibt es dort 247.436 Katholiken (2011: 250.175), 2.629 Personen sind aus der Kirche ausgetreten (2011: 3.228). Zugleich konnten 206 Eintritte registriert werden (2011: 145), 23 Personen widerriefen ihren Austritt.

Bei den Angaben für 2012 handelt es sich um vorläufige Zahlen. Kleinere Korrekturen vor allem bei den Neu- und Wiedereintritten seien noch zu erwarten, berichtete Kathpress.

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und die 11%, die ausgetreten sind

;=:)

Ein Prozent ist ausgetreten!

glaube keiner statistik die du nicht selber manipuliert hast

weiß nicht ob die manipuliert ist

sie wird nur absichtlich falsch gelesen

letztes jahr traten ganz ohne skandal mehr menschen aus, als im priesterseminar-skandaljahr

und die kurve zeigt ja immer skandalspitzen und danach täler, aber insgesamt einen deutlichen trend zu mehr austritten

Anstatt Weltuntergangssteuer zu zahlen,

können sie auch der GKD oder der GWUP beitreten und denen Geld geben!

Fazit: Trend linear absteigend.

seit den 80er jahren steigt ES im Mittel an.

Abweichungen vom lin. Gesetz VOR ALLEM nach oben!

So, jetzt muss nur noch der menschenverachtende Yhslahm eindedämmt werden, die gehirnverachtenden esoteriken bekämpft weden, und dann sind wir fertig für die Zuklunft.

ENDE mit Glauben, jetzt beginnt das Zweifen!
Ramen

uhm, viele Zweifel seh ich in deinem Posting aber nicht. Oder kommen die erst in der Zukunft?

Keine Angst - der nächste Skandal kommt bestimmt

Dann steigen auch wieder die Austrittszahlen.

es gibt wirklich noch umnachtete die bei dieser sekte mitglied sind? bin ueberrascht.

Würde man von den 5,36 Millionen Katholiken mal die 0-16jährigen Zwangszugewiesenen ausblenden...

Das wäre dann schon mal

eine Dreiviertel Million oder so weniger...
Das zeigt auch, dass die ein massives Überalterungsproblem haben. In 10, 15 Jahren werden die Zahlen aber ganz rapide runterrasseln.

Interessant wäre die Forderung nach einem "Opt in" wie bei ELGA

Wenn man nämlich aktiv beitreten müsste - wie in jedem anderen Verein - wäre die kath. Kirche bald eine Vereinigung aus Fundamentalisten, ewig gestrigen und "die Welt ist schön - Jesus liebt dich" Kindergärtnerinnen, die sie ja heute schon ist.

Man stelle sich vor, man wäre per Geburt Mitglied der ÖVP (auf dem Land) oder der SPÖ (in der Stadt) - ein Austritt wäre wohl schon für viele eine Überwindung. Auch wenn sich innerlich viele dagegen sträuben würden...

Ja, aber eine Religionsgemeinschaft ist kein Verein und keine Partei - und Religionen existieren wohl auch länger als die ersten Vereine. In der ganzen Welt tritt man Religionen nicht bei wie Vereinen.
Alleine dieses Prinzip formalisierter Mitgliedschaft ist und war längst nicht für alle Religionen typisch, ich denke, zu dieser Bürokratisierung trug gerade der spezielle Charakter des Christentums und der Taufe viel bei, ebenso der Einfluss des Staates.

Was ist an einer Kindstaufe bürokratisch?

Verwerflich ist es, kleine Kinder als Angehörige einer Religion zu betrachten und ihnen keine Wahl zu geben.
Und das kommt leider in allen Religionen vor.

ich bin nach der ersten geldforderung von diesem verein ausgetreten.

ich wollte die hitlersteuer nicht zahlen.
und nachdem diese ganzen mißbrauchsgeschichten von den katholen ans Tageslicht kamen, war meine Entscheidung richtig!

Ihnen ist aber schon klar, dass die "Hitlersteuer" der Kirche nicht gerade helfen sollte - nicht umsonst wurden für Österreich gerade andere Regelungen geschaffen als im "Altreich" (wo die Kirchensteuer aus der Weimarer Reoublik stammte).
Vorher lebte die Kirche vom Religionsfonds (die heute so kritisierten staatlichen Entschädigungen machen nur einen Bruchteil aus) und direkten staatlichen Zuschüssen, wo dieser den Bedarf nicht decken konnte.
Unmittelbar wurde das Ziel verfehlt, langfristig hat es aber funktioniert - in Staaten ohne Kirchensteuer gibt es meist sehr viel weniger Austritte.

es war schon immer so, dass die Gläubigen nicht brachten was das Gemeinsame braucht

diese Kluft zwischen oben und unten, Klerus und Volk kommt wahrscheinlich aus der Zeit der blutigen Verfolgung von Abweichlern

und ist nie gut geworden

wie ein anständiger mensch noch mitglied in diesem verein sein kann

und ihn weiter finanziell unterstützen kann, das ist mir rätselhaft.

neuestes beispiel für die kriminelle energie der rkk: die deutschen bischöfe blockieren die herausgabe notwendigen akten und daten in den missbrauchsfällen. aus datenschutzgründen. für die täter wohlgemerkt. die traumatisierten opfer können sich also brausen gehen.

und die justiz schaut weg. verjährung.

kriminell, krimineller, katholisch.

Metamorphose: Katholizismus- Atheismus- Kommunismus

?
Ich bin Atheist aber beileibe kein Kommunist. Ich bezweifle, dass das eine zwingend das andere erfordert.

das war nur ein statement...über -ismus...

ich schreibe niemanden vor welchem glauben das er anhängen soll...und natürlich muß man nicht atheist sein um kommunist zu sein...

Dann hab ich Sie falsch verstanden, sorry :)

no problem...only solutions

Vom Glauben zum Zweifeln

ist besser

Die viel interessantere Frage ist ja:

Warum sind es nicht viel mehr?
Es gibt sowieso nur eine ernstzunehmende Religion: die des fliegenden Spaghettimonsters!
Face it! :-)

Was bitte hat christliches Denken...

...mit Kirche zu tun. Ich lebe nach christlichen (menschlichen und zivilisierten) Grundlagen, bin schon vor 35 aus dem Verein eingetreten, ohne jemals gefragt zu werden ob ich überhaupt beitreten will.
Der allergrößte Teil der anderen Zivilisationen glaube ich beherzigt ebenfalls die grundlegenden zivilisatorischen Grundsätze sich gegenseitig nicht an die Gurgel zu gehen und anderen nicht zuzufügen was einem selbst nicht angetan werden will. Da braucht es weder Kirche noch Religion dazu sondern nur das ohnehin genetisch vorgegebene Programm seinesgleichen zu schützen und zu fördern. Im Gegenteil: Organisierte Kirchen und Religionen fördern und verstärken Ausgrenzung Anderer und Polarisierung.

war das Sex 2004 ?
vielleicht habe Ich auch nur eine altmoderne Vorstellung was Sex ist

Das ist ja nur ein Papier.
Was schmerzt da ?
Etwas was hier bleibt ?

"Jeder einzelne Austritt sei schmerzlich"

Das glaube ich sofort.

aber Kirchenleute sind schmerzresistent,

da hilft der Glaube ungemein.

5,36 Millionen Katholiken?

Taufscheinkatholiken vielleicht. Würden am Sonntag 5,36 Millionen Menschen die Kirchen stürmen, bräche das Chaos aus!

Erschütternd!
5,36 Millionen Katholiken gibt es in Österreich.
5,36 Millionen Verblendete, die ans Erlösungsmärchen glauben.

Es ist naiv, die Kirchenangehörigkeit mit Glauben gleichzusetzen. der Großteil der Mitglieder ist nicht gläubig, noch weniger tatsächlich im katholischen Sinne rechtgläubig, umgekehrt werden auch einige Ausgetretene durchaus gläubig sein.

5,36 Millionen...

...die brav ihre Kirchensteuer zahlen. Mehr nicht!

Nur weil man registriert ist sagt das noch nichts über den eigenen Glauben aus!
Ich bin zB auch getauft, und hab einige Zeit meine Kirchensteuer ohne Klage gezahlt obwohl ich nicht gläubig in irgendeiner Hinsicht (außer ans FSM) bin.

Ich sah das zB immer als meine "Kultursteuer" die ich der Kirche gerne überließ da sie doch für den Erhalt vieler wertvoller Kulturgüter zuständig ist.

War allerdings auch das erste was ich mittels Austritt weggekürzt habe als ich das Geld dann dringender brauchte.

Fazit: wie viele von diesen 5,36 Millionen tatsächlich "gläubig" sind kann keine Statistik zeigen.

5,36 Millionen Menschen, die gerne hätten, dass man auch ihren Glauben mit Respekt oder zumindest Toleranz behandelt.

ich bevorzuge die beschreibung "die gerne mit respekt und toleranz bedient werden wollen".
ist es doch oft etwas einseitig, wenn man gewissen minderheiten angehört.
die umschreibung "bedient werden wollen" bringt hingegen den einseitigen wunsch aus der machtposition heraus einigermassen zum ausdruck.

glauben sollen sie ja was sie wollen

aber warum müssen dann alle kinder ein kreuzerl vor der nase hängen haben,

und warum müssen wir alle für den verein bezahlen?

Die sollen glauben was sie wollen.

Ja eh.
Respekt und Toleranz für alle!!

Blödsinn! Respekt muss man sich verdienen!

Hart gesagt:
Wenn Sie Respekt ohne Ansehen der Person wild um sich herum ausschütten, dann ist Ihr Repekt nichts wert.

Dabei kommt dann heraus, dass Sie Leute, die Sie respektieren, gleichzeitig auch tolerieren = ertragen müssen.

Mit Verlaub, von vornherein hat man jedem Menschen erst einmal mit Respekt zu begegnen, nicht erst, wenn man weisz, dasz derjenige ihn "verdient".

Respekt kann man verspielen, man kann ihn auch stärken, aber verdienen muss man ihn im ersten Moment einmal nicht, zumindest nicht bei Leuten mit Manieren.

Die letzten zwei Worte des letzten Absatz ("... berichtet Kathpress.") erklären diese total schwachsinnige Überschrift.

Die Katholikenpresse interpretiert diese desaströsen Zahlen zu ihren Gunsten und alle österr. Medien über nehmen dieses Propagandagewäsch ohne zu hinterfragen.

die kirche... ist sie unfähig??

ich sage -ja- ... sie ist unfähig, die bedürfnisse gläubiger christen zu befriedigen - ein diktat auszuführen, das ist zuwenig....
der inquisitorpapst, und auch der nichtssagende schönborn - die haben versagt, die schäflein zur herde zu halten...

Meiner Ansicht nach ist es nicht primär Aufgabe der Kirche Bedürfnisse zu befriedigen. Die Kirche ist kein Schnellimbiss-Restaurant. Religion ist kein Konsumgut.

stimmt.

religion ist nämlich dogmatisierte esoterik.

Wenn man in ein Kino geht oder Theater, zahlt man Eintritt. Manche haben ein Abonoment (beim ÖAMTC) und sind bevorzugte Benutzer der Einrichtungen des ÖAMTC.

Bei der Kirche zahlt man Steuer und nimmt teil für ?
Die persönliche Seligwerdung durch den Glauben welche zuteil wird weil man getauft ist und glaubt ?
Andere nicht - warum ?
War Jesus ein Egoist - oder warum ist Er gekommen ?

Es liegt durchaus am Marketing der Botschaft; die Frage nach dem Sinn eröffnet den Weg zum Glauben.

Mitgliedsbeiträge zahle Ich überall; einklagbar; braucht es da noch einen Gott der es ebenso treibt ?

Wozu ?

Die Rückgänge bei Besitzern von D-Netz Handies stabilisiert sich auch schön langsam.

Sie werden jedes Jahr geringer weil schon bald niemand mehr dort ist.

Schön wär's. Bei ~ 5,4 Mio. "Schäfchen" und 52.000 Austritten pro Jahr gibt's noch genug "offizielle" Katholiken für über 100 Jahre.

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