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Liebe ist ein ZF-Getriebe. Das wusste Eileen genau zwei Monate nachdem sie Ken Imhoff kennengelernt hatte. Um 2.000 Dollar pumpte der blonde Lover aus Milwaukee, Wisconsin seine Zukünftige für den Kauf eines Haufens Zahnräder an. Eileen lieh dem Maschinentechniker das Geld, verbunden mit der dringenden Bitte, ihren Eltern bloß nichts von dem Deal zu erzählen.
Ken Imhoff, ein Sonnyboy mit breitem Kreuz, Heckspoiler im Nacken und einem Harley-Faible, hielt dicht - und verzog sich zwei Wochen nach der Hochzeitsreise in den Keller seines neuen, schmucken Einfamilienhauses in Eagle, einer knapp eine Autostunde westlich von Milwaukee gelegenen Kleinstadt. Das war am 22. September 1990. Fortan reduzierte Mr. Imhoff sein Leben im Wesentlichen auf drei Fixkoordinaten: den Job, das eheliche Schlafgemach und den Keller.
Dort sollte er nicht weniger als 17 Jahre an der Verwirklichung seines Traums arbeiten: dem Bau eines Supersportwagens, dessen archaische Form und Silhouette den Mann vor Jahren angefixt hatten. Damals sah der junge Ken die Hochgeschwindigkeits-Klamotte "Cannonball Run" ("Auf dem Highway ist die Hölle los") und verliebte sich in den Star des Intros, einen in schwarzem Klavierlack-Trimm gehaltenen Lamborghini Countach LP 500 S.

Anfang der 1980er war der Brachial-Stier aus Sant'Agata Bolognese (375 PS, Topspeed: 300 km/h, 0-100 km/h in 5,4 Sekunden) bereits ein Mythos - für den Amerikaner war das Gerät indes unerreichbar. Ein Preis von knapp unter 100.000 Dollar sprengte eindeutig das Budget des braven Arbeiters aus Wisconsin. Bei dieser gewaltigen Summe konnte selbst Eileen nicht mehr aushelfen. Ken hatte ein Problem.
In jeder guten amerikanischen Geschichte kommt jetzt der Plot Point. Irgendein Erweckungserlebnis, ein erzählerischer U-Turn, die Manifestation des American Dream. Bei Imhoff war es ein altkluger Spruch seines Alten, der den Mann zur Tat schreiten ließ: "Kauf nichts, was du selber machen kannst", hatte ihm der Vater immer eingebläut. Ken kaufte nicht, packte an - und erschuf einen Lamborghini Countach aus dem Nichts.
Fünf Jahre gab sich der Mann, um seinen Traum zu verwirklichen. Der Tüftler sollte etwas überziehen. Angefangen hat das Keller-Experiment mit Eileens ZF-Getriebe, das zuvor in einem De Tomaso Pantera seinen Dienst versehen hatte. Der logische Motor war ein Cleveland-V8 von Ford, der schon der italienischen Mittelmotor-Flunder zu brauchbaren Fahrleistungen verholfen hatte. Dass der Lambo-Konkurrent vier Töpfe weniger als der Countach aufbot, wurde mit einer prächtigen Batterie Weber-Vergasertröten effektiv kaschiert. Der erfolgreiche Erstlauf des Aggregats fällt mit Eileens Schwangerschaft zusammen, vermerkt die Familienchronik.
Während der technische Unterbau - Motor, Getriebe, Bremsanlage und die Nebenaggregate - relativ leicht zu beschaffen und zu adaptieren war, musste Imhoff für Chassis und Karosserie eine kleine Autofabrik in seinen Keller verlegen. Schließlich war dem Selfmade-Autobauer von Anfang an klar: Er wollte nicht irgendein Ding, das aussah wie eine Billig-Kopie - er wollte einen Countach. Also vermaß er einen Original-Lamborghini und machte sich daran, alle Karosserieteile aus Aluminium oder Fiberglas selbst zu gestalten. Fortan fertigte er Holzformen, über die er die Bleche trieb, dengelte Sicken und Falze und perfektionierte die Kunst des Alu-Schweißens. (Keine Arbeit, sondern ein komplexe philosophische Schule, bekanntlich.)
Das Ergebnis seiner Formübungen vermählte Ken mit einem ebenfalls selbst gefertigten Gitterrohr-Rahmen. Währenddessen hatte sich seine erste Tochter, mittlerweile Schülerin, wohl daran gewöhnt, dass Daddy im Keller an einem Monster bastelte, Lederstücke für die Innenausstattung zuschnitt, die Optik der BBS-Felgen auf Original-Lamborghini trimmte und einen Fiberglas-Flügel auf das Heck propfte.
2007, nach 17 Jahren Arbeit, einer Chronologie des Scheiterns und Wiederanfangens, einer Zeit, in der er wahrscheinlich nicht nur einmal die Kellertür hinter sich zugeworfen hat und am liebsten den Schlüssel weggeworfen hätte, war der Traum endlich Realität. In Kens Keller stand ein Lamborghini Countach oder zumindest ein sehr, sehr authentischer Lamborghini Countach - nichts weniger als eine Do-it-yourself-Meisterleistung, für die der Heimwerkerkönig aus Eagle in einschlägigen amerikanischen Internet-Foren fortan als "Ubermensch" bezeichnet werden sollte.
Kleines, aber nicht unwesentliches Problem für den Meister: In seine Untergrund-Werkstatt führte bloß eine Tür. Ein deutlich zu enger Geburtskanal für einen ausgewachsenen Lamborghini. Im Herbst 2008 ließ Ken die Hebamme anrücken - einen Kettenbagger, der sich in nicht einmal eineinhalb Stunden bis zum Fundament des Imhoff-Hauses vorgrub und den Countach freilegte. Eileens Reaktion auf diesen Akt ist übrigens nicht bekannt.
Der Gatte indes hatte seine Mission erfüllt, hatte sich mit den eigenen Händen einen Supersportwagen erschaffen, der - davon ist angesichts der Akribie des Kellermeisters auszugehen - wohl der am besten verarbeitete Countach aller Zeiten sein dürfte.
Drei Jahre erfreute sich der mittlerweile würdig ergraute Mann an seiner Replica, dann traten bei dem Amerikaner jene Symptome auf, die alle manischen Tüftler und "Uber-Bastler" nach dem Ende ihrer Mission heimsuchen: innere Leere, chronische Unruhe, ständiges Neusortieren des Werkzeugs. Heilung verspricht hier bekanntlich nur ein neue Aufgabe. Ein Projekt, dem der Lamborghini weichen muss. "Ich musste einfach wissen, ob ich ihn überhaupt verkaufen kann. Ob ich den Wagen einem anderen überlassen kann", sagt Imhoff. Er hat die Hürde genommen.
Seit Anfang des Jahres steht die Edel-Replica, das Ergebnis von 17 Jahren Arbeit, bei Ebay zum Verkauf. Bis 11. Jänner läuft die Versteigerung, das Höchstgebot liegt zurzeit bei respektablen 76.000 Dollar. Für Imhoff bestenfalls eine Zahl. Nicht mehr. "Für mich war das eine sehr lange Reise. Ich habe mein Ziel erreicht." (Stefan Schlögl, derStandard.at, 8.1.2013)
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Der Serienmörder gesteht "Bewegt" in einem sensationellen Interview seine Taten. Biedermannsdorf und Umgebung können aufatmen. (Teil 2) Inklusive exklusivem Exklusivfoto
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Dieser Beitrag wurde von den Kolleginnen von diestandard.at als zu radikal abgelehnt. Nun muss an dieser Stelle das Problembewusstsein geschärft werden: Situation, Ursache, Therapie.
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Eine Ansichtssache
Eine Ansichtssache
was exklusiveres:
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wenn sie wollen schenke ich ihnen meinen alten stahlrohrhocker. den können sie dann als lenkrad verwenden.
Ich habe damals bei Fiat gearbeitet. Anfang der 80er endete die langjährige Zusammenarbeit zwischen Fiat und Seat vereinbarungsgemäß. Im Zuge dessen erneuerte Seat seine Palette und änderte auch das Logo. Bei der Neuvorstellung des neuen Ronda giftete sich Fiat, weil er angeblich einem geplanten Restyling des Ritmo extrem ähnlich sah. Die Sache ging in Paris an das Schiedsgericht der internationalen Handelskammer und Seat gewann. Fiat musste das Restyling des Ritmo nochmals von vorne beginnen. Ob es bei Fiat "Undichtheiten" gegeben hat, ist nie geklärt worden. Jedenfalls können beide Firmen auf ihre Produkte stolz sein. :-)
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