Gefühle sind kein Wunder

Rezension7. Jänner 2013, 14:12
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Ein neues Kinderbuch bringt Kindern auf sympathische Art den Umgang mit der eigenen Gefühlswelt näher

Anne ist ein ganz normales Mädchen. Keine Zauberkräfte, keine Hochbegabung. Sie spielt gern, lacht viel, ärgert sich und ist auch manchmal traurig. Anne ist eben ein ganz normales Mädchen. Manfred Mai und Marion Goedelt beschreiben in ihrem Kinderbuch einen Tag in ihrem Leben, zeigen, welchen Gefühlswelten sie da ausgesetzt ist.

Sie fragen (titelgebend): "Was ist bloß mit Anne los?" Um die verschiedenen Gefühlslagen sichtbar zu machen, bedienen sich die Autoren eines Tricks. Neben dem Mädchen Anne findet sich eine "Gedanken-Anne" gezeichnet, die darstellt, wie sich das Mädel gerade fühlt. Fliegend, mit einem Herzen in der Hand, etwa, wenn sie ihre beste Freundin Emma nach dem Frühstück trifft. Oder als "Supergirl", weil die Lehrerin sie beim Sportunterricht besonders lobt.

Keine Wunderwelt

Natürlich geht es auch anders: Gedanken-Anne ist zornig, weil sie von zwei Buben getreten und geschubst wird, und zeigt der Mutter die Zunge. Die schimpft nämlich gerade mit ihr. (Mit-)lesenden Kindern wird hier auf sympathische Art der Umgang mit der eigenen Gefühlswelt näher gebracht.

Und dafür braucht es eben keine Wunderwelt, die ist gar nicht notwendig. Denn der Alltag bietet genug. Und es ist einfach nett, jemanden einmal so richtig aufgeblasen zu sehen, weil er vor Stolz platzen könnte. (Peter Mayr, DER STANDARD, Album, 5.1.2013)

Manfred Mai, Marion Gödelt:
Was ist bloß mit Anne los?

Tulipan-Verlag 2012
36 Seiten, € 15, 40

  • Anne ist ein ganz normales Mädchen. Keine Zauberkräfte, keine Hochbegabung.
    foto: tulipan-verlag

    Anne ist ein ganz normales Mädchen. Keine Zauberkräfte, keine Hochbegabung.

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