Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Auszug aus Franz' musikalischem Schaffen.
Mehr auffallen geht nicht. Vladimír Franz ist am ganzen Körper tätowiert, trägt Piercings im Gesicht und könnte gut und gern jederzeit in einem Fantasy-Film mitspielen. Tatsächlich aber mischt der 53-Jährige kräftig im tschechischen Präsidentschaftswahlkampf mit.
Trotz seines Aussehens, das ihm von vielen als großes Hindernis ausgelegt wird, lag der Künstler in der letzten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts PPM Factum vor der Wahl am 11. und 12. Jänner mit 11,4 Prozent schon auf Platz drei hinter den Favoriten Jan Fischer und Milos Zeman und noch vor Karel Schwarzenberg (alle Kandidaten in dieser Ansichtssache).
Die erstmalige Chance der Tschechinnen und Tschechen, ihren Präsidenten direkt zu wählen, öffnet die Tür für ungewöhnliche Kandidaten, die vom bisher zuständigen Parlament wohl nie zum höchsten Repräsentanten des Landes gekürt worden wären. Mit dem Slogan "Beweisen, dass nichts unmöglich ist" tritt Franz deshalb als überparteilicher Kandidat an.
In seiner Kampagne spricht er explizit auch politikverdrossene Wähler an, denen er einen neuen Stil verspricht. "Das politische System funktioniert. Es sind die Menschen, die die Fehler machen. Viele schauen nur auf ihre eigenen Interessen und nicht auf die der gesamten Bevölkerung. Wir haben ein moralisches, kein strukturelles Problem", sagte Franz gegenüber Radio Praha.
Ansonsten ist das Wahlprogramm im Gegensatz zum Auftreten des Kandidaten eher unaufgeregt und ohne extravagante Forderungen. Franz gibt den Moderaten, der sich für den Schutz von Menschenrechten und Demokratie und die Förderung alternativer Energien starkmacht.
Mit Unterstützung einer Grassroots-Bewegung aus Studenten und Intellektuellen gelang es Franz im Herbst 2012, 88.388 und damit weit mehr als die benötigten 50.000 Unterschriften zu sammeln, um seine Kandidatur zu besiegeln. Auf Facebook haben sich ebenfalls bereits mehr als 50.000 Personen hinter ihm gesammelt. Und in den vergangenen Monaten stieg die Zustimmung zu Franz in den Meinungsumfragen sprunghaft an. Seinen größten Vorteil für die Wahl sieht der Künstler darin, dass er nicht Teil des politischen Establishments ist: "Ich habe weder Beziehungen zur Finanzindustrie noch zu anderen Interessengruppen, die Einfluss auf den Staat nehmen wollen."
Vladimír Franz war den Tschechen bisher vorwiegend als Komponist und Maler bekannt. Er ist als Professor an der Theaterfakultät der Prager Akademie der musischen Künste tätig und leitet dort die Abteilung für szenische Musik. Sechsmal schon hat er den Alfred-Radok-Theaterpreis gewonnen, auch in Rechtswissenschaften hält er ein Doktorat. Der Vater einer Tochter ist geschieden und derzeit mit der Fotografin Ida Saudkova liiert.
Fragen, ob er seine Kandidatur tatsächlich ernst meint, hört Franz nicht gerne. Seine Tattoos, die 90 Prozent seines Körpers bedecken, seien nicht der Kern seiner Identität. "Die Tattoos sind meine Privatsache. Viel wichtiger ist meine Erfahrung als Künstler, Komponist und Professor", sagte Franz zu Radio Praha.
Einer, der mit einem tätowierten Präsidenten nicht glücklich zu sein scheint, ist der noch amtierende Präsident Vaclav Klaus. Bei einem Treffen mit Managern kritisierte er die Möglichkeit der Direktwahl: "Ich habe Angst um die Demokratie und Angst, dass Sie nächstes Jahr einen Vladimír Franz statt mir hier sitzen haben. Wir sollten vorsichtig sein. Auch auf dem Schiff der sinkenden Titanic wurde Champagner ausgeteilt." (Teresa Eder, derStandard.at, 8.1.2013)
Bei seinem Antrittsbesuch in Wien streute der neue tschechische Präsident Milos Zeman den Gastgebern Rosen und kommentierte auf gewohnt launige Art die Tatsache, dass Kanzler Faymann ihm einen Korb gibt.
Staatspräsident will Außenminister bei Botschafterbesetzung überspielen
Bei seiner zweiten offiziellen Auslandsreise kommt Tschechiens neuer Präsident Miloš Zeman heute nach Wien
In Tschechien tobt ein Kampf um die KP-Vergangenheit
Will "Präsident aller Bürger" sein - Fehler im Text: Zeman musste Eid zweimal unterzeichnen
Tschechiens künftiger Präsident Miloš Zeman will ein politisch aktives Staatsoberhaupt sein
Verfahren vor Verfassungsgericht wegen umstrittener Gefangenenamnestie
Steckte Wahlzettel nicht in amtlichen Umschlag
Laut Strafanzeige soll er Stimmen rebellierender Abgeordneter gekauft haben
Er könne es ihm "nie verzeihen"
Wegen umstrittener Neujahrsamnestie - 73.000 Tschechen unterschrieben Petition
Staatschef Klaus hält die Begnadigungen trotzdem für richtig
Linkspolitiker gewinnt Präsidentschaftswahl mit 54,8 Prozent der Stimmen
Ein Straferlass des scheidenden Präsidenten Václav Klaus bringt Tschechiens Regierung in Bedrängnis. Weil auch Wirtschaftsverbrechen aus Klaus' Zeit als Premier in den 1990ern betroffen sind, will die Opposition einen Misstrauensantrag einbringen.
Karel Schwarzenberg unterliegt mit 45,2 Prozent - Neugewähltes Staatsoberhaupt spricht sich für vorgezogene Parlamentswahlen aus
Vor zehn Jahren erlitt der Ex-Premier noch eine schwere Niederlage bei der Präsidentenwahl
Trauer und Fassungslosigkeit bei den Fans - Schwarzenberg: "Natürlich ist Zeman auch mein Präsident"
Miloš Zeman steht für Tschechiens Brüche und Kontinuität
Präsident Zeman will Livia Klausova zur Botschafterin in der Slowakei machen - Außenminister Schwarzenberg zurückhaltend
Als Politiker, der nicht gern die zweite Geige spielt, reizte der Herr auf dem Hradschin seine Kompetenzen immer wieder bis zum Äußersten aus - von Josef Kirchengast
Die Sudetendeutschen-Frage hat die Stichwahl in Tschechien entschieden
Vaclav Klaus wird auch als "Heulsuse" bezeichnet - Ministerpräsident distanziert sich von Aussagen
Und damit meine ich definitiv nicht bloß unseren Nachbarn...
100000x lieber einen voll tätowierten Politiker als einen aalglatten, schleimenden Ja-Sager der hinter jeder Banknote her rennt und sein Land und dessen Bürger für ein Luxusauto an den Meistbietenden verhökert!
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.