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Kairo - Ein langjähriger Minister des gestürzten ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak ist vom Vorwurf der Korruption freigesprochen worden. Der frühere Kulturminister Faruk Hosni habe sich nicht der Bestechung und der illegalen Bereicherung schuldig gemacht, verlautete am Samstag aus Justizkreisen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. In seiner Amtszeit war der Politiker unter anderem mit abfälligen Bemerkungen über Israel aufgefallen.
In dem Prozess gegen Hosni ging es um etwa 18 Millionen ägyptische Pfund (rund 2,1 Millionen Euro), die er zurückzahlen sollte. Den Angaben zufolge wies Hosni vor Gericht alle Vorwürfe zurück. Er habe bewirkt, dass während seiner Amtszeit Milliarden in die Kulturförderung geflossen seien, und sich niemals selbst bereichert, sagte er demnach.
Hosni, der sich vor einem Gericht in Giseh verantworten musste, war über 20 Jahre lang Minister in Mubaraks Diensten. Mubarak war am 2. Juni 2012 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er war am 11. Februar 2011 nach wochenlangen Massenprotesten, bei denen rund 850 Menschen getötet worden waren, vom höchsten Amt des Staats zurückgetreten.
Im Jahr 2009 wollte Husni Chef der UN-Kulturorganisation UNESCO werden und galt vor der Wahl sogar als Favorit, nachdem er sich deutlich von seiner im Jahr zuvor geäußerten Ankündigung, "eigenhändig israelische Bücher zu verbrennen", distanziert hatte. Hosni wäre der erste UNESCO-Chef aus einem arabischen Land gewesen, letztlich machte aber die Bulgarin Irina Bokova das Rennen.
In Ägypten geriet Hosni immer wieder zwischen die Fronten. Im Jahr 2001 verärgerte er Ägyptens Intellektuelle, als er drei von den islamistischen Muslimbrüdern als pornografisch kritisierte Bücher verbot. Im Jahr 2006 wurde er Ziel massiver Proteste, als er die Forderung der Muslimbruderschaft zurückwies, von Frauen an den Universitäten wieder die Verschleierung zu verlangen.
Im Jahr 2003 geriet Hosni auch mit Deutschland aneinander, als er die in Berlin beheimatete berühmte Büste der Königin Nofretete zurückforderte. Er bezeichnete es als wissenschaftlich "unethisch", dass die Statue für einige Stunden auf einen bronzenen nackten Frauenkörper aufgesetzt worden sei, und sprach von nicht zu tolerierendem "Fehlverhalten". (APA, 5.1.2013)
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