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Rom - Ein minutiös geplanter Marathon des zurückgetretenen italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti in Fernsehen und Radio sorgt in Rom für politisches Missvergnügen. In den vergangenen Tagen nahm Monti an mehreren Sendungen teil, um für sein Zentrumsbündnis zu werben. Sergio Zavoli, der Präsident der parlamentarischen Kommission zur Kontrolle der staatlichen TV-Anstalt Rai, kritisierte deren Direktoren wegen der übertriebenen Präsenz von Politikern im Fernsehen.
Zavolis Worte wurden als Kritik an Montis Omnipräsenz gewertet. Daraufhin wurde ein geplanter Auftritt Montis in der gesendeten Sonntagsshow Domenica In abgesagt. Auch wenn das sogenannte " Par-Condicio-Gesetz", das 45 Tage vor den Wahlen die TV-Auftritte der Politiker genauestens regelt, noch nicht in Kraft sei, werde sich die Rai um eine ausgewogene politische Berichterstattung bemühen, erklärte Rai-Generaldirektor Luigi Gubitosi. Die italienischen Parlamentswahlen finden am 24. und 25. Februar statt.
Seitdem sich der Wirtschaftsprofessor entschlossen hat, den Zentrumsblock zu unterstützen, der seine Reformagenda umsetzen will, hat er einen groß angelegten Wahlkampf gestartet, um bei der Wählerschaft an Zuspruch zu gewinnen. Ob Politshow, Unterhaltungssendung oder Radioprogramm: Kein Tag vergeht, ohne dass Monti persönlich oder zumindest am Telefon auftritt.
Montis Medienkampagne irritiert auch den Partito Democratico: "Es besteht ein Konflikt zwischen den Auftritten Montis als scheidender Premier und als Kandidat einer politischen Koalition", verlautete aus PD-Kreisen. Die Partei beobachte auch die TV-Auftritte von Ex-Premier Silvio Berlusconi mit Sorge. Auch er lässt keinen Tag vergehen, ohne für seine Mitte-rechts-Partei Volk der Freiheit (PdL) zu buhlen.
Monti übernimmt zwar die Führung einer Koalition von Zentrumsparteien. Er möchte sich jedoch nicht um ein Mandat bewerben, weil er als Senator auf Lebenszeit bereits über einen Sitz im Parlament verfügt. Vor Weihnachten hat er ein umfangreiches Reformprogramm vorgestellt. (red/DER STANDARD Printausgabe, 5.1.2013)
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