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Wien - Eine Model-Branche, die Magersucht zum Schönheitsideal erkoren hat. Ein vermeintlich perfektes Aussehen, das mithilfe von Bildbearbeitungsprogrammen medial vermittelt wird. Von einer "manipulierten Wahrnehmung des Normalen" sprach die Psychologin Michaela Langer, die dazu führt, dass überwiegend junge Frauen Essstörungen wie Magersucht (Anorexie) oder Ess-Brechsucht (Bulimie) entwickeln. Grundsätzlich steigt die Gefahr mit der Pubertät, wo "irrationale Vorbilder" es erschweren würden, das geänderte Körperbild zu integrieren, so die Expertin vom Wiener Programm für Frauengesundheit.
Der Grad der Irrationalität von Traummaßen a la "90-60-90" wurde laut Langer etwa bei einer Studie an 10.000 Frauen in Deutschland ermittelt - sechs Frauen erreichten dabei diese Proportionen. Erreichen will man sie trotzdem, die perfekte Figur - mit der Folge, dass das Essen für die Betroffenen zu einem "angst- und schambesetzten" Vorgang wird.
"Die Diät ist dabei eine Art Einstiegsdroge zu einem gestörten Essverhalten", so Langer, wobei neue Studien zeigen würden, dass Diäten indirekt auch zu BMI-Förderern werden können. Würde man zu den drei genannten Störungen noch die große Gruppe der "nicht näher spezifizierten Essstörungen" und das oder das weniger bekannte Binge-Eating-Syndrom dazu nehmen, käme man auch bei vorsichtiger Schätzung auf rund 15 Prozent von Betroffenen in der Gesamtbevölkerung. Konkrete Zahlen gibt es aber nicht, da diese je nach Studie schwanken, was die Problematik aber nicht schmälert.
Neben gesetzlichen Verboten, wie einem Bildbearbeitungsgesetz oder ein BMI-Minimum für Models, ist vor allem die Bewusstseinsbildung der gefährdeten Personen vonnöten. "Es gilt den Jugendlichen bewusst zu machen, dass man mehr als ein Körper ist", forderte Langer eine Abkehr von der Schönheit als einziges Kriterium der Attraktivität.
Es fehle in unserer Gesellschaft ein Bekenntnis zu einer Körpervielfalt, denn immerhin, der Body-Mass-Index (BMI) definiert seinen gesunden Bereich bei den Werten 19 bis 25, was bei einer Größe von 1,70 Meter ein Gewicht zwischen 54 bis 72 Kilogramm als Bandbreite des "Normalen" ermöglichen würde. (APA, 4.1.2012)
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Fehleinschätzung des eigenen, anorektischen Körpers dürfte vom zentralen Nervensystem ausgehen
Empfehlungen sollen helfen, die "Medienabhängigkeit" als eigenständiges Krankheitsbild anzuerkennen
Schlankheit als Ideal ist geschichtlich betrachtet eine Seltenheit.
Die Geschichte der Schönheitsideale (und deren Wandel!) finde ich äußerst spannend und außschlußreich, hier ein m.E. guter Einstieg:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schö... heitsideal
Das ist keine Entweder-Oder-Frage.
Schlank im Sinne von dünn ist nicht schön. Dick im Sinne von stark übergewichtig ist auch nicht schön.
GESUND ist schön. Das ist das einzige, was Sinn ergibt und auch geschichtlich konstant bleibt.
Sowohl zu dick als auch zu dünn ist alles andere als gesund.
...darüber hinaus spielte auch der Status immer eine Rolle. In ärmlchen Zeiten zeugte es von hohem Stand, wenn man was auf den Hüften hatte. Heute ist das Gegenteil der Fall.
Der Schlankheitswahn (je weniger, desto schöner) ist sowieso ein Hirngespinst der weiblichen Welt, kaum ein Mann findet Magermodels attraktiv.
Der Bodybuilding-Wahn (je mehr, desto schöner) ist das männliche Gegenstück dazu.
Mir erscheint der gegenwärtige Schlankheitsterror längst ähnlich krank wie die Lotosfüße
http://de.wikipedia.org/wiki/Lotosfuß
...die meistbeachtete Modeschöpfung wäre Kleidung, die praktisch, haltbar, der Vielfalt der Körper angepaßt ist und von ganz normalen Menschen vorgeführt wird
... Schönheit wäre auch für den Erfolg von Menschen, die hauptberuflich singen, modeln oder schauspielern völlig egal
... die Idee, ein paar Kilo mehr oder weniger zu wiegen könne wichtig für die Attraktivität sein, erschiene der Mehrheit oberflächlich und schräg
...es würden Qualitäten wie Friedfertigkeit, Genußfähigkeit, Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Zivilcourage, Kreativität, Mut, Frustrationstoleranz, Kommunikations-, Lern-, Konflikt-, Kritik- und Kompromissfähigkeit und überhaupt das Verhalten ganz selbstverständlich hauptsächlich relevant für (sexuelle) Attraktivität
Entweder mann/frau hat FIGUR - also Proportionen - oder eben nicht. Hat bei Trainierten wenig mit BMI zu tun. Die Frage ist ja auch wozu brauche ich diesen niederen BMI, bzw Gewicht. Etwa Langstreckenläufer oder Models. Nach Karriereende steigt Gewicht ja wieder. Soll jeder selber definieren.
"forderte Langer eine Abkehr von der Schönheit als einziges Kriterium der Attraktivität."
Gähn!
Die Jugend sollte zu mehr Sport erzogen werden. Ein normal gebauter, junger Mann muss zumindest 10km laufen, 30 Liegestütze und 5 Klimmzüge schaffen und auch Frauen sollten sich regelmäßig bewegen.
Dann kann man auch essen, was man will. Dass vor allem Übergewicht in Westeuropa/USA weit verbreiet ist, sollte die Schönheitsideal-Kritikerinnen auch einmal sehen.
was die 10 km laufen und 5 Klimmzüge betrifft.
Da verlangten Turnlehrer in den 70ern mehr.
Und wir waren wirklich sehr schlank. Lehrlinge wurden wegen Untergewicht gelegentlich zur "Erholung" geschickt. Wir haben aber nie gehungert. Aber maximal an der frischen Luft bewegt.
Der BMI ist bestenfalls ein Richtwert. Auch Muskeln sind schwer und gemäß BMI wäre dann so mancher Sportler über gewichtig.
Zum Thema Schönheitsideal: schön war immer schon, was schwer erreichbar war. Als es wenig Essen gab, galt dick sein als schön. Seitdem wir Mut Nahrung über versorgt sind, gilt Schlank sein als schön. Schlank, fit, durchtrainiert und wohlproportioniert - und nicht dürr und kaum lebensfähig. Ich kenne niemanden, der magersüchtige Laufstegmodels toll findet, schon gar nicht Männer. Jedenfalls konnte ich in einschlägigen Zeitschriften noch nie Eibe zaundürre nackt Frau entdecken.
Möglicherweise wird von manchen Menschen das körperliche Erscheinungsbild von Magersüchtigen ästhetisch idealisiert, aber doch nicht dir Sucht, die eine psychische Disposition ist. Was sind denn das für sprachliche Schlampereien?!
BMI 18,5 war vor dem 20. Jahrhundert sicher keine Ausnahme. Unser Schönheitsempfinden ist einfach großteils genetisch bedingt. Und die Gene haben sich in den letzten zweihundert Jahren so gut wie gar nicht verändert, unsere Ernährungsgewohnheiten aber vollkommen. Man kann den Leuten nicht vorschreiben, was sie schön finden dürfen und was nicht. Die meisten finden schlanke Frauen schön. Und das hat nichts mit Werbung zu tun, sondern ist so einprogrammiert.
so gesund ist das jedenfalls nicht: durch meine geringen reserven war ich war signifikant öfter erkältet und überhaupt deutlich anfälliger für infekte.
heute liegt mein BMI knapp unter 23, ich treibe mehr und intensiveren sport als zu dürren zeiten und bin höchstens einmal in zwei jahren erkältet.
die aussenwahrnehmung ist ist, dass ich immer noch überdurchschnittlich schlank sei und früher wie ein verhungerter schispringer ausgesehen hätte.
jeder, wie er sich wohlfühlt,
aber einen BMI von 18,5 als völlig normal zu bezeichnen, wird von manchen als auforderung zur magersucht missverstanden werden.
wenn man sich die bilder der großen künstler der letzten paar hundert jahre anschaut, sieht man recht oft dicke frauen.
zb die klassische rubensfigur, vollschlanke frauen. oder barocke engel. würde man engel nicht ideal schön darstellen? und schon wieder sind sie dick.
wenn ich hier im artikel les, das die traumfigur 90-60-90 aber nur von 6 von 10000 frauen erreicht wird, vielleicht schön immer das, was selten ist. und damals als es kaum genug zu essen gab, war halt dick schön. jetzt ist dünn schön. und morgen ist wieder was anderes schön.
solange es nicht krankhaft wird, ist daran noch nichts auszusetzen. aber das ist ja bei bulimie das problem...
Entscheidend ist das THV. Und das laut Studien kulturübergreifend (auch bei Eingeborenen ohne Kontakte zur Außenwelt), also höchstwahrscheinlich auch epochenübergreifend. Ein gutes THV kann zwar auch mit höherem BMI erreicht werden, aber statistisch eher seltener.
http://de.wikipedia.org/wiki/Tail... C3%A4ltnis
Abgesehen davon - waren Sie schon mal im kulturwissenschaftlichen Museum? WENN Ihre These stimmen würde, und wir trotz unseres Daseins in unserer hyperkomplexen Wirklichkeit genauso "ticken" würden wie unsere Steinzeit-Ahnen, dann würden wir das durchschnittle Supermodel garantiert nicht als attraktiv einstufen, sondern eher als ungesund, schlecht versorgt, kränklich.
Die Gesellschaft in der Sie leben und die Werthaltungen der Menschen, die ihre unmittelbare Umgebung bilden, haben sehr wohl Einfluss auf Ihren Blick auf die Welt. Sie sind ein Mensch, Sie sind denk-lern- und sogar reflexionsfähig, nutzen Sie diese Gaben und leugnen Sie Sie nicht ab.
Bestimmte Dinge sind einfach vorgegeben, auch wenn man es durch Erziehung gelegentlich schafft, Menschen auf das Gegenteil zu konditionieren. Der Mensch strebt im Normalfall z. B. nach Glück und Freiheit. Durch Erziehung haben wir es so weit gebracht, diesen Drang weitgehend einzudämmen oder umzulenken: auf Bevormundung und Arbeit. Etwas Ähnliches wird bei der Sexualität versucht, aber es wird wesentlich schwieriger, da bin ich mir sicher.
Magersucht kaschiert oft andere Probleme, deren Behandlung vorrangig sein könnte.
Umgekehrt geht's auch: Magersucht oder Bulimie bringen Folgeerkrankungen auf die Bühne die mitunter lebensgefährlich sein können.
http://www.nejm.org/doi/full/... imc1204403
http://www.bbc.co.uk/news/uk-e... n-20897681
Deutschland und UK - immer vorn dran bei menschenverachtender Armuts-Stigmatisierung und Entmündigung.
Dafür erwartet die Versicherung, dass die Firma nur Gesunde einstellt, die sich "gesund erhalten" und das auch überwacht: dass die Belegschaft täglich nach Dienstschluss ins firmeneigene Fitnesstudio geht und die genau vorgeschriebene Anzahl von Übungen an den genau vorgeschriebenen Geräten macht, um sich gesund zu erhalten. Was man in der Freizeit so alles an Sport macht, zählt nicht. Und wenn du 40 Grad Fieber hast, natürlich auch nicht, denn Krankenstand gibts nicht. Sehr gesund. Selbstverständlich gibt es in der Firma einen Alkomaten und ein Gerät, das misst, ob jemand in der Freizeit vielleicht was getrunken oder geraucht hat. Wer erwischt wird, bekommt eine Verwarnung, beim 2. Mal die Entlassung.
zwischen Traummaße nicht erreichen zu können und gedankenlosem reinfressen bei gleichzeitiger Bewegungsvermeidung liegt ein weites Feld. Grundsätzlich ist schon beinahe jeder selber für sein Übergewicht verantwortlich. Scheint aber ein Zeichen der Zeit zu sein für nichts mehr persönliche Verantwortung übernehmen zu wollen und sei es für den eigenen Wanst.
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