Mehr Kameras für die Wiener Öffis

3. Jänner 2013, 18:31
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Die Wiener Linien rüsten die U-Bahnen und Bims mit weiteren Videokameras aus. Die Aufzeichnungen müssen aus Datenschutzgründen allerdings nach 48 Stunden wieder gelöscht werden

Wien - Von jenem Mann, der in der U6 junge Frauen ausspähte und sie nach dem Aussteigen verfolgt und vergewaltigt haben soll, gab es Bilder, die eine Videokamera im Wagon aufgenommen hatte. Am Silvestertag wurde der mutmaßliche Täter schließlich in Ungarn festgenommen.

Rund 1400-mal hat die Polizei im Jahr 2011 bei den Wiener Linien Videoaufnahmen angefordert. Auch von dem Mann, der in einer Garnitur der U6 eine junge Frau vergewaltigt hat, lieferten die Kameras Bilder - die Aufnahmen, zeigten aber auch, dass keine anderen Passagiere als mögliche Zeugen in der Nähe waren.

Millionen für Ausbau

Die Wiener Öffi-Betreiber wollen nun bis Jahresende die Videoüberwachung in den Stationen, aber auch in den U-Bahnen und Bims weiter ausbauen und nehmen dafür 1,2 Millionen Euro in die Hand. Derzeit werden bereits zwei Drittel der U-Bahn-Stationen mit Kameras überwacht, ebenso drei Viertel aller U-Bahn-Züge. Seit dem vergangenen Sommer werden auch Bims nachgerüstet.

Die Aufzeichnungen werden aus datenschutzrechtlichen Gründen nach 48 Stunden gelöscht. "Wir empfehlen, möglichst rasch zur Polizei zu gehen", sagt Wiener-Linien-Sprecherin Anna Reich. Diese bekommt dann die Aufzeichnungen.

Lieber zu oft Alarm schlagen

Wird der Notruf betätigt, schalten sich die Monitore der Stationsaufsicht automatisch zu. Bei den Kameras in den Garnituren ist das technisch nicht möglich, der Zeitpunkt, wo der Alarm ausgelöst wurde, wird auf den Aufzeichnungen allerdings markiert.

Öffi-Passagiere sollten jedenfalls lieber einmal zu oft als zu wenig Alarm schlagen, so Reich. "Hat ein Passagier gesundheitliche Probleme, zögert niemand, den Notrufknopf zu betätigen", sagt Reich. Es solle aber auch niemand zuwarten, sich in anderen brenzligen Situation an den Fahrer zu wenden oder den Notruf zu drücken. (fern, DER STANDARD, 4.1.2013)

  • In Wien wird bereits ein Großteil der U-Bahn-Stationen mit Videokameras 
überwacht. Die Aufzeichnungen müssen nach 48 Stunden allerdings wieder 
gelöscht werden.
    foto: christian fischer

    In Wien wird bereits ein Großteil der U-Bahn-Stationen mit Videokameras überwacht. Die Aufzeichnungen müssen nach 48 Stunden allerdings wieder gelöscht werden.

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