EU will Österreich zu mehr Naturschutz zwingen

3. Jänner 2013, 20:26
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Bundesländer müssten mehr Schutzgebiete schaffen

Wien - Wenn es nach der EU ginge, müsste Österreich noch viel mehr für den Naturschutz tun. Und rein rechtlich geht es nach der EU: Ihre Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und ihre Vogelschutz-Richtlinie sind im gesamten Gebiet der Union rechtsverbindlich.

"Aber bei uns in Österreich ist das nicht so leicht durchzusetzen", sagt Michael Proschek-Hauptmann vom Umweltdachverband (UWD): "Österreich gilt als der am wenigsten kooperative Mitgliedsstaat, weil es keinen Ansprechpartner gibt." Die auf die Bundesländer zersplitterte Zuständigkeit in Naturschutzfragen stehe einem effizienten Naturschutz im Weg, sagt der UWD-Geschäftsführer.

Erst Ende November hat die EU-Kommission verlangt, dass das Bundesland Oberösterreich Schutzflächen für den Großen Brachvogel schaffen muss, wenn dessen Lebensraum durch Versäumnisse des Nachbarbundeslandes Niederösterreich verlorengeht (DER STANDARD berichtete). In Brüssel liegt eine vom UWD erstellte Liste von Biotopen, die dringend geschützt werden müssten - die Daten dafür stammten großteils von den Landesnaturschutzbehörden, die zwar die Biotope kartiert, aber eben nicht unter den Schutz des EU-Programms Natura 2000 gestellt haben, kritisiert der UWD.

Proschek-Hauptmann wirft den österreichischen Stellen vor, dass sie jahrelang nicht einmal die Daten zu den entsprechenden Schutzgebieten an die EU übermittelt hätten. Und dass in vielen schutzwürdigen Gebieten Projekte geplant würden, die nach den strengen EU-Regeln gar nicht genehmigungsfähig wären (Conrad Seidl, DERSTANDARD, 4.1.2013)

 

  • Die unverbaute Drau in Kärnten - Österreich gelte in Sachen Umweltschutz als der am wenigsten kooperative Mitgliedsstaat der EU, sagt Michael Proschek-Hauptmann vom Umweltdachverban.
    foto: borut stumberger / wwf

    Die unverbaute Drau in Kärnten - Österreich gelte in Sachen Umweltschutz als der am wenigsten kooperative Mitgliedsstaat der EU, sagt Michael Proschek-Hauptmann vom Umweltdachverban.

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