Die Brösel eines 40-Tonnen-Brockens aus dem All

3. Jänner 2013, 14:07
33 Postings

Forscher stellen bei Analyse 79 verschiedene Elemente fest und sprechen von "wissenschaftlichem Gold"

München - Am 22. April 2012 drang über der Sierra Nevada ein 40 Tonnen schwerer Meteorit in die Erdatmosphäre ein und zerbarst. Bislang wurden von dem einstmals imposanten Brocken 75 Fragmente geborgen, deren mit Abstand größtes mickrige 200 Gramm wiegt. Diese Überreste mit einer Gesamtmasse von etwa einem Kilogramm reichten aber, um die wesentlichen Bestandteile des Sutter's-Mill-Meteoriten zu bestimmen, wie das an der Analyse beteiligte Helmholtz Zentrum München berichtet.

Die Forscher um Philippe Schmitt-Kopplin konnten 79 verschiedene Elemente in dem Meteoriten, einem sogenannten kohligen Chondriten, nachweisen. Neben Kohlenstoff enthalten die Fragmente erhebliche Mengen an organischem Schwefel, kleinere Moleküle wie Aminosäuren und auch Edelgase. Die Forscher sprechen von "wissenschaftlichem Gold", denn die chemische Analyse zeigt eine mineralische und organische Komplexität, die von keinem auf der Erde gebildeten Material erreicht wird.

"Durch hochauflösende strukturchemische Analytik erhalten wir detaillierte Einsicht in die molekulare Zusammensetzung der organischen Komponenten. Sie geben uns Aufschluss über den Prozess ihrer Formation vor Millionen Jahren bis zu den terrestrischen Auswirkungen bei ihrer Ankunft auf der Erde," sagt Schmitt-Kopplin. Meteoriten liefern uns somit Hinweise über die Chemie des Sonnensystems sowie über die Bildung der Planeten. (red, derStandard.at, 3. 1. 2013)

  • Der Sutter's-Mill-Meteor am Himmel über Nevada am 22. April 2012.
    foto: lisa warren, nasa/jpl/associated press

    Der Sutter's-Mill-Meteor am Himmel über Nevada am 22. April 2012.

Share if you care.