Herausforderung: Mit der App das Auto finden

Programme zur Vermeidung von Ehekrisen und stundenlangen Suchmärschen

Ein nicht gefundenes Auto hätte beinahe zur Scheidung ihrer Eltern geführt. Das berichtet Redakteurin Nicole Perlroth in der New York Times.

"Ich war hübsch angezogen und sie haben gehupt"

Es war einer ihrer Jahrestage und gefeiert wurde in San Francisco bei einem Film mit anschließendem Abendessen. Als es wieder heimwärts gehen sollte, wartete Perlroths Mutter vor dem Restaurant, da sie sich gerade erst von einer Knieoperation erholte. Der Vater marschierte los, um den Wagen zu holen.

Und so stand Frau Perlroth da, im strömenden Regen am Strasseneck, während eine Reihe von Männern sie offenbar mitnehmen wollte ("Ich war sehr hübsch angezogen und sie haben gehupt"). Statt nach ein paar Minuten vorzufahren, meldete sich ihr Mann eine halbe Stunde später und einigermassen verzweifelt am Telefon und teilte mit, dass er das Auto nicht mehr finden könne.

Auf Suchfahrt

In Ermangelung von korrekter Erinnerung an das eigene Nummernschild konnten auch Abschleppdienste nur wenig für die Perlroths tun. Schließlich patrouillierte man in einem Taxi die nahegelegenen Straßen auf und ab. Stunden später und um die 70 Dollar Taxirechnung erleichtert, konnte schließlich doch der Weg nach Hause im eigenen Wagen angetreten werden.

Von diesem Erlebnis nach wie vor gezeichnet, war Vater Perlroth offen für den Vorschlag seiner Tochter, die Position seines Wagens künftig auf Google Maps zu markieren. Zu diesem Zwecke wurden sechs Apps ausgetestet, die insbesondere zum Auffinden des fahrbaren Untersatzes geschaffen wurden.

Find My Car

"Find My Car" heißt eines der Angebote, das aktuell gratis für iOS und Android verfügbar ist. Via GPS merkt sich das Tool den Standort des Autos, der zusätzlich mit einem Foto und Notizen ergänzt werden kann. Ebenso bietet es die Möglichkeit, einen Timer für die Parkuhr zu stellen. Eine erweiterte Version, "Find My Car Smarter" (für 1,79 Euro entrichtet werden müssen) kann sich den letzten Standort automatisch merken, sofern das Auto über Bluetooth verfügt.

Abstriche gibt es bei der Software jedoch in Sachen Interface und Bedienung. Das Auffinden des Parkuhr-Countdowns dauerte mehrere Minuten, die oftmals verwendete, kleine Schrift dürfte besonders älteren Nutzern das Leben erschweren.

iCar

Das kostenlos iOS-Tool "iCar" beherrscht im Grunde die gleichen Funktionen wie "Find My Car", erlaubt aber keine Fotoaufnahme. Im Gegenzug zeigt es nahegelegene Tankstellen und Parkplätze an. Im Test fielen dabei Fehlermeldungen und nervige Werbung sehr negativ auf.

Honk

Einen ähnlichen Umfang liefert auch "Honk" (iOS) für 0,89 Euro, das mit einem netten und aufgeräumten Interface besticht. Standort, Fotos, Notizen, nahe gelegene Tankstellen, Parkplätze und Bankomaten, Parkuhr-Timer und auch die rechtzeitige Erinnerung an das Ablaufen des Tickets gehören zum Repertoire des Programms.

Hey Dude, Where's My Car?

Einen mauen Geschmack hinterließ "Hey Dude, Where's My Car?", ebenfalls für iOS. Die App verspricht, dass Nutzer sich genau diese offensichtlich dem gleichnamigen Film entlehnte Frage nicht mehr stellen müssen. Doch schon das Speichern der Parkposition erwies sich auf dieser - Zitat - "komplizierteren Version von Google Maps" als umständlich. Auf der Suche nach einer Anleitung gelangte man lediglich zu einer Selbstbeschreibung des Programmierers: "Ein ziemlich grooviger Kerl aus Austin, Texas".

Sally Park

"Sally Park" ist mit 2,69 Euro zwar die teuerste, aber auch die benutzerfreundlichste App unter den getesteten. Ein Button reicht, um die Position zu speichern, das Anlegen von Foto und Notiz ist möglich. Daneben gibt es ebenfalls eine Parkuhrfunktion, die fünf Minuten vor Ablauf der Zeit Alarm gibt. iOS only.

My StuffFinder

Als Universaltalent erweist sich "My StuffFinder". Das kostenlose Programm findet nicht nur Autos, sondern auch Sonnenbrillen, Schlüssel, Geldbörsen und alle möglichen anderen Gegenstände, deren Ablageort man eingeben kann.

Sie soll den Nutzer auf bis zu fünf Meter an das jeweilige Zielobjekt heranbringen. In den Bergen der Sierra Nevada reichte es aber nur zu einer Genauigkeit von rund 180 Metern, was auf der Suche nach Schlüsseln doch etwas hinderlich sein könnte. Fotos und Notizen werden unterstützt, einen Timer für das Parkticket gibt es jedoch nicht. (red, derStandard.at, 03.01.2012)

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