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Innsbruck - Der renommierte Wolf-Preis für Physik 2013 geht an den Innsbrucker Quantenphysiker Peter Zoller und seinen spanischen Kollegen Ignacio Cirac. Sie erhalten die von der Wolf-Stiftung in Israel vergebene, mit 100.000 Dollar (umgerechnet gut 77.000 Euro) dotierte Auszeichnung für ihre grundlegenden theoretischen Beiträge zur Quanteninformationsverarbeitung, Quantenoptik und zur Physik von Quantengasen, wie die Uni Innsbruck berichtet.
Zoller forscht und lehrt an der Universität Innsbruck und ist Wissenschaftlicher Direktor am Institut für Quantenphysik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Cirac ist Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching, davor wirkte er von 1996 bis 2001 als Professor für Theoretische Physik an der Uni Innsbruck. Die beiden Physiker verbindet eine langjährige Zusammenarbeit. 1995 schlugen sie ein Modell eines Quantencomputers vor, der auf der Wechselwirkung von Lasern mit kalten, in Magnetfallen gespeicherten Ionen basiert ("Quantum Computations with Cold Trapped Ions" in "Physical Review Letters"). "Das Feld der Quanteninformation hat sich in den vergangenen Jahren enorm entwickelt, und viele unserer gemeinsamen Ideen wurden in Experimenten bereits erfolgreich erprobt", so Zoller.
Zoller wurde am 16. September 1952 in Innsbruck geboren und studierte in seiner Heimatstadt Physik. 1977 wurde er promoviert und Assistent am Institut für Theoretische Physik. Zwischen 1978 und 1980 forschte er als Max Kade Stipendiat an der University of Southern California und ging nach Auckland (Neuseeland). 1981 habilitierte sich Zoller in Innsbruck, 1981/82 und 1988 war er jeweils für ein Jahr Visiting Fellow am Joint Institute for Laboratory Astrophysics (JILA) der University of Colorado in Boulder (USA), wo er 1991 zum Professor für Physik berufen wurde. 1994 kehrte er als Professor an die Uni Innsbruck zurück, seit 2003 auch einer der wissenschaftlichen Direktoren am IQOQI.
Zoller erhielt bereits unter anderem die Blaise-Pascal-Medaille in Physik (2011), die Benjamin Franklin Medaille für Physik (2010; gemeinsam mit dem heurigen Physik-Nobelpreisträger David Wineland), den BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Award (2009), die Dirac-Medaille, den International Quantum Communication Award (beide 2006), die Niels Bohr-Goldmedaille der UNESCO, die Max Planck-Medaille (beide 2005) sowie 1998 mit dem Wittgenstein-Preis die höchste österreichische Wissenschafts-Auszeichnung. Erst kürzlich wurde ihm gemeinsam mit drei Forschern aus Deutschland, Frankreich und Israel ein hoch dotierter Synergy Grant des Europäischen Forschungsrats zuerkannt.
Der seit 1978 vergebene Wolf-Preis zählt heute zu den angesehensten Wissenschaftsauszeichnungen und wird in den Gebieten Chemie, Mathematik, Medizin, Physik, Landwirtschaft und Kunst verliehen. Von den bisherigen 50 Physik-Preisträgern wurden 15 in den nachfolgenden Jahren mit dem Nobelpreis bedacht. Unter den Preisträgern für Physik finden sich etwa Stephen Hawking, Roger Penrose, der aus Österreich stammende US-Wissenschafter Victor Weisskopf und der Wiener Physiker Anton Zeilinger (2010). Die Ehrung für die diesjährigen Preisträger findet im Mai 2013 durch den israelischen Staatspräsidenten in der Jerusalemer Knesset statt. (APA/red, derStandard.at, 3. 1. 2013)
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