Das Ende der Käfertaxis in Mexico City

Ansichtssache3. Jänner 2013, 13:09
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Mehr als 40 Jahre hat der VW Käfer als Taxi in das Stadtbild von Mexico City beherrscht. Nun fährt der "Vocho" nur noch privat durch die Metropole.

foto: reuters/jorge silva

Jahrzehntelang gehörte er zum Stadtbild von Mexico City: der "Vocho". Der "Fusca" (Brasilien), "Peta" (Bolivien) oder auch "Escarabajo" (Spanien) verschwindet mit dem neuen Jahr 2013 als Taxi von den Straßen der mexikanischen Metropole.

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foto: reuters/jorge silva

Nach über 40 Jahren hat der Wagen, der sich in Lateinamerika zu einem der beliebtesten Autos entwickelt hat, als Taxi ausgedient. 1967 wurden die ersten Käfer im VW-Werk in Puebla vom Band gelassen und haben seither ganz Südamerika erobert.

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foto: reuters/andrew winning

Fast zwei Millionen "Vochos" wurden produziert, 2003 lief die Produktion schließlich aus. In Pubelo, einem Dorf etwa 100 Kilometer östlich von Mexico City, wurde zum Abschied der Legende 2003 eine Sonderedition hergestellt. Die Zahl der Retrowagen war auf 3.000 Stück limitiert und war eine Hommage auf 70 Jahre Automobilgeschichte.

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foto: reuters/henry romero

Selbst Künstler inspirierte der Käfer. Die mexikanische Künstlerin Betsabee Romero installierte ein Kunstwerk aus "schwimmenden" Käferdächern in Mexico City. Titel: "Nicht alles was grün ist ist auch ökologisch".

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Die Mehrheit der Käfertaxis war grün lackiert, die Installation der Künstlerin war eine Anspielung auf die veraltete Technik und die bedenklichen Umweltwerte der Wagen. Die alten Taxis werden wohl nicht so schnell aus der Stadt verschwinden, sondern privat weitergefahren werden. Schließlich umgibt den Käfer der Ruf eines "unkaputtbaren" Fahrzeugs.

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foto: reuters/fabian bimmer

Dieses besondere Modell bekam den Namen "Vochol", eine Kombination aus "Vocho" und "Huichol". Es wurde mit 2.277.000 Perlen von acht Künstlern der Huichol, einer Volksgruppe aus Mexiko, geschmückt und im Dezember 2012 in der "Austostadt" Wolfsburg ausgestellt.

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In Mexico City wird der Käfer nur noch als Privatfahrzeug unterwegs sein. Mit Ende des Vorjahres liefen die letzten Taxilizenzen aus. Der Käfer sei nicht mehr zeitgemäß, verbrauche zu viel Benzin, sei zu laut und zu unsicher lautet die Meinung im Verkehrsamt von Mexico City. Neue, moderne Fahrzeuge sollen die Taxilegende ersetzen.  (red, derStandard.at, 03.12.2012)

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