Die Invasion Dänemarks und der US-Präsident als Zombie

5. Jänner 2013, 17:15

Gegenwart holt Zukunft ein: Was Genre-Chroniken so alles für heuer angesetzt haben

Fräulein Millas Gespür für Zombies ist 2013 mehr denn je gefragt.

Das ist ein Spiel, das man jedes Jahr spielen kann ... und warum sollte man es auch nicht tun? Rechnet man von Jules Verne an, nähert sich die Science Fiction allmählich ihrem 150. Jubiläum. Da hat sich in Romanen, Filmen oder auch Computerspielen in der Zwischenzeit so einiges an Ereignissen angesammelt, die im einst ferne scheinenden Jahr 2013 angesiedelt wurden.

Der Blog io9.com hat eine (jederzeit beliebig erweiterbare) Liste für das aktuelle Jahr zusammengestellt. Der entnehmen wir, dass heuer dem US-Präsidenten schwere Zeiten bevorstehen. Nicht dass das eine Überraschung wäre - statt Streit ums Budget sind in der fiktiven Chronik allerdings die Entführung der Präsidententochter (in John Carpenters Film "Flucht aus L.A.") bzw. die Verwandlung des Präsidenten in einen Zombie (im Computerspiel "Resident Evil 6") verzeichnet.

In David Brins Roman "Postman" bringt der Titelheld 2013 den postapokalyptischen USA neue Hoffnung, während in Chan Koonchungs "Die fetten Jahre" China in ein "Goldenes Zeitalter" eingetreten ist ... allerdings zu einem Preis. Und dann wäre da noch eine Invasion, von der die BBC-Satire "Time Trumpet" berichtet: Die Supermarkt-Kette Tesco überrollt das arme Dänemark - und setzt dabei Kampfmaschinen à la "Krieg der Welten" ein.

--> io9.com: "18 Predictions for the Year 2013 from Science Fiction Stories"

(red, derStandard.at, 5. 1. 2013)

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Könnten Anderson und seine von jeglichem Talent befreite Frau bitte endlich aufhören Resident Evil zu zerstören?

die milla muss nicht schauspielern, sie muss nur gut ausschaun. und das tut sie.
btw ist ihr schauspielerisches talent weit qualitativer als herrn andersons künstlerische werte.

Zombies als Präsidenten sind leider schon lang kein Seifei mehr.

150 Jahre... pffffhhhh... wohl feiern wir 2014 380 Jahre science fiction, da hat nämlich der Kepler sein Werk Somnium geschrieben. Wo er beschreibt, wie die Gesetze der Physik auf den Mond aussehen würden und dass dort die Menschen glauben würden

der Mond stünde still und alles dreht sich um den Mond. Aber okay, eher hat es den Aufbau eines Märchens und gilt nicht als science fiction.

Dagegen gilt Micromégas von Voltaire als das erste science-fiction-Werk. Hierin beschreibt er den Besuch Micromégas, der vom Sirius kommt und seines Sekretär von der Akademie des Planeten Saturns. Und dieses Werk feierte letztes Jahr seinen 260. Geburtstag.

Lange vor Jules Verne, nämlich 1810, hat Julius von Voß in seinem Werk "Ini. Ein Roman aus dem ein und zwanzigsten Jahrhundert", Erfindungen vorweggenommen, Massenvernichtungswaffen beschrieben und sogar die allgemeine Sozialversicherung. Und gilt daher als erstes deutschsprachige science-fiction-Werk.

380 Jahre … pfffff

Lukian von Samosata sprach schon vor gut 1800 Jahren von Völkern auf dem Mond und der Besiedelung des Morgensterns.
http://www.derbagger.org/artikel/l... eschichten

Danke! Für den Hinweis. Und wenn wir bei Utopien und nicht nur science fiction sind, dann muss natürlich auch noch der Aristophanes erwähnt werden.

"Die Weibervollversammlung" (moderne Übersetzungen schreiben wohl "Frauenvollversammlung"), wo er beschreibt, wie die Frauen Athens, der Kriegslust ihrer Männer überdrüssig, sich als Männer verkleidet in die Vollversammlung schleichen, sich bei Abstimmung alle Rechte geben und dann über Athen herrschen. Die Frauen wollen so eine egalitäre und libertäre Gesellschaf durchsetzen, Wohlstand und Gleichberechtigung der Geschlechter und aller Menschen. Auch soll es freie Liebe geben und jeder Besitz wird zum Gemeingut. Und das Und das mehr als 2200 Jahre vor allen kommunistischen und anarchistischen TheoretikerInnen... ;-)

Seine Werke können nur empfohlen werden, besser als jedes Kabarettpogramm, besser als jeder Komiker. Dagegen kommt nichts an.

Wo bei bei Arisophanes auch noch dazu gesagt werden muss, dass er ei n reaktionäres Orsc... eh, schon wissen... war. Sein Werk "Die Wolken", wo er so gegen Sokrates hetzte, wurde im Rahmen der Mysterienkulte aufgeführt.

Also ein religöses Schauspiel mit Zwangsteilnahme. Wo er Sokrates als eine Person beschrieb, der die Götter abschaffen will und ein materialistsiches Weltbild bevorzugt. Er beschrieb Sokrates und sein Heim auch klassisch so, als würde er den Mysterienkult durch Wissenschaft ersetzen wollen (Demter-Kult, also Kult vom Leben, Sterben, Wiedergeburt).

Die gleichen Vorwürfe führten später zu Sokrates Anklage. Das ist in etwa so, als würde der Schönborn zu Ostern ein Schauspiel im Stephansdom veranstalten (bei Zwangsteilnahme der Bevölkerung), wo er Demokratie und Wissenschaft anprangert und wo auf diese Vorwürfe die Todesstrafe steht.

Aber kontextlos gelesen, sind das wirklich die besten Komödien. Wie gesagt sehr empfehlenswert.

Das macht mich noch im nachhinein wütend, dass der gegen den Sokrates so gehusst hat, das wusste ich nicht! (Sokrates hat sich aber beim Prozeß nicht clever verhalten, sondern ein paar Priviligien auf Lebenszeit verlangt, so was kommt als Verteidigung bei keiner Anklage besonders gut)

massenvernichtungswaffen

und allgemeine sozialversicherung, somit sind die feindbilder der teaparty-bewegung unseres jahrhunderts bereits früh vorweggenommen worden.

Utopia von Thomas Morus war eher und zum damaligen Zeitpunkt tatsächlich "utopisch".

Und das war schon 1516

In Teilen ist es sogar heute noch utopisch: Jeder bekommt alles was er für seinen Bedarf benötigt, Krankengeld für alle, liebstes Hobby der Bewohner ist es wissenschaftliche Vorlesungen zu besuchen. Dagegen steht ein strenges patriachalisches System

und die Gesellschaft besteht aus Familienverbände, wo Ältere über Junge herrschen (allerdings gewählt). Und wo Menschen zur landwirtschaftlichen Arbeit gezwungen werden (allerdings ihr Handwerk frei wählen dürfen) - das klingt dann eher nach einer modernisierten Feudalzeit. Aber für damalige Verhältnisse sehr modern.

Wobei Morus sich bei dem Werk an Platon gehalten hat. Und zu Platons Zeiten war das schon nicht mehr utopisch, denn Platons Philosophenherrschaft (Aristokratie) ein Rückschritt zur damaligen attischen Demokratie (trotz ihrer vielen Fehler) war.

Neueste Forschungen sprechen aber dafür, dass Morus Wer Satire war und er die Un,möglichkeit aufzeigen wollte (das sagt auch der Name: griech. outopia = Nichtort)

Das Werk zeigt aber die trauige Entwicklung: Zu Platons Zeiten war ein solches Werk ein Rückschritt. Eine Einschränkung der Freiheit im Namen einer Sicherheit, dass der "Beste" herrschen soll.

Was aber dazu führt, das Wenige Macht haben und zur Aristokratie führt.

m 16. Jahrhundert, also gut 1900 Jahre später (aber eigentlich noch viel läng), war ein ähnliches Werk derart fantastisch fortschrittlich, dass Morus sein Werk selbst outopia (ein Wortspiel daraus), den NIchtort, nannte.

Ganz so eindeutig lässt sich das natürlich nicht sagen, weil eben Morus sich nicht nur auf Platon bezog (so auch auf Cicero). Aber im Grunde kam nach der attischen Demokratie ein sehr, sehr langes dunkles Zeitalter, das sich erst wieder beginnend mit dem 19. Jahrhundert (ca. 2400 Jahre später) zu lichten begann (einzig die römische Republik machte kurze demokratische Rülpser).

Und ich merk gerade, dass ich ein wenig off topic bin... ;-)

die römische Republik machte demokratische Rülpser ist ein wenig aus dem Fenster gelehnt. 1 mm weiter, und Du fällst aus demselben.

für die Rotstrichler: ein wenig Geschichtsnachhilfe wäre hilfrei, denn ich kritisiere nur diesen einen Punkt. Die römische Adelsrepublik war alles, nur nicht einmal annähernd demokratisch. Da waren die Erfinder mit ihren Rülpsern in Griechenland einfach näher an unserem Verständnis heute. tut leid.

Lesens noch mal mein Posting oder anders gesagt: "Wie kann man in der von mir verwendeten Formulierung "kurze demokratische Rülpser" auch nur ansatzweise etwas positives hineinlesen? Vor allem wenn ich dagegen weiter oben ausführe, dass da in Athen die Demokratie begann?

Und die demokratischen Elemente gab es: comitia populi tributa, comitia curiata, comitia centuriata und dann plebejer, die in den Ständekämpfen von 500 vor unserer Zeitrechnung an, immer mehr Rechte bekam.

Dass die Republik aber eine Mischverfassung war, mit starken monarchistischen und aristokratischen Elementen, wusste schon der antike Geschichtsschreiber Polybios und ich habe das auch nie bestritten.

ich habe lediglich ergänzt. mehr aber auch nicht. Eine negativ und positiv Bewertung kam weder bei Dir, noch bei mir vor. Letztlich ist die Bewertung der demokratieähnlichen Strukturen in der römischen Republik auch davon abhängig, welchem Selbstzweck sie dienten... Rom kam mit einer gehörig geringen Anzahl an Beamten aus, indem es die Eliten der unterworfenen Stämme (Italien) und Völker in die VErwaltung geschickt einband. Erst mit Caracalla, der allen Bürgern des Reiches das Bürgerrecht verlieh (die meisten Zeitgenossen sahen darin eine gigantische Geldbeschaffungsaktion - nur die Vollbürger zahlten Steuern), gab es da keinerlei Anreize mehr. Das mag man auslegen, wie man will; in der REpublik diente alles nur einer kleinen Schar evocati

Gut dann hab ich das "ist ein wenig aus dem Fenster gelehnt. 1 mm weiter, und Du fällst aus demselben." missverstanden... ;-)

Egal, belassen wir es dabei, ich glaub das wir da eh in den meisten Punkten übereinstimmen. So stimme ich auch deinen jetzigen Posting zu.

Da Du eh immer so genaue Expertisen abgibst, könntest mich im Sportforum ein wenig unterstützen...also, in Sachen Fussball. Mir geht grad ein wenig die Munition aus... ;)

Deswegen schreibe ich doch "kurze demokratische Rülpser" oder wo sehen sie da einen positiven Bezug?

Natürlich war das eine Aristokratie, aber es gab ebenso Volksversammlungen, die Comitia Populi Tributa, Comitia curiata und die Comitia Centuriata, die auch für die Gesetgebung zuständig war. In den Anfangszeiten der Republik waren das nicht nur Pro-forma-Versammlungen.

Die römische Republik (und zwar nur diese, daneben gab es ja noch anderes) gilt daher als MIschverfassung, denn neben der Volksversammlung gab es den Senat als aristokratisches Element und den Consulant als monarchistisches Element ( Vgl. Ottmann).

Also hab ich das Posting doch abgeschickt und es war nur solange in der Warteschleife... sorry, für Wiederholung.

Samt ihrer Sklaverei ?

OK, wenn du am Verdursten bist säufst du wohl auch Salzwasser .......

I/II Sklaverei gab es auch in Rom. Aber neben der Sklaverei kann man noch die praktisch völlige Rechtlosigkeit der Frauen anprangern, die fehlende Gewaltenteilung und noch vieles mehr, in der attischen Demokratie. Trotzdem war die attische Demokratie

etwas einmaliges in der Weltgeschichte: Zum erstenmal organisierten sich Menschen um der Freiheit willen.

Wie entstand die Demokratie? Noch unter Zeiten der Tyrannis gab es mannigfaltige Handelsbeziehungen in den Osten, dort lernten die Griechen (vor allem die im Handel starken Athener) vor allem eines: Kulturelle Vielfalt. Die griechische Kultur war stark vom Osten geprägt (mekrt man auch an den Göttern, die alle aus dem kleinasiatischen Raum kamen), auch wenn sie es nicht wahrhaben wollten.

Wer durfte daran teilnehmen? Es gab schon vor dem zweiten Perserkrieg demokratische Elemente in Athen und einen starken demos (kleinste entscheidungsberechtigte Gemeinde), der kennzeichend für alle griechischen Staatsstaaten war.

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